Deutsche Partei (Jugoslawien)

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Die Deutsche Partei (serbokroatisch: Nemačka Stranka, wurde auch Partei der Deutschen bzw. Partei der Deutschen im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen genannt) war eine in den Jahren 1922 bis 1929 im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen existierende und ab 1923 im Parlament vertretene Partei, die sich als Vertretung der deutschen Minderheit, insbesondere in der Vojvodina, verstand.

Landesobmann der Partei war Ludwig Kremling (1861–1930), der in den Jahren 1907–1918 (als sein Geburtsort Bela Crkva noch zu Österreich-Ungarn gehörte) die Position des Vorsitzenden der Ungarländischen Deutschen Volkspartei bekleidete. Geschäftsführender Parteiobmann war Stefan Kraft (1884–1959).[1]

Von dem Verbot aller nationalitätsspezifischen Parteien im Jahre 1929 war auch die Deutsche Partei betroffen.

Wahlerfolge bei den Wahlen zum jugoslawischen Bundesparlament[Bearbeiten]

  • 1923: 43.007 Stimmen, 8 Mandate
  • 1925: 45.172 Stimmen, 5 Mandate
  • 1927: 48.032 Stimmen, 6 Mandate

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Ulrich Wehler, Nationalitätenpolitik in Jugoslawien. Die deutsche Minderheit 1918-1978, 1980 (ISBN 3-525-01322-1), S. 30f, 118f
  • Holm Sundhaussen, Jugoslawien, in: Lexikon zur Geschichte der Parteien in Europa, hrsg. v. Frank Wende, 1981, ISBN 3-520-81001-8, S. 347f
  • Holm Sundhaussen, Geschichte Jugoslawiens 1918-1980, 1982 (ISBN 3-17-007289-7), S. 47
  • Josef Müller, Ein wichtiger Tag im politischen Leben des Dr. Stefan Kraft, in: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Jg. 34.1985, S. 24-31
  • Valentin Oberkersch, Die Deutschen in Syrmien, Slawonien, Kroatien und Bosnien, 1989 (ISBN 3-926276-07-X), S. 202–215
  • Johann Böhm, Die deutsche Volksgruppe in Jugoslawien 1918–1941, 2009 (ISBN 978-3-631-59557-2), S. 74–106

Quellen[Bearbeiten]

  1. vgl. Wilhelm Kosch, Biographisches Staatshandbuch, 2. Band, 1963; Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas, Band 2, 1976, S. 498f