Didoische Sprachen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Didoischen Sprachen (Nr. 25–29) im Umfeld der Nordostkaukasischen Sprachfamilie

Als didoische Sprachen (auch tsesische Sprachen, russ.: дидойские языки, цезские языки) werden fünf miteinander verwandte Kleinsprachen bezeichnet, die im Südwesten der Republik Dagestan (Russische Föderation) von knapp 23.000 Menschen gesprochen werden. Zusammen mit der awarischen Sprache und den andischen Sprachen bilden sie die Gruppe der awaro-ando-didoischen Sprachen innerhalb der Gruppe der dagestanischen Sprachen, die wiederum zu den (nordostkaukasischen) nachisch-dagestanischen Sprachen gehören. Bei der letzten russischen Volkszählung 2002 gab es erstmals seit 1926 wieder die Möglichkeit, sich zu einem der didoischen Völker zu bekennen. Die Angehörigen dieser Völker werden aber in Russland weiterhin zu den Awaren gezählt. Zu den didoischen Sprachen gehören fünf Sprachen, die wiederum in Dialekte gegliedert sind, die sich untereinander teilweise stark unterscheiden und so die gegenseitige Verständigung der Sprecher erschweren. Folgende Sprachen werden zu den didoischen Sprachen gezählt (Angaben der Volkszählung 2002; in Klammern die bisher geschätzte Anzahl der Sprecher):

  • Ostdidoische Sprachen:
    • Beschtinisch 6.184 (3.000)
    • Hunsibisch 972 (2.000; auch als chunsalische oder nachadsische Sprache bezeichnet )
  • Westdidoische Sprachen:

Keine der didoischen Sprachen wurde verschriftlicht. Als Schrift- und Verkehrssprache untereinander wird Awarisch verwendet. Charakteristisch für die didoischen Sprachen ist der ausgebaute Vokalismus (pharyngale, nasale, kurze und lange Vokale) und das komplizierte Konsonantensystem. Die Sprachen gehören zu den agglutinierenden Sprachen mit stark ausgebauter Deklination (große Anzahl an Lokativen) und vergleichsweise einfacher Konjugation.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Didoisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen