Eintopfreaktion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter einer Eintopfreaktion versteht man in Chemie und Technik eine chemische Synthese, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man möglichst alle der benötigten Reagenzien und Lösungsmittel zu Beginn in einem Gefäß (Labor: Rundkolben, Dreihalskolben, Erlenmeyerkolben o. Ä.; Technik: Reaktionskessel, Kesselkaskade, Strömungsrohr) mischt und dann reagieren lässt (meistens unter Umrühren/Mischen und Erwärmen oder Kühlen). Bisweilen werden einzelne Komponenten im Verlauf der Operation erst zugegeben (vorzugsweise über einen Tropftrichter im Labor oder eine sonstige Dosiervorrichtung). Sobald die Reaktion zu Ende ist, arbeitet man den Ansatz auf und gewinnt so das Produkt, häufig durch Ausfällung, Kristallisation oder Destillation.

Eintopfreaktionen erfordern im Gegensatz zu mehrstufigen Synthesen keine Isolierung von Zwischenprodukten und meist nur wenig apparativen Aufwand. Dadurch spart man Material, Zeit und Energie, weshalb Synthesechemiker und Techniker für viele wichtige Zwischen- und Endprodukte — in der Regel mit relativ einfacher Molekülstruktur — die Reaktionsbedingungen so wählen, dass man die Synthese als Eintopfreaktion durchführen kann. Allerdings sind kompliziert gebaute Moleküle (z. B. viele Naturstoffe) häufig nicht über Eintopfreaktionen zugänglich.

Der Begriff wurde als one-pot reaction oder one-pot synthesis wörtlich ins Englische übertragen und wird von der anglophonen Literatur im gleichen Sinne benutzt.

Beispiele[Bearbeiten]