Course Rating und Slope

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Course- und Slope-Rating bezeichnet man die Einstufung der Schwierigkeit eines Golfplatzes.[1] Im Gegensatz zum noch in England gebräuchlichen "Standard Scratch Score (SSS)", der nur die Länge eines Platzes berücksichtigt, erfasst das Course Rating auch folgende Erschwernisfaktoren: Topographie, Roll des Balls (Härte des Bodens), Fairwaybreite, Grüngröße, Grünanspiel, Bunker, Wasser, Aus bzw. extremes Rough, Bäume und Grünoberfläche.

Als Course-Rating-Wert (CR-Wert) bezeichnet die USGA die durchschnittliche Anzahl von Schlägen, die ein Scratch-Spieler (Handicap ungefähr 0) bei normalem Kurszustand und Wetterbedingungen auf dem Platz benötigt. Dieser Wert kann vom Par-Wert, der für 18 Löcher meistens zwischen 68 und 72 liegt, um mehrere Schläge abweichen. Turnierplätze haben in der Regel ein Course Rating von 71 oder 72.

Um Spieler, die ihr Handicap auf einem relativ leichten Platz erworben haben, mit Spielern zu vergleichen, die ihres auf einem relativ schweren Platz erworben haben, existiert für Golfplätze der sogenannte Slope-Wert. Er drückt die Schwierigkeit eines Golfplatzes für den Bogey-Golfer (Handicap -22,4 bis -17,5) in Relation zu der Schwierigkeit für den Scratchgolfer aus. Er gibt daher keine Anzahl von Schlägen und keinen Schwierigkeitsgrad wieder, sondern nur das Verhältnis zum Scratch-Golfer. Dieser Wert kann von 55 bis zu 155 gehen. Ziel dieser Ratings ist es, ein möglichst faires und vergleichbares Spiel auf jedem Platz zwischen Spielern unterschiedlicher Spielstärke zu gewährleisten.

Bei einem durchschnittlich schweren Golfplatz geht man von einem Slope-Wert von 113 aus. Das wird an der Formel zur Ermittlung der (für jeden Platz anderen) Spielvorgabe aus der (immer gleichen) eigenen Stammvorgabe (gemeinhin als Handicap bezeichnet) deutlich:

SPIELVORGABE = STAMMVORGABE × (SLOPE-WERT / 113) - CR-WERT + PAR[2]

Dies heißt also, wenn ein Golfspieler mit Stammvorgabe -18,0 auf einem Golfplatz mit einem Par von 72, einem Slope von beispielsweise 125 und einem CR-Wert von 73,4 spielt, so tritt er an mit einer Spielvorgabe von -18 * (125 / 113) - 73,4 + 72 = -21,3 (gerundet auf -21).

Dieser Platz wäre also überdurchschnittlich schwer.

Die schlechteste DGV-Stammvorgabe ist -36, jedoch gibt es darüber hinaus die sogenannten Clubvorgaben, die in Deutschland bis -54 reichen. Bei der Berechnung einer Spielvorgabe kommen die Clubvorgaben jedoch nicht zur Anwendung, es wird in diesen Fällen immer eine Stammvorgabe von -36 in die Formel eingesetzt.[3] Die dadurch berechnete Differenz zwischen Spielvorgabe und angenommener Stammvorgabe von -36 wird dann mit der tatsächlichen Clubvorgabe verrechnet. Beispiel: bei einer Clubvorgabe von -54 und einer Differenz von +4 würde der Spieler mit einer Spielvorgabe von -58 starten.

Die Handhabung von Clubvorgaben kann von Land zu Land differieren, in Dänemark beträgt die Grenze beispielsweise -72. In Österreich gibt es bei -45 noch einmal den Zwischenschritt einer sogenannten Turnierreife. Wieder andere Länder haben gar keine Clubvorgaben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Course Rating. Website des Deutschen Golf Verbands. Abgerufen am 13. Mai 2012.
  2. EGA HANDICAP SYSTEM, DGV-VORGABENSYSTEM 2007-2010, Kap. 18.2, S.34 (PDF; 749 kB). Website des Deutschen Golf Verbands. Abgerufen am 23. Juni 2010.
  3. EGA HANDICAP SYSTEM, DGV-VORGABENSYSTEM 2007-2010, Kap. 18.3, S.35 (PDF; 749 kB). Website des Deutschen Golf Verbands. Abgerufen am 23. Juni 2010.