Falschspiel
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Das Falschspiel ist eine Sonderform des Betrugs.
Falschspiel ist vermutlich so alt wie das Glücksspiel um Geld. Bereits in altägyptischen Gräbern von 3500 v. Chr. wurden manipulierte Würfel gefunden. Es ist kein Glücksspiel bekannt, bei dem nicht Manipulation praktiziert oder wenigstens versucht wurde. Die Methoden sind ausgesprochen vielfältig, raffiniert und mechanisch bisweilen sehr aufwendig.
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[Bearbeiten] Verbreitete Techniken
Das Falschspiel kommt häufig bei Würfel- oder Kartenspielen vor, sowie bei allen Spielen, bei denen Zufall und unvollständige Information eine Rolle spielen.
Sehr verbreitete Methoden sind:
- Vertauschen von Würfeln mit präparierten Würfeln, die aufgrund eines anderen Schwerpunktes oder Asymmetrie andere Gewinnwahrscheinlichkeiten aufweisen
- rückenmarkierte („gezinkte“) Spielkarten
- unauffällige Spiegel („shiner“)
- Kiebitzen
- Vertauschen ganzer Kartenspiele mit speziell angeordneten Spielen („cooler“)
- Falschmischen (scheinbar authentisches, jedoch kontrolliertes Mischen)
- Falschgeben
- Signale unter heimlich verbündeten Spielern
Professionelle Falschspieler wenden solche Tricks nur äußerst sparsam an, doch genügt bei den meisten Spielen bereits das vereinzelte Falschspiel, um die Gewinnwahrscheinlichkeit ganz erheblich zu verbessern: Man denke z.B. nur an den immensen Vorteil eines Spielers beim Backgammon, dem man das Recht einräumt, zu einem gewünschten Zeitpunkt während eines Spieles die Augenzahl auf bloß einem Würfel selbst zu bestimmen.
[Bearbeiten] Reine Betrugsspiele
Manche Falschspiele existieren ausschließlich als Betrugsspiele und können in Wirklichkeit gar nicht ehrlich gespielt werden.
- Kümmelblättchen (three card monte): Drei Karten werden schnell vertauscht, wobei der Mitspieler den Eindruck gewinnt, er könne die Gewinnerkarte verfolgen.
- Hütchenspiel (three shell game): Das gleiche mit drei Nussschalen o. ä. und einer Kugel.
Bei diesen Spielen handelt es sich nicht um Glücksspiele im eigentlichen Sinne, da nicht das Glück, sondern die scheinbare Beobachtungsmöglichkeit den Spieler zum Setzen veranlasst. Hätte der Spieler tatsächlich eine Chance, wäre der Spielemacher sofort pleite. Beide Kunststücke gehören auch zum Standardrepertoire seriöser Zauberkünstler.
[Bearbeiten] Gegenmaßnahmen
Die Methoden von Falschspielern sind so zahlreich und raffiniert, dass man pauschal nur davon abraten kann, mit Fremden um Geld zu spielen.
[Bearbeiten] Bekannte Falschspieler
- Johannes Kepplinger
- Milton Franklin Andrews
- George McManus
- „Titanic Thompson“
- „The Hiker“
- „Nick the Greek“/„Nick, der Grieche“ (Dandalos, Nicholas Andrea)
- „Con Baker“ (Conrad Baker)
[Bearbeiten] Bekannte Falschspielexperten
- John Scarne
- Ricky Jay
- Steve Forte
- Darwin Ortiz
[Bearbeiten] Literatur
- Gerolamo Cardano: Liber de Luder Alea (1524) (lat.)
- Jean Eugène Robert-Houdin: Les Tricheries des Grecs (1861) (französisch)
- John Nevil Maskelyne: Sharps and Flats (1894) (englisch)
- S.W. Erdnase: The Expert at the Card Table (1902) (englisch)
- Frank Garcia: How To Detect Crooked Gambling (1962) (englisch)
- John Scarne: The Odds against me (1966) (englisch)
- Die Glücksspieler, Time Life International (1978/1980)
- David Britland/Gazzo: Phantoms of the Card Table (2004)
- Steve Forte: Casinogame Protection (2005) (englisch)
- Steve Forte: Poker Protection – Cheating… and the World of Poker (2006) (englisch)

