Pressstempelkanne

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Pressstempelkanne

Die Pressstempelkanne (auch French Press, Kaffeepresse, Kaffeedrücker, Chambordkanne oder Cafetière) ist eine Kaffeekanne, in der Kaffee gebrüht und der Kaffeesatz mittels eines Stempels mit Sieb nach unten gedrückt wird. Sie dient dann auch als Servierkanne.

Sie wurde vermutlich um 1850 in Frankreich erfunden, erstmals aber 1929 durch den italienischen Designer Attilio Calimani patentiert, der die Presse ebenso wie sein Landsmann Faliero Bondanini über die Jahre hinweg verbesserte.[1]

1974 entwickelte das dänische Unternehmen Bodum die erste eigene französische Kaffeepresse, Bistro. Diese wurde von internationalen Medien zum umweltfreundlichsten Kaffeebereiter gewählt und mit dem dänischen Designpreis gewürdigt.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Als erstes wird Kaffeepulver in die Kanne gegeben, dann mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergossen.[3] Das Kaffeepulver vermischt sich mit dem Wasser (A) und kann sein Aroma ungehindert von einem Filter abgeben. Die Dauer dieses Vorganges (drei bis sechs Minuten) und die Menge an Kaffeepulver bestimmen die Stärke des entstehenden Kaffees. In einem zweiten Schritt wird umgerührt. Besteht die Kanne aus Glas, sollte dabei kein metallener Löffel benutzt werden, um ein Zerspringen zu vermeiden. Danach drückt man den Stempel mit dem metallenen Filter auf den Kannenboden. Der Kaffeesatz (B) ist nun von der Flüssigkeit (C) getrennt am Boden der Kanne. Der fertige Kaffee kann aus der Kanne gegossen werden, ohne dass Kaffeesatz mit in die Tasse gelangt (D).[4]

Diese Brühmethode belässt das Kaffeepulver über eine längere Zeit im direkten Kontakt zum Kaffeewasser, daher gehört sie zu den Immersionsmethoden. Die Koffeinextraktion erfolgt also nur mit einer einmaligen aber großen Menge frischen Wassers (einstufige Extraktion), im Gegensatz zur kontinuierlichen Extraktion, bei der über einen gewissen Zeitraum mit kleinen Mengen Wasser das Koffein herausgelöst wird (Kreuzstromextraktion). Bei letzterem Vorgang ist der Koffeingehalt im Wasser am Anfang groß und am Ende klein. Der Restkoffeingehalt im Kaffeepulver ist bei der Pressstampelkanne höher und mithin im Kaffee niedriger, als bei einem Kaffee mit kontinuierlicher Wasserzufuhr.

Die Filterwirkung entsteht nicht allein durch das Filtersieb, sondern auch durch den Filterkuchen, der dadurch entsteht, dass gröbere Partikel an das Sieb anlagern und es verdichten. Im Vergleich zu anderen Methoden verbleiben mehr kleinere Pulverpartikel, welche nicht erfasst und ausgefiltert werden können, im fertigen Kaffee. Der Kaffee ist dadurch aromatischer und gefühlt stärker als Kaffee, der mit der herkömmlichen Papierfiltermethode hergestellt wird. Üblicherweise wird bei dieser Methode ein etwas gröber gemahlener Kaffee bevorzugt. Im Gegensatz zu einem Papierfilter werden die beiden Diterpene Kafestol und Kahweol, von denen bekannt ist, dass sie die Cholesterinwerte im Blut indirekt erhöhen können nicht mit ausgefiltert.

Im Handel gibt es Pressstempelkannen in verschiedenen Variationen. Die Kannen unterscheiden sich in den Volumina von 350 ml bis 1500 ml, Design und Wärmedämmung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pressstempelkannen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte. In: bodum.com. Abgerufen am 28. Januar 2013. 
  2. History of the Cafetiere by James Grierson. In: Gallacoffee.co.uk. Abgerufen am 23. Dezember 2009. 
  3. Bedienungsanleitung einer Kaffeepresse / French Press. Abgerufen am 20. Mai 2015.
  4. China Millman: Manual Brewing Techniques Give Coffee Lovers a Better Way to Make a Quality Drink. In: Pittsburgh Post-Gazette (Pennsylvania), 23. April 2009. Abgerufen am 20. Mai 2015.