Die Konferenz der Vögel

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„Konferenz der Vögel“, Illustration von Habib Allah. Der Wiedehopf, Mitte rechts, instruiert die anderen Vögel über den Sufi-Pfad.

Die Konferenz der Vögel (persisch ‏منطق الطیر‎, DMG Manṭiq aṭ-ṭair, ‚Vogelgespräche‘) ist eine große mystische Dichtung aus der Masnawī-Gattung, die zu den bedeutendsten Werken der persischen Literatur zählt. Sie wurde im 12. Jahrhundert von dem islamischen Mystiker Fariduddin Attar (1136–1220) im nordöstlichen Iran verfasst.

Als eine fabelhafte, allegorische Darstellung der islamischen Lehre des Sufismus beschreibt es die Wallfahrt von Tausenden von Vögeln der Welt, die auf der Suche nach einem idealen König sind – dem Vogel Simurgh – und die durch die sieben Täler, den Stufen des Sufipfades entsprechend – führende beschwerliche Reise, die sie auf sich nehmen, ihn zu erreichen. Übrig bleiben am Ende dreißig Vögel.

Am Reiseziel erkennen die Vögel, dass sie der gesuchte König selbst sind: Der persische Name des Königs („Simurgh“) bedeutet, getrennt geschrieben („si murgh“) „30 Vögel“.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Textausgaben[Bearbeiten]

  • Garcin de Tassy: Mantic Uttaïr, ou le Langage des oiseaux, poème de philosophie religieuse, par Farid-Uddin Attar, publié en persan, Paris 1857. (Online)
  • M. J. Maškūr, Teheran 1962.
  • Ṣ. Gowharīn, Teheran 1963.

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Garcin de Tassy: La Conférence des oiseaux. Farîd Uddîn Attâr. Traduit du persan par Garcin de Tassy, Albin Michel, Paris 1863 (Neuauflage 1996). (Online)
  • Katja Föllmer: Die Konferenz der Vögel. Marixverlag 2008 (deutsche Prosa-Übersetzung aus dem Persischen).
  • R. P. Masani: The Conference of the Birds: A Sufi Allegory, Being an Abridged Version of Farid-ud-din Attar’s Mantiqut-Tayr, London 1924.
  • C. S. Nott: The Conference of the Birds, London 1954, 1961.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Edward Granville Browne: A Literary Histora of Persia, London 1906ff, Bd. 2, 506-515. (online)
  • Hellmut Ritter: Das Meer der Seele. Mensch, Welt und Gott in den Geschichten des Farīduddīn ʿAṭṭār. Leiden 1955; erw. Aufl. 1978.
    • engl. Übers. The Ocean of the Soul. Men, the World and God in the Stories of Farīd al-Dīn 'Aṭṭār. Translated by John O'Kane with Editorial Assistance of Bernd Radtke. (= Handbook of Oriental Studies. Section 1 The Near and Middle East, Volume 69). Brill, Leiden 2003, 2012, ISBN 9789004244849.
  • Jan Rypka: Iranische Literaturgeschichte, Leipzig 1959, 226-229.

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zum Motiv ausführlich: Hanns-Peter Schmidt: SIMORḠ, in: Encyclopaedia Iranica.