Deconica

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Deconica
Trockener Kahlkopf (Deconica montana)

Trockener Kahlkopf (Deconica montana)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Träuschlingsverwandte (Strophariaceae)
Gattung: Deconica
Wissenschaftlicher Name
Deconica
(W.G. Sm.) P. Karst.

Deconica ist eine Pilzgattung aus der Familie der Träuschlingsverwandten (Strophariaceae). Die Arten wurden früher zur Gattung Psilocybe gestellt.

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper sind wie bei der Gattung Psilocybe recht klein. Der Hut ist meist gewölbt, braun gefärbt und besitzt oft eine klebrige Oberfläche. Die Huthaut ist kaum oder als Ganzes abziehbar. Ein Velum ist bei einigen Arten vorhanden. An reifen Fruchtkörpern bleibt es meist als faserige Flecken auf der Hutoberfläche bestehen oder bildet mitunter einen Ring. Die Lamellen sind blass bis dunkel lila-braun. Sie sind breit am Stiel angewachsen, angeheftet oder ausgebuchtet bzw. laufen mit einem Zahn am Stiel herab. Sie sind meist breit und stehen entfernt bis eng. Der Stiel ist dünn und zylindrisch geformt. Das Fleisch blaut bei Verletzung nicht. Das Sporenpulver ist hell- bis dunkelbraun gefärbt.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Sporen sind elliptisch oder hexagonal und oft abgeflacht. Sie sind glatt und besitzen eine dünne oder dicke Wand. Sie erscheinen honigfarben bis braun und weisen meist einen deutlichen Keimporus auf. Die Sporen sind inamyloid. Die Cheilozystiden sind meist mehr oder weniger flaschenförmig. Pleurozystiden fehlen. Die Huthaut wird aus einer Cutis oder einer Ixocutis gebildet. Schnallen sind vorhanden oder fehlen.

Gattungsabgrenzung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung wurden lange Zeit zur Gattung Psilocybe gestellt. Deren Fruchtkörper weisen bei Verletzung blauendes Fleisch auf.

Ökologie[Bearbeiten]

Deconica-Arten kommen saprobiontisch auf Holz- und Pflanzenresten, auf Erde sowie auf Mist und Torf vor.

Bestimmung[Bearbeiten]

Von großer Bedeutung für die Bestimmung ist die Abziehbarkeit der Huthaut, nämlich ob sie im Ganzen als dünne, transparente Schicht abgezogen werden kann. Darüber hinaus ist das Vorhandensein und die Ausprägung des Velums wichtig. Manchmal bildet es einen Saum am Hutrand und einen Ring oder eine Ringzone am Stiel. Mitunter entsteht eine feine staubige Schicht auf der gesamten Hutoberfläche (Feinbefaserter Kahlkopf, Deconica castanella).

Anhand der Lamellen- und Sporenfarbe wird die Sektion Deconica in zwei Gruppen geteilt: Die Gruppe um den Feingerieften Kahlkopf (D. inquilina) mit dünnwandigen Sporen, die in Masse hellbraun erscheinen und im Alter meist blassen Lamellen. Die zweite Gruppe um den Trockenen Kahlkopf (D. montana) besitzt dickwandige Sporen und im Alter dunkel lila-braune Lamellen.

Die Sporen unterteilen die Gattung durch ihre Größe und die Form. Bei vielen Arten sind sie abgeflacht, so dass die Seitenansicht schmaler als die Frontansicht erscheint. Dieser Unterschied kann verschieden stark ausgeprägt sein. Bei sehr flachen Sporen finden sich in einem Präparat viele, die auf der breiteren Seite liegen. Beim Rautensporigen Kahlkopf (D. phyllogena) können dies mehr als 90 % sein.

Taxonomie[Bearbeiten]

Deconica wurde 1870 von Worthington George Smith beschrieben und als Untergattung zu Agaricus gestellt.[1][2] Petter Adolf Karsten kombinierte das Taxon 1879 zur Gattung um.[1][2] Lange Zeit wurden die Arten zu der zuvor von Peter Kummer im Jahr 1871 kombinierten Gattung Psilocybe geordnet.[3][2]

Im Jahr 2000 stellte sich jedoch heraus, dass die Gattung Psilocybe in dieser Auffassung polyphyletisch ist.[4] Einerseits wurde sie aus den blauenden, halluzinogenen Arten wie den Spitzkegeligen Kahlkopf (P. semilanceata), andererseits aus den nicht blauenden, nicht halluzinogenen Arten um den Trockenen Kahlkopf (D. montana) und dem Dung-Kahlkopf (D. merdaria) gebildet. Diese Auffassung der Gattung Deconica hatte u. a. Peter D. Orton bereits im Jahr 1960. Da Agaricus montanus den anerkannten Lectotypus darstellte, hätte u. a. P. semilanceata umbenannt werden müssen. Da der Name Psilocybe jedoch recht eng mit den halluzinogenen Arten mit zahlreichen Publikationen zur Taxonomie, Giftigkeit und zu rechtlichen Aspekten verbunden ist, schlugen Redhead et al. 2007 vor, den Namen Psilocybe für die halluzinogenen Arten der Gattung zu konservieren und ihr den neuen Lectotypus P. semilanceata zuzuweisen. Diesem Antrag wurde 2009 vom Nomenclature Committee for Fungi einstimmig zugestimmt. Im gleichen Jahr erfolgten die ersten Umkombinationen zur Gattung Deconica.

Die beiden Gattungen Deconica und Psilocybe sind nur entfernt verwandt.[5] Von einigen Autoren werden sie sogar in unterschiedliche Familien gestellt.[5] Die Gattung Deconica umfasst die Sektionen Deconica und Coprophila der Gattung Psilocybe in ihrer ehemaligen Auffassung sowie zwei Arten aus der Gattung Melanotus.[5]

Arten[Bearbeiten]

Folgende Arten zählen zur Gattung Deconica[5][4]:

Mistliebender Kahlkopf (Deconica coprophila)

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Machiel Evert Noordeloos: Deconica pages. In: www.entoloma.nl. Abgerufen am 11. August 2013 (englisch).
  •  Machiel Evert Noordeloos: The genus Deconica (W. G. Sm.) P. Karst. in Europe – new combinations. In: Österreichische Zeitschrift für Pilzkunde. 18, 2009, S. 207–210 (PDF; 133 kB).
  •  Henning Knudsen, Jan Vesterholt: Funga Nordica. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. 2. Auflage. Nordsvamp, Kopenhagen 2012, ISBN 978-87-983961-3-0 (2 Bände).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Deconica. In: Mycobank. Abgerufen am 11. August 2013 (englisch).
  2. a b c Paul Kirk: Psilocybe (Fr.) P. Kumm. In: Species Fungorum. Abgerufen am 11. August 2013 (englisch).
  3. Psilocybe. In: Mycobank. Abgerufen am 11. August 2013 (englisch).
  4. a b Machiel Evert Noordeloos: The genus Deconica (W. G. Sm.) P. Karst. in Europe – new combinations
  5. a b c d Machiel Evert Noordeloos: Deconica pages.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deconica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien