Skulptur

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Dieser Artikel behandelt die Skulptur als Kunstwerk. Für die gleichnamige Methode in der Familientherapie, siehe Skulptur (Familientherapie).
Venus von Willendorf, um 25.000 v. Chr.
Venus von Milo, um 100 v. Chr.
Michelangelo: David, Florenz, 1504

Der Begriff Skulptur (lateinisch sculptura, zu sculpere ‚schnitzen‘, ‚bilden‘, ‚meißeln‘), ein Lehnwort im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert,[1] ist, soweit er sich auf Erscheinungsformen der Bildenden Kunst bezieht, teilweise deckungsgleich mit dem der Plastik. Beide werden auf zwei Begriffsebenen gebraucht, sie sind sowohl auf die Gattung als auch auf das Einzelstück anwendbar.

Als Gattungsbegriff (ohne Plural) bezieht er sich auf alle dreidimensionalen, körperhaften Kunstobjekte und wird oft synonym zu Bildhauerkunst, Plastik und dem außer Gebrauch gekommenen Bildnerei benutzt. ( → Hauptartikel Bildhauerkunst)

Als Bezeichnung für einzelne dieser Werke wird der Begriff oft synonym zu Bildwerk und Plastik verwendet. Wo die Bearbeitung des Materials durch Abtragen mittels Messer und Beitel (beim Schnitzen) erfolgt, oder dem Meißel (in der Steinbildhauerei), kommt ein trennendes Verfahren zur Anwendung, d. h. das Kunstwerk wird aus dem Block herausgearbeitet („gehauen“, „geschnitten“, „geschnitzt“). Hingegen wird in anderen, zum Beispiel metallischen oder keramischen Materialien eher aufgebaut und angearbeitet (modelliert, montiert, geschweißt) oder in Form gegossen. Vereinzelt wird daher eine Abgrenzung vom Begriffsinhalt Plastik postuliert.[2] Doch ist diese Differenzierung z. B. in der Gegenwartskunst (bei Assemblagen oder collageartigen Rauminstallationen) auf viele Bildwerke nicht anwendbar, so dass die Unterscheidung nach Ansicht einiger Fachleute nicht mehr gattungsbildend ist und nur noch für einen sprachlich angemessenen Ausdruck hinsichtlich eines entsprechend hergestellten Einzelwerks Bedeutung hat.

Kupferstecher wie Bildhauer signierten ihr Werk mit sculpsit („hat gestochen“, „geschnitten“, „geschnitzt“ usw.).

Nachweise[Bearbeiten]

  1. F. Kluge; E. Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Aufl. Berlin, New York 2002: de Gruyter, ISBN 3-11-017473-1, Stichwort Skulptur.
  2. Ein Teil der Fachautoren unterscheidet weiterhin streng wie in der Vergangenheit zwischen einerseits Plastik im engeren Sinne, deren Form durch "Antragen" von weichem Material und einem Aufbau von innen nach außen entsteht, und andererseits der Skulptur im engeren Sinne, deren Gestalt durch Abschlagen und Wegschneiden von Stein oder Holz hervortritt. Ausführlicher diskutiert im Artikel Bildhauerkunst und auf der Diskussionsseite von Plastik (Kunst)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Dürre: Seemanns Lexikon der Skulptur: Bildhauer, Epochen, Themen, Techniken. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86502-101-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skulpturen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien