Flavius Sosipater Charisius

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Charisius war ein römischer Grammatiker des 4. Jahrhunderts n. Chr. (vollständiger Name: Flavius Sosipater Charisius). Seine ars grammatica, eine lateinische Grammatik in 5 Büchern, wurde vermutlich unter Kaiser Julian, also zwischen 361 und 363 n. Chr. veröffentlicht.

Charisius wendet sich mit seinem Werk an ein Publikum, dessen Muttersprache nicht das Lateinische ist, und bedient insofern ein Bedürfnis, das in erster Linie im griechischsprachigen Osten des Reiches bestand. Auch sein Sohn war griechischer Muttersprachler.

Seine Grammatik hat einen ausgesprochen kompilatorischen Charakter: Weite Teile bestehen aus Exzerpten aus älteren Lehrwerken; zu den Hauptquellen zählen die Grammatiker Cominianus und Quintus Remmius Palaemon (wobei nicht gesagt ist, dass Charisius Palaemons Werk direkt benutzt hat). Daneben werden zahlreiche weitere grammatische Werke zitiert, so dass es mit seiner Hilfe bis zu einem gewissen Grade möglich ist, ältere Stufen in der Entwicklung der lateinischen Grammatik zu rekonstruieren. Dieser Umstand sorgte dafür, dass Charisius (wie auch sein Zeitgenosse Diomedes) in der Frühen Neuzeit außerordentlich geschätzt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schenkeveld, D.M. 2004. A Rhetorical Grammar. C. Iulius Romanus - Introduction to the Liber de Adverbio as Incorporated in Charisius' Ars grammatica II.13. Edition with Introduction, Translation, and Commentary. Leiden - Boston.
  • Schmidt, P. L. 1989. Art. Grammatik und Rhetorik, in: Herzog, R./Schmidt, P. L. (Hrsg.): Handbuch der lateinischen Literatur der Antike (= Handbuch der Altertumswissenschaft 8), Bd. 5: Restauration und Erneuerung. Die lateinische Literatur von 284 bis 374 n. Chr., hrsg. v. R. Herzog, München, S. 101-158.

Weblinks[Bearbeiten]