Erlöserkirche (Lüdenscheid)

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Erlöserkirche (Aufnahme 2005)

Die evangelische Erlöserkirche, die bis 1902 Medarduskirche hieß, ist die älteste Kirche in Lüdenscheid und steht im Zentrum der Altstadt von Lüdenscheid.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche, bzw. ihre Vorgängerin, wurde erstmals im Jahre 1072 urkundlich erwähnt. Sie war bis zur Reformation dem heiligen Medardus, dem Ortspatron Lüdenscheids, geweiht. Im 12. Jahrhundert entstand an der Stelle eines romanischen Vorgängers als Kirchenschiff eine spätromanische zweijochige Pfeilerbasilika, der Chor stammte aus gotischer Zeit. Nach Baufälligkeit wurde sie 1822 abgerissen, der noch romanische Turmschaft blieb jedoch weiterhin erhalten. Am 26. März 1826 erfolgte die Einweihung des neuen, von dem Werdener Abteibaumeister Engelbert Kleinhanz konzipierten Kirchenschiffes. Ein Entwurf des fürstlich-lippischen Landbaumeisters Wilhelm Tappe, eines Lüdenscheider Küstersohnes, war 1823 in einem Gutachten Karl Friedrich Schinkels abgelehnt worden.

Der Turmschaft der Erlöserkirche ist vermutlich das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt und stammt noch aus dem 11. Jahrhundert. Nach Norden und Osten weist er typisch romanische Rundbogenfriese auf, welche jedoch heute durch das Kirchenschiffdach verdeckt werden. Das ursprünglich zum Kirchenschiff offene Obergeschoss diente in der Art einer „Herrscherempore“ als Grundherrensitz und als Michaelskapelle.

Sowohl 1920 als auch 2000 wurde die Glockenanlage der Erlöserkirche erneuert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die charakteristische, noch barock anmutende gestufte Haube erhielt der Kirchturm erst 1785. Sie prägt das Stadtbild Lüdenscheids wesentlich mit. Der Turmschaft wird durch 180 Eisenanker gesichert und gleichzeitig dekorativ aufgelockert. Das klassizistische Kirchenschiff mit Apsis wird durch Rundbogenfenster und die Fassade gliedernde Pilaster geprägt. Im Inneren finden sich ein Holzgewölbe und Emporen. Der Kanzelaltar stammt mutmaßlich von Adolf von Vagedes, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels. Die Kirche besitzt fünf Glocken.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatbund Märkischer Kreis/Hrsg. (1983): „Kunst- und Geschichtsdenkmäler im Märkischen Kreis“, S. 410 ff., ISBN 3-89053-000-1
  • Presbyterium der Erlöserkirche (Hrsg.): '900 Jahre Erlöserkirche Lüdenscheid 1072–1972', Festschrift, Lüdenscheid 1972

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erlöserkirche (Lüdenscheid) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.2161777777787.6336777777778Koordinaten: 51° 12′ 58″ N, 7° 38′ 1″ O