Frag (Militär)

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US-Splitterhandgranate M61

Frag (deutsch Splittern) bedeutet im US-Militärjargon das absichtliche Töten von Angehörigen der eigenen Truppe im Krieg.

Der Ursprung des Begriffs liegt in der Zeit des Vietnamkrieges. Fragging bezeichnete das vorsätzliche Töten oder Verwunden von eigenen zumeist als inkompetent empfundenen und unbeliebten Vorgesetzten mit Hilfe einer Splitterhandgranate (engl. fragmentation grenade oder kurz frag-grenade oder frag), die nachts oder während eines Angriffs in ein Zelt oder einen Schützengraben geworfen wurde. Offiziell wurde dann behauptet, das Opfer sei durch Feindbeschuss gestorben. Gerechtfertigt wurde dies als Ultima ratio, um eine Einheit vor einem Befehlshaber zu schützen, der seine Untergebenen durch Unfähigkeit oder Übermut gefährdete.[1][2]

Eine Handgranate war das Mittel der Wahl, da auf einer solchen weder Fingerabdrücke zurückbleiben, noch ein ballistischer Test möglich ist, der den Täter hätte entlarven können.

Fragging kam im Vietnamkrieg immer wieder vor. Im Irakkrieg gibt es lediglich zwei offiziell belegte Fälle; der Tod von Phillip Esposito und Louis Allen[3][4] und der Frag-Vorfall im Kuwait durch Hasan K. Akbar im April 2005.[5]

230 Morde an US-Offizieren durch Untergebene sind belegt, mindestens 1400 weitere Todesfälle sind ungeklärt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.yawiki.org „(US military slang) deliberately to kill (a member of one's own unit) with a fragmentation grenade“
  2. www.iath.virginia.edu „the assassination of an officer by his own troops, usually be a grenade“
  3. Hearing starts for soldier accused of fragging in Iraq - News - Stripes
  4. Deaths of Phillip Esposito and Louis Allen - engl. Wikipedia
  5. Army Soldier Is Convicted In Attack on Fellow Troops (washingtonpost.com)