Richard III. (Drama)
| Daten des Dramas | |
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| Titel: | Die Tragödie von König Richard III. |
| Originaltitel: | The Tragedy of King Richard the Third |
| Gattung: | Historie |
| Originalsprache: | Englisch |
| Autor: | William Shakespeare |
| Erscheinungsjahr: | 1597 |
| Uraufführung: | 17. November 1633 |
| Personen | |
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Die Tragödie von König Richard III. (engl. The Tragedy of King Richard the Third) ist ein Drama von William Shakespeare in fünf Akten über den englischen König Richard III. Das um 1593 entstandene Werk schließt an Heinrich VI., Teil 3 an und ist der letzte Teil der York-Tetralogie.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Richard, Herzog von Gloucester – hässlich und missgebildet – kündigt an, er wolle ein Bösewicht werden. Um die Königskrone zu erlangen, müssen zunächst seine beiden Brüder: der regierende König Edward IV. und George, der Herzog von Clarence, beseitigt werden. Richard hat keine Hemmungen, da auch seine Rivalen durch Mord und Gewalt an die Macht gekommen sind. Er verleumdet Clarence beim König, dieser sperrt den Unschuldigen in den Tower. Wenig später wird Clarence von zwei Mördern im Auftrag Richards umgebracht. Inzwischen wirbt dieser um Prinzessin Anne, die aber auf sein Ansinnen empört reagiert, da sie davon ausgeht, dass Richard ihren Gatten, Prinz Edward und dessen Vater, König Heinrich VI. getötet hat. Richard macht Anne inmitten des Trauerzuges für den ermordeten König einen Heiratsantrag. Um ihr seine Liebe zu beweisen, entblößt Richard seine Brust und bietet Anne sein Schwert an. Sie zielt nach ihm, lässt das Schwert dann fallen. Richard beschuldigt sodann Königin Elisabeth, die Gefangennahme seines Bruders Clarence veranlasst zu haben. Anschließend aber wird er von Heinrichs Witwe Margaret mit dem Fluch belegt, er werde seine Freunde für Verräter halten und Verräter für seine Freunde, auch werde er nicht mehr ruhig schlafen. Dennoch wähnt Richard, die anderen über seine Bosheit getäuscht zu haben: „And thus I clothe my naked villany / With odd old ends, stol´n forth of Holy Writ, / And seem a saint when most I play the devil.“ (I.3.134ff)
Der kranke König stellt scheinbar noch einmal Frieden am Hofe her. Als aber Elisabeth ihn auffordert, auch seinen Bruder Clarence in seine Gnade aufzunehmen, offenbart Richard, dass Clarence tot ist. Auf diese Nachricht verschlechtert sich Edwards Gesundheitszustand, so dass er bald darauf stirbt. Als Nächstes veranlasst er, dass Elisabeths Bruder Rivers und ihr Sohn aus erster Ehe Gray verhaftet und später hingerichtet werden. Elisabeth, die den Bestand ihrer Familie bedroht sieht, ergreift mit ihrem jüngsten Sohn die Flucht.
Unter einem Vorwand wird der jüngste Sohn zurückgeholt und zusammen mit seinem Bruder in den Tower gesteckt. Einer der wenigen, die sich dem skrupellosen Richard entgegenstellen, ist Lord Hastings: Er will nicht zulassen, dass die Söhne des verstorbenen Königs in der Thronfolge übergangen werden; auf Anweisung Richards wird er enthauptet. Nach Absprache mit Richard soll sein Getreuer, der Herzog von Buckingham, in London Stimmung gegen den verstorbenen König und seine Söhne machen, doch ist Buckinghams Rede vor dem Volk ein Fehlschlag. Deshalb ändern sie ihren Plan: Buckingham überzeugt den Bürgermeister von London, dass Richard nach des Volkes Willen König werden soll. Anstatt seine Gier zu zeigen, lässt er sich von Buckingham bitten, sich am nächsten Tag krönen zu lassen. Er lehnt zunächst heuchlerisch ab und säuselt, ein geistiges Amt sei vielleicht besser für ihn, bis er schließlich „seufzend“ einwilligt.
Richard hat jetzt Anne geheiratet und ist zum König gekrönt worden, fühlt seine Macht aber noch nicht gesichert. Buckingham, der aus diesem Grunde Edwards Söhne töten soll, zeigt Skrupel. Deshalb beauftragt Richard einen Mörder, die beiden Minderjährigen im Tower umzubringen. Zur Erhaltung seiner Herrschaft war es für Richard besser, die junge Elisabeth, Tochter Edwards IV., zu heiratet. Also lässt er seine Gattin Anne auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Er wirbt um Elisabeth, während Anne auf dem Scheiterhaufen in Flammen aufgeht. Doch ist Richards Position durch all diese Bluttaten unsicherer geworden. In Frankreich hat sich unter der Führung des Grafen Heinrich von Richmond aus dem Haus Tudor eine Gegenpartei formiert; zahlreiche Adelige treten auf seine Seite. Richmond befindet sich mittlerweile in Wales. Richard zieht ihm mit seinem Heer entgegen.
Zunächst muss aber noch Buckingham unters Beil, der die Flucht ergriffen und eine Armee gegen Richard aufgestellt hatte, von dessen Leuten aber gefasst worden war. Richmond kommt unterdessen ungehindert voran: „Thus far into the bowels of the land / Have we marched on without impediment“ (V.2.3f). Am Vorabend der Entscheidungsschlacht bei Bosworth begegnen dem Tyrannen im Traum die Geister von Edward, König Heinrich und aller anderen von ihm Ermordeten und prophezeien ihm seinen Untergang; Richmond aber sprechen sie Mut zu. Am nächsten Morgen werden des Königs Truppen sehr bald in die Flucht geschlagen, Richards Pferd wird getötet: „A Horse! A Horse! My kingdom for a horse!“ (V.7.7), schreit er verzweifelt über das Schlachtfeld; er bekundet, schon fünf als Richmond Verkleidete getötet zu haben. In den Wahnsinn getrieben, schneidet er sich selbst die Kehle durch. Der echte Herzog von Richmond trennt anschließend seinen Kopf ab und nimmt ihn als Trophäe mit nach Frankreich. Damit ist der Krieg der Häuser Lancaster und York beendet. Herzog Heinrich wird als König Heinrich VII. die junge Elisabeth heiraten und England den langersehnten Frieden bringen.
Bedeutung [Bearbeiten]
Dieses Werk bildet den Abschluss der Königsdramen, die die englische Geschichte von 1399 bis 1485 behandeln. Es ist eines der frühesten historischen Stücke Shakespeares.
Wirkung [Bearbeiten]
Für Friedrich Schiller wird Richard Vorbild zu seinem Franz Moor aus „Die Räuber“.
Die Rolle des König Richards war schon zu Lebzeiten Shakespeares bei Schauspielern sehr beliebt und verhalf einigen jungen Talenten zu Weltruhm. Laurence Olivier hat das Stück in eigener Regie 1955 verfilmt. Er spielte auch König Richard III.
Literatur [Bearbeiten]
- Wolfgang Clemen: Kommentar zu Shakespeares Richard III : Interpretation eines Dramas. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1957; 2. durchges. u. erg. Aufl. 1969; englisch: A Commentary on Shakespeare's Richard III. Methuen, London 1968.
- William Shakespeare: „King Richard III“. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Ute Schläfer. Stauffenburg, Tübingen 2004, ISBN 978-3-86057-563-5.
- Shakespeare: „König Richard III“. Zweisprachige Ausgabe. Übersetzt und mit Anmerkungen von Frank Günther. Mit einem Essay und Literaturhinweisen von Tobias Döring. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2001, ISBN 3-423-12753-8.
Verfilmungen [Bearbeiten]
- 1955: Richard III. – Regie und Titelrolle: Laurence Olivier
- 1964: König Richard III. – Regie: Fritz Umgelter, mit Wolfgang Kieling, Carl Wery, Maria Becker, Rolf Boysen, Benno Sterzenbach, Gisela Uhlen, Gerhard Just, Alexander Golling
- 1995: Richard III. – (mit Ian McKellen, Annette Bening und Jim Broadbent)
- 1996: Looking for Richard – (Dokumentarfilm von und mit Al Pacino)
Weblinks [Bearbeiten]
Tragödien: Romeo und Julia | Macbeth | König Lear | Hamlet | Othello | Titus Andronicus | Julius Caesar | Antonius und Cleopatra | Coriolanus | Troilus und Cressida | Timon von Athen
Komödien: Ein Sommernachtstraum | Ende gut, alles gut | Wie es euch gefällt | Cymbeline | Verlorene Liebesmüh | Der Kaufmann von Venedig | Die lustigen Weiber von Windsor | Viel Lärm um nichts | Perikles, Prinz von Tyrus | Der Widerspenstigen Zähmung | Die Komödie der Irrungen | Maß für Maß | Der Sturm | Was ihr wollt | Zwei Herren aus Verona | Ein Wintermärchen
Historiendramen: Richard III. | Richard II. | Heinrich IV. | Heinrich V. | Heinrich VI. | Heinrich VIII. | König Johann
Andere Werke: Sonette | Venus und Adonis | Lucrecia | Der verliebte Pilger | Der Phoenix und die Turteltaube | Der Liebenden Klage