Heat-assisted magnetic recording

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der englischsprachige Begriff heat-assisted magnetic recording (HAMR, dt. Wärme-unterstützte Magnetaufzeichnung) bezeichnet ein Verfahren zur Speicherung von Informationen in magnetischen Werkstoffen, das noch größere Datendichten bei Festplatten ermöglichen soll. Somit sollen künftig Festplatten mit Volumina im mittleren zweistelligen Terabytebereich möglich sein. Seagate demonstrierte Sommer 2002 erstmals Labor-Technik mit HAMR.[1] Im Jahr 2013 wurden erste Serienmodelle angekündigt.[2]

Der Vorgang[Bearbeiten]

Mit HAMR[3] wird die Domäne, in welche Daten geschrieben werden sollen, zunächst lokal durch einen Laser über die Curie-Temperatur erhitzt, um das für einen Schreibvorgang nötige Magnetfeld möglichst klein zu halten und das Schreiben trotz schwach ausgeprägten superparamagnetischen Effekts zu ermöglichen. Bei zunehmender Verkleinerung der Magnetpunkte, die ein Bit speichern, tritt irgendwann der superparamagnetische Effekt auf, bei dem die Magnetkraft der Wärme unterliegt und die ferromagnetische Magnetisierung instabil wird. Verfügbare thermisch stabilere Magnetmaterialien benötigen höhere Koerzitivfeldstärken für die dauerhafte Magnetisierung vergleichbar großer Magnetpunkte. Bei herkömmlicher Senkrechtaufzeichnung werden daher immer höhere Magnetfeldstärken nötig, wobei die Grenzen der realisierbaren Feldstärken im Jahr 2013 als weitgehend ausgereizt gelten und eine weitere Miniaturisierung behindern. Mit Hilfe der Erwärmung wird diese Begrenzung umgangen.[1] Da beim Erhitzen aber das schützende Schmiermittel der Festplatte verdampft, will der Festplattenhersteller Seagate Nachschub in nanometerdünnen Kohlenstoffröhrchen speichern, aus denen bei Bedarf Schmiermittel auf die Plattenoberfläche freigegeben werden kann.

Erwartungen[Bearbeiten]

Es wird bereits spekuliert, welche Speicherkapazität mittels dieser Technologie erreicht werden kann. Schon 2007 erwartete Seagate, dass bereits im Jahr 2010 Kapazitäten von 37,5 Terabyte erreicht werden können.[4] Im Oktober 2013 reduzierte Seagate diese Planung auf bis zu 20 Terabyte in 2,5-Zoll Festplatten bis 2020.[2] Das wäre 5-mal so viel wie die zum Zeitpunkt der Ankündigung größte Festplatte mit rund 4 Terabyte. Allerdings wird auch berichtet, dass sich mittels dieser Technologie die Anzahl der Head-Crashes erhöhen könnte und somit die Qualität der Festplatte darunter leiden würde.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 50 Terabit pro Quadratzoll. heise online, 2. August 2002.
  2. a b Boi Feddern: Seagate führt Heat-Assisted Magnetic Recording vor. In: iX news. 2. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  3. HAMR – Technologie für größere Speicherkapazitäten. FestplattenTest, 10. Juni 2013.
  4. Alex Zaharov-Reutt: Seagate to offer 300 TB hard drive by 2010. iWire, 3. Januar 2007, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  5. From a 300TB Seagate drive to a 3TB one. Techworld, 5. Januar 2007.