Eumelos von Korinth

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Eumelos (griechisch Εὔμηλος) aus Korinth war nach der Überlieferung der antiken Autoren ein griechischer Epiker um 761 v. Chr. (Eusebius). Er soll ein Sohn des Amphilytos aus dem Geschlecht der Bakchiaden, der korinthischen Könige, gewesen sein.[1] Er wird zu den sogenannten Kyklischen Dichtern (Kykliker) gerechnet, die in der Nachfolge Homers die Göttergeschichten in epischen Dichtungen ausschmückten, aber nicht dessen Potenz erreichten. Die Tragiker späterer Zeit haben reichlich aus ihren Stoffen geschöpft.

Eumelos werden von den antiken Autoren folgende Werke zugeschrieben:

Keines seiner Werke ist erhalten. Nur ein kleines Fragment aus dem Prosodion wird bei Pausanias zitiert.[2] Die Korinthia lag Pausanias für seine Darstellung der Geschichte Korinths vor, ist aber verschollen.

Nach Martin West sind die Werke später zu datieren, als bisher allgemein in der klassischen Philologie üblich. Er datiert sie auf das späte 7. oder frühe 6. Jahrhundert v. Chr. Nach Eusebius war Eumelos ein Kampf- und Zeitgenosse des Archias, der um 734 v. Chr. Syrakus gründete.[3] Jüngst hat Klaus Tausend vorgeschlagen, das Prosodion für ein Werk des 4. Jahrhunderts v. Chr. anzusehen, das die Messenier nach ihrer Unabhängigkeit von Sparta dem archaischen Dichter zuschrieben, um ihre politische Identität durch eine angebliche frühe Verbindung zu Korinth zu betonen.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pausanias 2,1,1.
  2. Pausanias 4,33,2.
  3. West 2002, S. 109.
  4. Klaus Tausend: Das Prosodion des Eumelos. Literarische Propaganda und politische Identitätsstiftung im 4. Jh. v. Chr. In: Historia. Band 61, 2012, S. 66–77.