Häresiarch

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Begriff[Bearbeiten]

Als Häresiarch (von altgriechisch αἵρεσις, haíresis, Wahl, Anschauung, Schule, Ketzerei und ἄρχων archon Herrscher, Gebieter) wird in der Literatur und Amtssprache der christlichen Tradition der Anführer einer Sekte bezeichnet bzw. derjenige, der eine häretische, von der orthodoxen Lehrmeinung abweichende Meinung erstmals oder prominent vertreten hat.

Häresiarchen[Bearbeiten]

Häufig wurden diese als Häresiarchen bezeichneten Vertreter einer heterodoxen Lehrmeinung namengebend für die entsprechende Sekte bzw. theologische Richtung, so z. B.:

Das 28. Kapitel der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea lautet „Der Häresiarch Cerinth“.

Im 11. Jahrhundert wurde der Frühscholastiker Berengar von Tours wegen seiner symbolisch-spiritualistisch ausgerichteten eucharistischen Lehre als Häresiarch bezeichnet, zu Beginn des 12. Jahrhunderts der kirchenkritische Wanderprediger Tanchelm.

Verdeutschung[Bearbeiten]

Der Philologe der Reinigkeit der deutschen Sprache Johann Friedrich August Kinderling schlug 1795 den Begriff Erzketzer für den Häresiarchen vor. In der modernen Literatur hat sich jedoch mehr der Ketzerlehrer durchgesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte. Hrsg. und eingeleitet von Heinrich Kraft, übersetzt von Philipp Haeuser, 2. Auflage, Kösel, München 1981, ISBN 3-466-20023-7.
  • Berengarius Turonensis: De sacra coena adversus Lanfrancum liber posterior / Berengarius Turonensis. E cod. Guelferbytano primum ed. A. F. et F. Th. Vischer. Verlag Olms, Hildesheim und New York 1975 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1834), ISBN 3-487-05898-7.
  • Johann Friedrich August Kinderling: Über die Reinigkeit der deutschen Sprache : und die Beförderungsmittel derselben, mit einer Musterung der fremden Wörter und anderen Wörterverzeichnissen, Verlag F. Maurer, Berlin 1795