Familiäre adenomatöse Polyposis
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| D12 | Gutartige Neubildung des Kolons, des Rektums, des Analkanals und des Anus | |
| D12.6 | Kolon, nicht näher bezeichnet Polyposis coli (hereditär) |
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| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
Die Familiäre adenomatöse Polyposis (syn. FAP, Polyposis coli) ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung bei der es zu einem massenhaften Befall des Dickdarms mit Polypen kommt. Unbehandelt liegt die Wahrscheinlichkeit der Entartung eines oder mehrerer dieser Polypen zu Darmkrebs bei nahezu 100%. Die Häufigkeit der FAP wird mit 1:10000 angegeben .
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ursache
Ursache der Erkrankung ist eine Keimbahnmutation des APC-Gens (Adenomatous Polyposis of the Colon). Dieses auf Chromosom 5 5q21-q22 liegende Tumorsuppressorgen ist dabei inaktiviert. Beim Gesunden bindet APC-Protein an β-Catenin und vermittelt über Ubiquitinylierung dessen Abbau im Proteasom. Kann β-Catenin nicht mehr ubiquitinyliert werden, enthalten die Zellen dadurch große Mengen an β-Catenin. Dieses transloziert in den Zellkern und wirkt dort gemeinsam mit anderen Faktoren als Transkriptionsfaktoren. Dadurch wird das Zellwachstum gefördert und Telomerase gebildet, die Zellen immortaliert (den Zelltod verhindert). Es kommt zu einem beschleunigten Ablauf der Adenom-Karzinom-Sequenz.
[Bearbeiten] Therapie und Verlauf
Bei Trägern der Erkrankung entstehen ab dem 10. Lebensjahr Polypen im Dickdarm. Da die Wahrscheinlichkeit fast 100 % beträgt, dass einer oder mehrere dieser hundert bis tausenden Polypen mit der Zeit zu einem Kolonkarzinom entarten, wird wenn möglich vor dem 20. Lebensjahr der Dickdarm einschließlich des Mastdarms operativ entfernt (Proktokolektomie).
In einigen Fällen treten allerdings Dünndarmkarzinome und progressiv wachsende Desmoidtumore auf.
[Bearbeiten] Attenuierte familiäre adenomatöse Polyposis (aFAP)
Die AFAP ist eine besondere Form der FAP. Sie ist eine mildere Form, bei der sich die klinische Symptomatik nicht so schnell entwickelt. Als Ursache werden Mutationen des APC-Gens, aber auch des MUTHY-Gens gefunden. Bei Patienten mit aFAP kommt es durchschnittlich erst ab dem 31. Lebensjahr zu Symptomen. Polypen sind ebenfalls weniger vorhanden und beschränken sich auf eine Anzahl von unter 100. Meist sind diese Polypen im aufsteigendem Dickdarm (Colon ascendens) zu finden.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Becker Horst-Dieter,Hohenberger Werner, Junginger Theodor, Schlag Peter Michael (Hrsg.) Chirurgische Onkologie. Thieme, Stuttgart 2002, ISBN 3-13-126111-0
- Gardner EJ. A genetic and clinical study of intestinal polyposis, a predisposing factor for carcinoma of the colon and rectum. Am J Hum Genet 1951;3:167-76. PMID 14902760
- Polymnia Galiatsatos und William D. Foulkes Familial Adenomatous Polyposis. In American Journal of Gastroenterology, 2006, Am. Coll. of Gastroenterology, ISSN 0002-9270, S. 385-398
- V. Fendrich und D.K. Bartsch, Hereditäre gastrointestinale Neoplasien. In Z Gastroenterol 2005; 43:219-225, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart/New York, ISSN 0044-2771
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