Chubbschloss

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Konstruktionszeichnung eines Chubbschlosses, um 1850
Animation eines Chubbschlosses

Das Chubbschloss (auch Zuhaltungsschloss (Kurzzeichen: ZH) oder tosisches Schloss genannt) ist nach seinem Erfinder Jeremiah Chubb benannt, der es aus dem Buntbartschloss weiterentwickelt hat.

Es weist mehrere Sperrzuhaltungen auf, die durch den gestuften Schlüsselbart so angehoben werden, dass der Riegel bewegt werden kann. Der Riegel wird im Regelfall durch zweimaliges Drehen des Schlüssels (zweitourig) vorgeschlossen. Die Variationsmöglichkeit bestehen dabei in der Anzahl der unterschiedlichen Schlüsselbartformen und in den unterschiedlichen Einschnitten des Schlüsselbarts.

Der Schlüssel, der auf den ersten Blick für einen einfachen Schrankschlüssel oder Buntbart gehalten werden kann, hat am Ende des Bartes jedoch einige Zacken. Diese Zacken heben die Zuhaltung in eine bestimmte Höhe an und geben den Riegel frei. Sind die Zacken im Schlüssel zu hoch oder zu niedrig, dann lässt sich das Schloss nicht öffnen.

Chubbschlösser mit Falle und eingebautem Wechsel haben die Eigenheit, dass die Zuhaltungen nur den Riegeltransport blockieren, nicht aber die Betätigung der Falle. Wenn also die Tür aus Unachtsamkeit ins Schloss gefallen ist, kann man sie mit einem ausreichend stabilen Dietrich öffnen, so dass sich gegebenenfalls der Schlüssel-Notdienst erübrigt.

In Deutschland waren Chubbschlösser für Wohnungstüren und Haustüren nur bis in die 1950er und 1960er Jahre üblich, da sie im Vergleich zu Zylinderschlössern einen relativ klotzigen und sperrigen Schlüssel besitzen; für Zimmertüren wiederum sind sie zu teuer. In Deutschland werden sie im Privatbereich des Öfteren in Form von Blockschlössern zur Scharfschaltung von Einbruchmeldeanlagen eingesetzt.

Es gibt auch weiterentwickelte sichere und komplizierte Chubbschlösser, die oft für Gefängniszellentüren, Schließfächer und Tresore benutzt werden. Die hochwertigen und komplexen Bauarten gelten als extrem sicher.

Moderne Chubbschlösser in Haustüren sind besonders üblich in Großbritannien und Skandinavien. Dort gelten sie als wesentlich sicherer als Zylinderschlösser.

Literatur[Bearbeiten]