Exposition (Literatur)

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Die Exposition (lat. expositio = Darlegung, Darstellung) ist ein wesentlicher Bestandteil eines Romans oder Theaterstückes (Dramas).

Definition[Bearbeiten]

Der Begriff bezeichnet die wirkungsvolle Einführung des Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Stückes und bereitet für das Verständnis wichtige Voraussetzungen vor, die zeitlich auch deutlich vor Beginn der eigentlichen Bühnenhandlung liegen können. [1]

Manfred Pfister definiert Exposition als „die Vergabe von Informationen über die in der Vergangenheit liegenden und die Gegenwart bestimmenden Voraussetzungen und Gegebenheiten der unmittelbar dramatisch präsentierten Situationen“ und unterscheidet zwischen initialen und sukzessiv integrierten Expositionen.[2] Im Klassischen Drama ist die Exposition meist als Protasis in die Handlung des 1. Aktes/ 1. Auftrittes integriert und wird durch das erregende Moment abgeschlossen. [3]

Beispiele[Bearbeiten]

Ein bekanntes Beispiel für eine Exposition ist der Helenamonolog „Bewundert viel und viel gescholten“ am Beginn der Helenatragödie im zweiten Teil von Goethes Faust. In der englischen Literatur gilt die Soliloquy Richards in Shakespeares Richard III als bekanntestes Beispiel eines Planungsmonologs verbunden mit der Selbstcharakterisierung des Protagonisten.[4] In der moderneren deutschsprachigen Literatur gilt der erste Satz aus Max FrischsBiedermann und die Brandstifter“ als gutes Beispiel: „Nicht einmal ein Zigarre kann man heutzutage anzünden, ohne an Feuersbrunst zu denken … das ist ja widerlich -“

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Exposition?hl=exposition
  2. Pfister:Das Drama: Theorie und Analyse, UTB-Verlag, 1994, ISBN 3825205800 Seite 124
  3. http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_drama/drama_2_1_3_0.htm
  4. Vgl.: Peter Stolz. Formen der Eröffnungsszene in Shakespeares Dramen. Trier, 1989. pp. 171ff. ISBN 3-88081-278-0