Eskalierendes Commitment

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Das Eskalierende Commitment oder auch Entrapment bezeichnet eine individuelle Tendenz, sich gegenüber einer früher getroffenen Entscheidung verpflichtet zu fühlen und diese über die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen zu stützen, obwohl sich diese Entscheidung bisher als ineffektiv erwiesen hat (vgl. Brockner & Rubin, 1985[1]; Staw & Ross, 1987[2]). Zur Erklärung für Entrapment werden unter anderem individuelle Wahrnehmungsverzerrungen in Form von selektiver Informationsaufnahme, Dissonanzeffekte (Rechtfertigung des schon getätigten Aufwands, um das Eingeständnis zu vermeiden, dass man sich umsonst angestrengt hat) sowie eine individuelle Tendenz zum Eindrucksmanagement (Gesicht wahren) angenommen (vgl. Staw, 1997[3]). Entrapment kann durch Einsatz bestimmter Techniken reduziert werden[4] und ist auch aus der Sicht von Gruppen untersucht worden[5].

Zum Beispiel: Ein Bankangestellter bewilligt einem Existenzgründer einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro. Obwohl nach einem Jahr festzustellen ist, dass die Firmengründung nur mit wenig Erfolg verlaufen ist und auch zukünftig nur wenig Aussicht auf Besserung besteht, bewilligt der Angestellte einen weiteren Kredit in Höhe von 50.000 Euro zur finanziellen Sicherung der Firma, um gegenüber sich selbst und seinem Vorgesetzten keinen Fehler eingestehen zu müssen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockner, J. & Rubin, J.Z. (1985). Entrapment in escalating conflicts. New York: Springer.
  2. Staw, B.M. & Ross, J. (1987). Behavior in escalating situations. In B.M. Staw & L.L. Cummings (Eds.), Research in organizational behavior (pp. 12-47). Greenwich, CT: JAI Press.
  3. Staw, B.M. (1997). The escalation of commitment: An update and appraisal. In Z. Shapira (Ed.), Organizational decision making (pp. 191-215). New York: Cambridge University Press.
  4. Simonson, I. & Staw, B.M. (1992). Deescalation strategies: A comparison of techniques for reducing commitment to loosing courses of action. Journal of Applied Psychology, 77, 419-426.
  5. Seibert, S.E. & Goltz, S.M. (2001). Comparison of allocations by individuals and interacting groups in an escalation of commitment situation. Journal of Applied Social Psychology, 31, 134-156.