Echinopsis ancistrophora

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Echinopsis ancistrophora
Echinopsis ancistrophora1MW.jpg

Echinopsis ancistrophora

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Trichocereeae
Gattung: Echinopsis
Art: Echinopsis ancistrophora
Wissenschaftlicher Name
Echinopsis ancistrophora
Speg.

Echinopsis ancistrophora ist eine Pflanzenart aus der Gattung Echinopsis in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Das Artepitheton ancistrophora leitet sich von den lateinischen Worten ankistron für ‚Haken‘ oder ‚Widerhaken‘ sowie -phoros für ‚tragend‘ ab und verweist auf die gehakten Dornen der Art.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Echinopsis ancistrophora wächst einzeln oder bildet Polster. Die niedergedrückt kugelförmigen, glänzend dunkelgrünen Triebe erreichen Durchmesser von bis zu 8 Zentimetern. Es sind 15 bis 20 gerade Rippen vorhanden, die in zahlreiche kleine Höcker gegliedert sind. Der meist einzelne hellbraune Mitteldorn, manchmal sind bis zu vier vorhanden, gelegentlich fehlt er, ist gehakt und bis zu 2 Zentimeter lang. Die drei bis zehn biegbaren, weißlichen Randdornen sind ausgebreitet, leicht krallenförmig zurückgebogen und weisen Längen von bis zu 1,5 Zentimetern auf.

Die kurz bis lang trichterförmigen Blüten erscheinen seitlich und öffnen sich am Tag oder in der Nacht. Sie werden 6 bis 16 Zentimeter lang. Die Blüten duften oder sind duftlos und verschieden – von weiß (manchmal rosafarben überhaucht) bis tiefrot gefärbt. Die länglichen, grünen bis grünlich purpurfarbenen Früchte sind etwas trocken. Sie sind bis zu 1,6 Zentimeter lang und weisen Durchmesser von 0,8 Zentimetern auf.

Verbreitung, Systematik und Gefährdung[Bearbeiten]

Echinopsis ancistrophora ist im Süden von Bolivien und im Norden von Argentinien in Höhenlagen von 600 bis 2500 Metern verbreitet.

Die Erstbeschreibung durch Carlos Luis Spegazzini wurde 1905 veröffentlicht.[2]

Nomenklatorisches Synonyme sind Lobiviopsis ancistrophora (Speg.) Frič (1935, nom. inval. ICBN-Artikel 34.1), Pseudolobivia ancistrophora (Speg.) Backeb. (1942) und Mesechinopsis ancistrophora (Speg.) Y.Itô (1957).

Unterarten

Es werden folgende Unterarten unterschieden:

  • Echinopsis ancistrophora subsp. ancistrophora
  • Echinopsis ancistrophora subsp. arachnacantha (Buining & F.Ritter) Rausch
  • Echinopsis ancistrophora subsp. cardenasiana (Rausch) Rausch

Ob diese drei Unterarten nicht doch besser als Arten behandelt werden sollten, ist noch nicht abschließend geklärt.[3]

Echinopsis ancistrophora subsp. ancistrophora
Die Unterart ist im bolivianischen Departamento Tarija sowie den argentinischen Provinzen Jujuy, Salta und Tucumán in tiefen Lagen verbreitet. Die Triebe sind eher fein gerippt. Die weißen, duftenden, 12 bis 16 Zentimeter langen Blüten öffnen sich mehr oder weniger immer in der Nacht.

Echinopsis ancistrophora subsp. arachnacantha
Die Unterart ist in den bolivianischen Departamentos Cochabamba und Santa Cruz in Höhenlagen von 2400 bis 2800 Metern verbreitet. Ihre niedergedrückt kugelförmigen, häufig sprossenden Triebe erreichen Durchmesser von bis zu 4 Zentimetern. Die breit trichterförmigen Blüten sind am Tag geöffnet. Sie sind gelb, orange oder rot und 5 bis 6 Zentimeter lang. Die Erstbeschreibung als Lobivia arachnacantha wurde 1956 durch Albert Frederik Hendrik Buining und Friedrich Ritter veröffentlicht.[4] Walter Rausch stellte die Art 1976 als Unterart zu Echinopsis ancistrophora.[5] Ein nomenklatorisches Synonym ist Echinopsis arachnacantha (Buining & F.Ritter) H.Friedrich (1974).

Echinopsis ancistrophora subsp. cardenasiana
Die Unterart ist im bolivianischen Departamento Tarija verbreitet. Ihre eher grob gerippten Triebe weisen Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern auf. Die am Tag geöffneten, violettrosafarbenen bis roten, bis zu 10 Zentimeter langen Bluten sind gegenüber Echinopsis ancistrophora subsp. ancistrophora etwas kürzer und gedrungender. Die Erstbeschreibung als Lobivia cardenasiana erfolgte 1972 durch Walter Rausch.[6] Vier Jahre später stellte er die Art als Unterart zu Echinopsis ancistrophora.[7] Ein nomenklatorisches Synonym ist Echinopsis cardenasiana (Rausch) H.Friedrich (1974)[8].

In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wird die Art als „Vulnerable (VU)“, d.h. als gefährdet geführt.[9] Die Unterart Echinopsis ancistrophora subsp. arachnacantha wird als Art anerkannt und als „Least Concern (LC)“, d.h. als nicht gefährdet geführt.[10]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-05597-3, S. 10.
  2. Carlos Luis Spegazzini: Cactacearum Platensium Tentamen. In: Anales del Museo Nacional de Buenos Aires. 3. Folge, Band 4, 1905, S. 492–493 (online).
  3. Martin Lowry: Echinopsis. In: Cactaceae Systematics Initiatives. Band 13, 2002, S. 16–17.
  4. Succulenta. 1956, S. 37.
  5. Walter Rausch: Lobivia. Die tagblütige Echinopsidinae aus arelgeographischer Sicht. Wien 1976, S. 140.
  6. Kakteen und andere Sukkulenten. Band 23, Nummer 2, 1972, S. 32.
  7. Walter Rausch: Lobivia. Die tagblütige Echinopsidinae aus arelgeographischer Sicht. Wien 1976, S. 140.
  8. Heimo Friedrich: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 25, Nummer 4, 1974, S. 82.
  9. Echinopsis ancistrophora in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Ortega-Baes, P. & Lowry, M., 2010. Abgerufen am 23. Februar 2014
  10. Echinopsis arachnacantha in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Lowry, M., 2010. Abgerufen am 23. Februar 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echinopsis ancistrophora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien