Gesso

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gesso ist der italienische Begriff für Gips oder Kreide und bezeichnet die traditionelle Grundierung auf Leinwänden.

Gesso ist der Oberbegriff für eine Substanz, die aus Hasenhautleim und Schlämmkreide (Kalziumkarbonat) besteht. Der Begriff ist die italienische Ableitung des lateinischen Wortes gypsum. Es wird als Gesso grosso oder Gesso sottile mit unterschiedlichen Beigaben, sowohl für die Grundierung von Tafelbildern als auch für die plastische Gestaltung von Bilderrahmen, als Basisträger für die Handvergoldung von Bilderrahmen (gesso da inorare) und als Ersatz für geschnitztes Holz verwendet. Das Rezept wurde erstmals durch Cennino Cennini (ca. 1370–1440) in dem vermutlich um 1400 erschienenen Buch Libro dell'arte o trattato della peintura erwähnt und ist seither nahezu unverändert geblieben. Cennini beschrieb auch den Guss von Skulpturen mittels einer Metallhohlform. Sicher ist jedoch, dass Gesso bereits bei der Produktion griechischer Kunst eine große Rolle spielte[1].

In Ägypten wurden Gipslager im Faijum schon in frühdynaster Zeit abgebaut. Gips tritt vielerorts an der Wüstenoberfläche in Kristallform zutage. Er wurde als Wand- und Deckenüberzug und als Malgrund in Häusern, Tempeln und Gräbern verwendet. Auch Mumiensärge erhielten eine vergipste Oberfläche (Gesso) – manchmal auch Stuck genannt – für die Bemalung.

Heutzutage bezeichnet Gesso meist lichtechte und alterungsbeständige Acrylkreidegründe, die zum Grundieren textiler und fester Malgründe in der Öl-, Gouache-, Acryl- und Aquarellmalerei dienen.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Kühn, A. Knoepfli, G. Weiß: Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken, Reclam 1997, ISBN 978-3-15-030015-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

 Commons: Art made from gypsum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Albert Knoepfli, Oskar Emmenegger, André Meyer, Manfred Koller: Wandmalerei, Mosaik, P. Reclam jun., 1997