Die Erschaffung Adams
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| Die Erschaffung Adams |
| Michelangelo, zwischen 1510 und 1512 |
| Fresko, 480 cm × 230 cm |
| Sixtinische Kapelle |
Die Erschaffung Adams ist ein oft reproduzierter Ausschnitt aus dem Deckengemälde des Malers Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Es gehört zu einem Zyklus von 9 Fresken, welche Gen 1-9 bildlich darstellen. Durch dieses Deckengemälde wird vermittelt, wie Gottvater mit ausgestrecktem Finger Adam zum Leben erweckt.
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[Bearbeiten] Beschreibung
Das Bild zeigt auf der linken Seite Adam, der schwach auf der Erde liegt und seinen Zeigefinger ausstreckt, um Gott zu erreichen. Gottvater streckt ebenfalls seinen rechten Zeigefinger aus, jedoch kraftvoller und anmutiger, um auf Adam den Odem überspringen zu lassen. Diese Handlung ist noch nicht vollendet, und man kann daher nicht wissen, ob die Beseelung schon stattgefunden hat.
Gottvater schwebt, umgeben von zahlreichen Putten, vor einem großen roten Tuch im Hintergrund. Unter seinem linken Arm schaut eine junge weibliche Gestalt auf Adam.
[Bearbeiten] Kommentar
Die Erschaffung Adams steht im räumlichen und inhaltlichen Kontext mit der Erschaffung Evas und dem Doppelbild Der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies.
Michelangelo machte die Berührung der Hand Gottes zum Mittelpunkt seiner Darstellung und weicht in seiner Bildformulierung nicht nur von allen vorhergegangenen Gestaltungen dieses Themas ab, sondern auch von der Beschreibung des Alten Testaments. Dort heißt es im Buch Genesis (1. 26):
- Und Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei...
Adam liegt auf einem kahlen Felsenuntergrund, der ohne Vegetation ist. Er ist also von Gott nicht ins Paradies hineingesetzt worden, sondern in eine lebensfeindliche Umwelt. Er wird auch nicht aus Lehm geschaffen, sondern hat einen fertig ausgebildeten muskulösen Körper.
Die weibliche Gestalt unter dem Arm des Schöpfers wird von vielen Kunstwissenschaftlern als die Präfiguration der noch ungeborene Eva gesehen, die einen ängstlichen Blick auf Adam wirft.
[Bearbeiten] Geschichte
Papst Julius II. berief Michelangelo 1508 nach Rom, damit er das Deckengewölbe der Kapelle Sixtus' IV. ausmalte. Michelangelo wehrt sich gegen den Auftrag und behauptet, er verstehe nichts von Freskomalerei. Viel lieber wäre es ihm gewesen am Grabdenkmal des Papstes Julius weiter zu arbeiten. Dennoch wird ein Vertrag geschlossen, über dessen Inhalt der Papst und der Maler bald in Streit geraten. Michelangelo setzt sich jedoch mit seinem Wunsch nach einer Ausdehnung des Programms durch. Das Ganze sollte durch ein Rahmenwerk aus gemalter Architektur eingefasst werden, mit einer Vielzahl namenloser menschlicher Gestalten, die zwischen den großen dramatischen Szenen vermitteln sollten. Die Erschaffung Adams nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
[Bearbeiten] Literatur
- Lieselotte Bestmann: Michelangelos Sixtinische Kapelle. München: Piper Verlag, 1999. ISBN 3-492-22888-7
- Rolf H. Johannsen: 50 Klassiker. Gemälde. Die wichtigsten Gemälde der Kunstgeschichte. Hildesheim: Gerstenberg Verlag, 2001. ISBN 3-8067-2516-0
- Robin Richmond: Michelangelo und die Sixtinische Kapelle. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag, 1999. ISBN 3-451-26912-0
- King Ross: Michelangelo und die Fresken des Papstes. München: Albrecht Knaus Verlag, 2002. ISBN 3-8135-0193-0
- Wieland Schmied (Hg.): Harenberg Museum der Malerei. 525 Meisterwerke aus sieben Jahrhunderten. Dortmund: Harenberg Lexikon Verlag, 1999. ISBN 3-611-00814-1

