Führung (Tanz)

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Bei Standardtänzen ist es üblich, dass eine Person des Tanzpaares die Führung übernimmt. Damit hat diese Person die Aufgabe, die Figuren einzuleiten, welche dann gemeinsam getanzt werden. Auch die Ausnutzung des Raumes und die Koordination mit anderen Paaren obliegt dem Führenden. In der Regel führt der Mann.

Für Zuschauer sollte nicht sichtbar sein, welche Person des Paares die Führung übernommen hat, eine Harmonie der Tänzer sollte sichtbar werden. Dementsprechend lässt sich die Technik des Führens nur schlecht durch Lernen am Modell (also etwa durch Beobachtung eines erfahrenen Tanzpaares), sondern besser durch Erklärungen und Lernen durch Einsicht aneignen.

Führen[Bearbeiten]

Bei Tänzen, in denen der Tanzpartner zeitlich zwischen einem festen Stand auf beiden Beinen und einem labilen Gleichgewicht bzw. einer Instabilität mit dem Körperschwerpunkt über dem Standbein wechselt, geht vom gut Führenden genau im Zeitpunkt des labilen Gleichgewichts ein Impuls aus, welcher den Tanzpartner veranlasst, die Richtung des Impulses einzuschlagen. Wird der Zeitpunkt des labilen Gleichgewichts verpasst, so ist eine Richtungsänderung für die nächste Tanzfigur nur sehr schwer möglich, die Harmonie wirkt durch den dann notwendigen Krafteinsatz gestört. Der Impuls für die Richtungsänderung kommt in der Regel mitten im Takt, so dass der Zeitpunkt für den Impuls nicht deutlich durch die Musik markiert wird.

Gute Führung verlangt daher vorausschauende Planung der nächsten Figuren, wie auch ein präzises Timing der notwendigen Richtungsänderungen.

Sich führen lassen[Bearbeiten]

Vom Tanzpartner, welcher geführt wird, muss zu bestimmten Zeitpunkten eine Instabilität eingenommen werden, damit die Führung durch einen leichten Impuls gelingen kann. Diese Zeitpunkte bestimmen zusammen mit den Schrittfolgen die Tanzfiguren des geführten Tanzpartners.

Führen bei Contact Improvisation[Bearbeiten]

Bei der experimentellen Tanzform der Contact Improvisation wird auf eine einseitige Führung durch einen der Tänzer bewusst verzichtet. Stattdessen spielen die Tanzenden mit den physikalischen Kräften Schwerkraft, Gewicht, Gewichtsverlagerung, Schwung und Balance. Es entsteht ein Bewegungsspiel, das jeden Moment neu kreiert wird.