Component Video

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Komponenten-Eingang, falsch beschriftet: Richtig sind nur Y, Pb und Pr; Cb und Cr sind dagegen die digitalen Varianten. Auch oft zu finden und ebenso falsch, weil nur bei PAL über Composite oder S-Video übertragen: U und V.

Component Video, umgangssprachlich meist kurz Component oder Komponenten-Ein-/Ausgang genannt, wird u. a. für die Übertragung des Videosignals von HDTV-Empfangsgeräten oder DVD-Playern zu den entsprechenden Anzeigegeräten (Bildschirme oder Projektoren) verwendet. Dabei werden, im Gegensatz zu älteren, ausschließlich im professionellen Bereich ehemals eingesetzten Varianten bei der heutigen, an Heimkino-Geräten eingesetzten Variante von Component Video-Variante nicht YUV-, sondern ausschließlich YPbPr-farbkodierte Videodaten übertragen.

YPbPr ist die ursprüngliche analoge Version des digitalen YCbCr, mit dem u. a. die auf der DVD gespeicherten sowie die bei DVB per Sat, Kabel oder Antenne übertragenen Videodaten farbkodiert sind. Da die Umwandlung vom digitalen YCbCr ins analoge YPbPr ohne umrechnungsbedingte Informationsverluste erfolgt, stellt Component Video unter den analogen Übertragungsvarianten neben Progressive RGB die geeignetste analoge Verbindungs- und Signalform zur Übertragung von Videodaten vom DVD-Player oder DVB-Empfänger zum Anzeigegerät dar.

Das bei Component Video benutzte YPbPr-Signal besteht aus dem Helligkeitssignal „Y“ sowie den Farbabweichungssignalen „Pb“ für die Abweichung von Grau auf einer Blau-Gelb-Skala sowie „Pr“ für die Abweichung von Grau auf einer Rot-Türkis-Skala. Das Synchronisationssignal benötigt keine eigene Leitung, sondern ist im Helligkeitssignal „Y“ enthalten.

Anschluss- und Steckervarianten[Bearbeiten]

Meistens und vor allem im Heimkino-Bereich wird das Signal über drei getrennte Cinch-Kabel übertragen, bei hochwertigen Systemen auch BNC. Außerdem ist es möglich, die Komponenten-Videosignale anstelle der RGB-Signale über einen Scart-Anschluss zu übertragen; Geräte, die dazu in der Lage sind, haben i.d.R. eine Auswahlmöglichkeit in ihren Einstellungsmenüs. Bei modernen Computer-Grafikkarten wird Component Video über eine als „S-Video“ oder „TV Out“ bezeichnete 9-Pin-Mini-DIN-Buchse zur Verfügung gestellt. Üblicherweise liegt diesen Karten ein Adapter für Component Cinch, Composite Cinch und 4-Pin-S-Video bei. Alternativ kann eine 7-Pin-Mini-DIN-Buchse vorliegen, auch dieser Anschluss liefert neben den S-Video-Signalen in einigen Fällen YPbPr. Dabei passt der 4-Pin-S-Video-Stecker auch in die siebenpolige Kupplung. Da diese Mini-DIN Anschlussmöglichkeiten jedoch keinem Standard entsprechen, sollte man nicht davon ausgehen, dass dort auch in jedem Fall Component-Signale ausgegeben werden.

Der Component-Video-Anschluss überträgt ausschließlich Videodaten. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Übertragungskapazität ist es mit der analogen Schnittstelle möglich, Auflösungen bis zu 1080p zu übertragen. Oft ist es jedoch unter dem Vorwand von Kopierschutzmaßnahmen nicht mehr erlaubt, Videosignale in derart hoher Qualität ungeschützt zu transportieren, so ist man für höhere HD-Auflösungen gezwungen, die verschlüsselbare digitale Schnittstelle HDMI zu verwenden.[1]

Ein Abgreifen des analogen, unkomprimierten Component-Video-Streams wäre ohnehin nicht mehr praktikabel, da über „defekte“ Geräte die Möglichkeit besteht, ein unverschlüsseltes HD-Signal zu erhalten.[2] Ein Entschlüsseln des HD-Signals ist zuletzt durch Bekanntwerden des HDCP-Masterkey wesentlich vereinfacht worden.[3]

Vergleich zu YUV[Bearbeiten]

Component Video ist eine relativ neue Variante der Übertragung von Videodaten, die die bisherigen Übertragungsvarianten Composite Video (FBAS) und S-Video zum Teil ablöst – d.h. Empfangs-, Aufzeichnungs- und Abspielgeräte verwenden intern statt YUV- (bei PAL) bzw. YIQ-farbkodierter (bei NTSC) analoger Verfahren nun YCbCr-farbkodierte digitale Verfahren. Trotzdem wird das Component-Video-Signal in diversen Bildschirmmenüs und Testberichten häufig fälschlicherweise als YUV bezeichnet.

Vergleich zu RGB-Video[Bearbeiten]

Anders als zum Teil erwartet löste Component Video das RGB-Signal für die Video-Aufzeichnung und Fernsehübertragung auch im analogen Bereich nicht ab, da dies aufwändiger wäre. Technisch bedingt wird die Anzeige auf Bildschirmen und Projektoren ausschließlich mittels RGB-Signalen gesteuert (Aufbau des dargestellten Bildes aus roten, grünen und blauen Farbanteilen). Diese werden errechnet aus YCbCr (digital, z.B. DVD-Video oder DVB-Fernsehen) bzw. YPbPr (analoges Component Video-Kabel), und zwar entweder schon im Empfangs-/Abspielgerät (so dass die Videodaten, etwa mittels HDMI oder DVI, bereits RGB-kodiert zum Anzeigegerät übertragen werden) oder erst im Anzeigegerät selbst (so dass noch YCbCr, etwa per HDMI oder i.Link, oder YPbPr per Component Video übertragen wird).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Component Video – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.bluray-disc.de
  2. sites.google.com/site/hdcontentsecurity(englisch)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  3. hackaday.com/2010/09/24/the-hdcp-master-key(englisch)