Cosmic

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Cosmic ist eine in Mittel- und Süd-Europa bekannte Musikrichtung.

Zum NATO-Code COSMIC siehe Geheimhaltungsstufe.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung dieses Musikstils, dieser Musikrichtung wird in Italien ab Ende der 1970er Jahre lokalisiert, als in der Discothek Baia degli Angeli in Gabicce Mare bei Rimini, Cattolica mit DJ Mozart, DJ Rubens aber auch später dann mit DJ Daniele Baldelli die ersten Cosmic / Afro -Klänge ertönten. In der Disco 'Baia degli Angeli' spielten vorher Bob & Tom aus America. Sie mixten Funky Sound, Disco, Philadelphia Sound und inspirierten Dj Mozart zu Afro-Funky Sound. Es liefen keine Disco Charts - es wurden die Rückseiten und freakigen alternativ Nummern aufgelegt.

Ab 1980 gab es dann in Lazise am Gardasee eine Diskothek mit dem Namen Cosmic, dort mixte DJ D Baldelli und der Sound verbreitete sich. Mit Baldelli legten dort auch DJ T.B.C. (Claudio Tosi Brandi) , Marco Maldi und andere auf. Kult war dabei der Citroën DS.

Zu den Gründungsvätern gehören Daniele Baldelli, T.B.C., Beppe Loda, Discothek Typhhon Gambera, Brescia, DJ Mozart, Fabrizio Fattori, DJ Rubens, Ebreo, Yano, Spleen: Corrado DJ, DJ Stefan Egger. Weitere Afro-Cosmic DJs sind: Fary, Rudy Franceschi, Gege, Melody Mecca, Pery, Meo und Roberto Lodola. Diese mischten auserlesene Stücke aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen so, dass ein durchgehendes Gesamtwerk im Sinne einer Komposition der klassischen Musik entstand. Entscheidend war, dass die Stücke ohne Pausen und in gleicher, angepasster Geschwindigkeit gespielt wurden. An bis zu 5 Turntables entstanden wahre Meisterstücke, sogenannter Afro. Danach folgten die DJs der Next Generation wie DJ Pablo, DJ Fred, DJ Merlin, Chris DvM, DJ L.S.D., DJ Micky, DJ Bogi, DJ Kent, DJ Makah, oder DJ Amani.

Cosmic war Anfang der 1980er auch in anderen Diskotheken in Italien populär geworden. Ab 1981 exportierte der österreichische DJ Stefan Egger (der sog. Cosmic-Dieter-Bohlen) den Cosmic nach Österreich und Deutschland, genauer: Innsbruck und München. Er übernahm diesen Musikstil aus Italien, vermischte ihn ab 1987 jedoch mit langsam gespieltem Techno, Beats und Grooves. Hierdurch wurde Cosmic massentauglich und einem breiteren Publikum zugänglich.

Der große Sprung nach Deutschland gelang, als -- der zwischenzeitlich verstorbene -- Hannes Alshut gemeinsam mit seinem Partner und Freund Stefan Egger und Rob Neureiter beschlossen, der Stilrichtung einen einprägsamen Namen zu geben: Cosmic Music. Bis dahin sprach man immer von 'Afro', was oft zu irreführenden Assoziationen führte. Stefan Egger verwendete den Begriff Cosmic-Music schon bei seinen ersten Partys ab 1984 in Innsbruck, da immer mehr electronische Musik, Reggae, World usw vermixt wurden. Weitere Wegbereiter waren Pablo Landauer ("Fiesta Musica Magica") und Frank Sammüller ("Bahiana Corps").

Hannes Alshut erkannte das in "Cosmic Music" steckende Potential und ließ sich den Begriff als Wort- und Bildmarke schützen und räumte Stefan Egger eine Nutzungslizenz für Deutschland ein, da er erkannte, dass "Cosmic Music" in Deutschland ohne den musikalischen Ideengeber keinen Erfolg haben würde.. Später übertrug er die Rechte an der Marke seinen beiden DJs Micky und Pedro, welche mehrere Jahre für ihn unter Vertrag standen. Das Logo "Cosmic Music" gestaltete Oli Schneider nach einer Vorgabe von Hannes Alshut und Stefan Egger zeichnete. Hierfür erhielt er eine Vergütung von lediglich DM 50.-; Schneider lebt heute nach einem Schlaganfall in Augsburg.

Stefan Egger begründete mit Hannes Alshut und später anderen die Stilrichtung "Cosmic Music" und nutzte diesen Begriff am erfolgreichsten. So war er als Vermittler von Terminen, als Agentur dieser Musik in ganz Deutschland, Österreich und Italien aktiv. Stefan Egger trug so zur Verbreitung und "Technoisierung" der Alternativ-Musik 'Afro' bei, welche aber immer weniger mit den Ursprüngen dieser Musikrichtung gemein hatte. Die Musikstilelemente Afro, Reggae, Funk, Brasil, Cumbia, Ambient etc. werden immer noch verwendet - Cosmic hat sich aber weiterentwickelt und modernisiert. Ein Unterschied zu bestehenden Musikrichtungen wie House, Techno, Hip Hop, Dance usw. besteht selbstverständlich immer noch. Es ist weiterhin kein Mainstream, es gibt keine expliziten Chart- und Hitlisten. Eines der wichtigsten Elemente dieses Old-School-Cosmic war der Gedanke der Komposition im Sinne der klassischen E-Musik. Damals erarbeiteten die DJs für jeden ihrer Auftritte eigene einstündige Kompositionen, die ähnlich wie in der klassischen Komposition ein Opening, Steigerungen, Höhepunkte und ein Finale enthielten. Die "Instrumente" waren dabei Sound-Versatzstücke, das Auflegen eher ein "Komponieren" im Vergleich zum heutigen Recycling eigener Re-Mixes.

Als Gegenstück zu dieser kommerziellen Ausschlachtung des Begriffes Cosmic-Music und des alleinigen Spielens der Eigenproduktionen entstand 1993 AfroFunky[1]. Diese von RoccoDJ in München ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe orientierte sich am italienischen Original. Auf diesen Afro-Funky-Partys waren immer Percussionisten mit auf der Bühne. Die DJs waren u. a. Beppe Loda , Moz-art, Rubens, Ebreo, Gege, Raba, und Mamucata Percussion.

Cosmic-Music blieb bis heute eine Insider-Marke im Raum Süddeutschland, Bayern, Tirol und Norditalien und wird immer noch von verschiedenen DJs auf zahlreichen Veranstaltungen in Clubs und Hallen dieser Regionen verbreitet.

Musikalische Einordnung des Afro[Bearbeiten]

Im Rahmen des Afro wurden und werden Songs aus verschiedensten Kulturen und vielen verschiedenen Musikrichtungen verarbeitet, wie beispielsweise Funk, Afro, Brasil, Reggae, Ragga, Bhangra, Rock, Pop, später auch Hip-Hop, Trip-Hop, Big Beat bis hin zu Trance und anderer Formen elektronischer Musik.

Da diese Musikrichtungen im Grundtempo starke Unterschiede aufweisen, werden durchaus auch Schallplatten, die zum Abspielen mit 33 RPM vorgesehen sind, mit 45 RPM abgespielt. Der dabei entstehende Micky-Mouse-Effekt wurde geradezu zum prägenden Stilmerkmal. Da beim klassischen 1210er zwischen der höchsten Stellung des Pitchreglers auf 33 und der niedrigsten auf 45 ein "Tempoloch" klafft, gehören modifizierte Turntables mit auf bis zu 30 % erweitertem Pitching-Bereich zur Standardausstattung. Inzwischen gibt es von Technics das Modell 1210 M5G mit einem Pitchbereich von +- 16 %.

Anfangs bewegte sich Cosmic in einem Tempobereich von 90 bis 105 BPM. Das Grundtempo erhöhte sich im Lauf der Jahre, zu den Boomzeiten betrug es bereits 105 - 110 BPM. Das Tempo nahm weiter zu und hat 110 BPM heute bereits überschritten. Das Cosmic-Tempo liegt heute bei 105 - 115 BPM.

Auch heute lebt Cosmic weiter, wenn auch regional begrenzt auf Italien, Österreich und Süddeutschland. Cosmic hat sich zu einer Art "Worldmusic" entwickelt.

Soziologie der Afro-Musik[Bearbeiten]

  • Geographische Verbreitung: Cosmic und Afro haben sich von Italien aus nur bis nach Süddeutschland und Nordtirol ausgebreitet. Als Hochburgen im nicht-italienischen Raum sind dabei besonders Innsbruck (Afro-Meeting), Augsburg und München zu nennen. In Italien ist die Musikrichtung besonders in der Region Veneto beliebt, wobei Verona (Discoteca Stargate) und Padova eine besondere Rolle spielen.
  • Österreich: In Österreich ist die Afro-Kultur fast ausschließlich auf Nordtirol begrenzt. Obwohl Innsbruck als Universitätsstadt zahlreiche Studenten aus Vorarlberg und anderen Bundesländern Österreichs beherbergt, hat sich die Musikrichtung in Österreich zu keiner Zeit nennenswert in andere Bundesländer ausgebreitet. Fast unbekannt ist die Musikrichtung auch in Wien. Auch in den österreichischen Kultursendern wie [FM4|FM4] findet die Musik kaum Beachtung. Im Sommer 2005 gab es jedoch eine Serie bei FM4, die jeden Samstag Abend italienischen Cosmic aus den 1980er Jahren vorstellte. In Innsbruck hat Afro gar die Stellung einer Art Underground-Volksmusik. So wurde Afro auch im Tivoli-Stadion bei Bundesligaspielen des FC Wacker Innsbruck zur Pause eingespielt.
  • Drogen: Eine wesentliche Rolle bei der Afro-Subkultur spielen ähnlich wie bei fast allen Musikrichtungen (Drum and Bass, Goa, Hip Hop etc.) psychoaktive Substanzen. Eine besondere Affinität der Kultur besteht gegenüber Marijuana, die vermutlich aufgrund der Nähe zum Reggae erklärbar ist. Darüber hinaus spielt auch Kokain eine Rolle, die auch in den Texten verarbeitet wird (z.B. Coke Percussion, DJ Fabrizio Fattori). Auch Exstacy scheint in der Kultur eine Rolle zu spielen, die auch in Liedern und Texten reflektiert wird (z.B. Ich und Elaine, ein Remix der deutschen Formation Zweiraumwohnung oft als Allegorie für den Exstacy-Rausch verstanden). Im Vergleich zu anderen elektronischen Musikrichtungen scheinen LSD und andere Halluzinogene in dieser Subkultur tendenziell weniger angewendet werden.
  • Tanz: Afro ist durch einen charakteristischen Tanzstil geprägt, den man am ehesten als Ausdruckstanz bezeichnen kann. Besonders markant ist dabei das "wie auf Samtpfötchen tapsen".

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen, auf denen Cosmic-Music (auch bekannt unter "Afro") gespielt wird, sind das jährliche Afro Meeting in Innsbruck und diverse Meetings in Italien, beispielsweise in Ferrara. Es gibt Discotheken wie das PM in Untermeitingen bei Augsburg, die einmal im Monat einen Cosmic-Music Night mit Dj Stefan Egger machen. Aber auch in Italien Stargate, Spleen, Mamamia etc ...

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] afrofunky

at:Stefan Egger Gründer und Urvater