Unterscheidung der Geister

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Unterscheidung der Geister ist ein Ausdruck aus der Paulinischen und Johanneischen Theologie (1. Korinther 12,10 Luth; 1. Johannes 4,1-6 Luth) und bezeichnet die kritische Differenzierung von Gedanken, Gefühlsregungen und Prophetien im Hinblick auf die Frage, inwieweit sie von Gott stammen oder nicht. In den „Exerzitien“ („Geistlichen Übungen“) des Ignatius von Loyola ist die Unterscheidung der Geister die zentrale Übung:[1]

„Ich setzte voraus, daß es dreierlei Gedanken in mir gibt: solche, die mein eigen sind und allein meiner Freiheit und meinem Willen entspringen, während die beiden andern von außen kommen: der eine vom guten, der andere vom bösen Geist.“

Ignatius von Loyola: Exerzitien

Der Übende soll Erfahrung darin gewinnen, in seinem eigenen Leben zu unterscheiden, was sie oder ihn zu mehr Liebe, mehr Hingabe an Gott oder zum größeren Dienst an den Menschen führt und was nicht. Die Unterscheidung der geistigen Einflüsse ist in Gruppen und Gemeinden für deren positive Entwicklung ebenfalls von zentraler Bedeutung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Schneider, Unterscheidung der Geister. Die ignatianischen Exerzitien in der Deutung von E. Przywara, K. Rahner und G. Fessard (= Innsbrucker Studien 11). Tyrolia: Innsbruck-Wien 1983; ²1987.
  • Ignatius von Loyola, Die Exerzitien, übertragen von Hans Urs von Balthasar, Johannes Verlag, Einsiedeln 199311, ISBN 978-3-89411-028-4
  • Hans Zollner, Trost – Zunahme an Hoffnung, Glaube und Liebe. Zum theologischen Ferment der ignatianischen „Unterscheidung der Geister“. Tyrolia, Innsbruck – Wien 2004 (IThS 68) ISBN 3-7022-2607-9
  • Marianne Schlosser (Hg.), Die Gabe der Unterscheidung. Texte aus zwei Jahrtausenden, Echter Verlag, Würzburg 2008. ISBN 978-3-429-02986-9

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ignatius von Loyola: Die Exerzitien. 13. Auflage, Randziffer 32. Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg 2005, ISBN 3-89411-028-7.