Earl of Melfort

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Earl of Melfort (Graf von Melfort) war ein 1685/86 geschaffener Adelstitel in der Peerage of Scotland, der von Mitgliedern des schottischen Clans Drummond bis 1902 getragen wurde. Er ist eng mit den Jakobiten verknüpft.

Der Titel geht zurück auf John Drummond (1649–1714), jüngerer Sohn des 3. Earl of Perth. Ihm gelang gemeinsam mit seinem älteren Bruder James (dem späteren 4. Earl of Perth) eine steile Karriere im Königreich Schottland unter den Stuart-Königen Karl II. und Jakob II./VII.

1685, zum Amtsantritt König Jakobs, wurde John Drummond zum Viscount of Melfort und Lord Drummond of Gillestoun ernannt. Im Jahr darauf folgte die Erhöhung zum Earl of Melfort mit den nachgeordneten Titeln Viscount of Forth und Lord Drummond of Riccartoun, Castlemains and Gilstoun.

Die beiden Brüder zählten zu den engsten Vertrauten des Königs und beherrschten Schottland in seinem Namen. Wie der König konvertierten James und John Drummond zum Katholizismus; letztgenannter schloss des Weiteren seine Kinder aus seiner protestantischen ersten Ehe von der Erbfolge aus.

Als 1688 König Jakob im Rahmen der Glorious Revolution gestürzt wurde und sich nach Frankreich absetzte, blieben die Drummond-Brüder ihm loyal. John Drummond floh ebenfalls und schloss sich als einer der bedeutendsten Jakobiten dem Exilkönig an. Er wurde daraufhin in Großbritannien zum Verräter erklärt und 1695 seine Titel entzogen („attainder“). König Jakob ernannte ihn hingegen zuerst zum englischen Baron Cleworth“ und dann zum Duke of Melfort“ mit den nachgeordneten Titeln Marquess of Forth“, „Earl of Isla and Burtisland“ „Viscount of Rickerton“ und „Lord Castlemains and Galston“. Diese jakobitischen Titel wurden in Großbritannien als unrechtsmäßig und damit nicht existent betrachtet. In Frankreich dagegen wurde John Drummond 1701 als Duc de Melfort anerkannt und mit allen Vorrechten eines Herzogs behandelt (ohne allerdings ein eigenes französisches Herzogtum zu erhalten).

Der Titel Earl of Melfort blieb 158 Jahre aberkannt und teilte damit das Schicksal des Titels Earl of Perth. Die Nachkommen der Drummond-Brüder zählten zu den wichtigsten Jakobiten, nahmen an den Aufständen in Schottland teil und stellten zahlreiche Militärführer in der französischen Armee. Durch Heirat erlangte der Duc de Melfort auch die Titel Comte de Lussan und Baron de Valrose.

Nach dem Aussterben der Linie Perth im Jahr 1800 fielen deren (zu diesem Zeitpunkt faktisch bedeutungslos gewordenen) Titel an die Linie Melfort. George Drummond, sechster „Duke of Melfort“ und elfter „Duke of Perth“, ließ sich 1841 in Paris gerichtlich seine französischen Titel bestätigen. Er richtet im gleichen Jahr eine Petition an die britische Königin mit der Bitte um Restauration der entzogenen schottischen Peerwürden; dieser Bitte wurde, nachdem er 1848 seine Abstammung nachweisen konnte, schließlich 1853 entsprochen. Von nun an nannte sich George Drummond Earl of Perth.

Nach seinem Tod 1902 konnte seine Tochter ihren Anspruch auf die Titel nicht nachweisen, da sie nicht die nötigen Unterlagen besaß. Daraufhin fielen die Perth-Titel an den Viscount Strathallan. Die Melfort-Titel hingegen erloschen, da niemand einen Anspruch darauf nachweisen konnte.

Liste der Titelträger[Bearbeiten]

  • John Drummond (1650–1715), 1685 Viscount of Melfort, 1686 zum 1. Earl of Melfort erhoben, 1692 jakobitischer „1. Duke of Melfort“, 1695 in Großbritannien Titel entzogen
  • John Drummond (1682–1754; Sohn des Vorgängers), „2. Duke of Melfort“, iure uxoris Comte de Lussan
  • James Drummond (1708–1766; Sohn des Vorgängers), „3. Duke of Melfort“, Comte de Lussan
  • James Louis Drummond (1750–1800; Sohn des Vorgängers), „4. Duke of Melfort“, 1800 kurzzeitig „9. Duke of Perth“
  • Charles Edouard Drummond, genannt Abbé de Melfort (1752–1840; Bruder des Vorgängers), „5. Duke of Melfort“, „10. Duke of Perth“
  • George Drummond (1807–1902; Neffe des Vorgängers), „6. Duke of Melfort“, „11. Duke of Perth“, 1841 als Comte de Lussan bestätigt, 1853 als 14. (5. legitimer) Earl of Perth und 6. (2. legitimer) Earl of Melfort restauriert

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • William Anderson: The Scottish Nation: Or The Surnames, Families, Literature, Honours, and Biographical History of the People of Scotland, Band 3, 1863, Eintrag Melfort (S. 136/37), digitalisiert auf Google Books