Heiligers-Brunnen

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Die denkmalgeschützte Einfassung aus dem 18. Jahrhundert von Heiligers Brunnen, einer Heilquelle in der Eilenriede

Der Heiligers-Brunnen[1] (auch: Heiligers Brunnen) in Hannover ist eine denkmalgeschützte Anlage einer schwefelhaltigen Quelle.[2] Das Wasser tritt heute aus einem Rohr zwischen Steinen als kleiner Quell in Höhe eines Fußweges zutage[3] und speist unter anderem das nahegelegene historische Naturbad Kopperloch.[4] Standort des nach dem hannoverschen Bürgermeister Ernst Anton Heiliger benannten und im 18. Jahrhundert errichteten Baudenkmals[2] ist der Waldweg Brunnenstieg in der Eilenriede im Gebiet des Stadtteils Kleefeld.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Überlieferung nach soll Bürgermeister Heiliger bei einem sommerlichen Spaziergang vom Pferdeturm zum Kirchröder Turm durch Waldarbeiter einen Trunk aus der Quelle angeboten bekommen haben. Nach der Verkostung soll Heiliger seinen Hausarzt, den seinerzeit berühmten Leibarzt Johann Georg Zimmermann, informiert haben, der wiederum den Hofbotaniker Friedrich Ehrhart über die Entdeckung in Kenntnis setzte.[3]

In jedem Fall analysierte und beschrieb Erhard,[1] der neben anderen Mineralquellen auch die Salzquellen von Badenstedt oder etwa die Schwefelquellen von Limmer fand,[6] auch den in der Eilenriede aufgefundenen Born. Auf Veranlassung von Bürgermeister Ernst Anton Heiliger wurde die Quelle daraufhin in eine quadratisches Sandsteinbecken gefasst, das an drei Seiten mit lateinischen Inschriften versehen wurde.[1]1953 wurde an der vierten Seite eine Inschrift in deutscher Sprache ergänzt,[1] die die drei lateinischen Sprüche übersetzt zusammenfaßt:[4]

„Komm / Siehe / Trinke / Gottheit wohnt inne dem Born / O Gast verehre die Quelle / Trinkend schöpfte daraus die Flüssigkeit Heiliger einstmals 1794.[1]

Nach den „Erinnerungen ...“ des hannoverschen Fabrikanten und Kunstsammlers Bernhard Hausmann war Heiligers Brunnen insbesondere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts „ein beliebtes Ziel der lustwandelnden Hannoveraner“.[7]

1963 wurde das abgeflachte Pyramiddach über dem Brunnen vollständig erneuert,[3] 2007 das Brunnenbecken restauriert.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Nöldeke: Heiligers Brunnen, in: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1: Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 739
  • Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Heilkräftige Brunnen, in: Hannoversches Brunnenbuch. Wasserspiele und Brunnen in Hannover. Exemplarisches und Dokumentarisches, Hannover: Fackelträger-Verlag, 1988, ISBN 3-7716-1497-X, S. 58ff.
  • Rainer Ertel: Heiligers Brunnen, in: Stadtlexikon Hannover, S. 279f.
  • Silke Beck, Klaus Helmer (Red.): Stadtwälder in Hannover. Die Eilenriede, mit Texten von Gerhard Dirscherl, Gerd Garnatz, Gudrun Seth und Carl Ferdinand Ernst, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover, Der Oberbürgermeister, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Bereich Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz, Hannover: September 2012, S. 30/31; herunterladbar als PDF-Dokument
  • Silke Beck (Red.): Eilenriedekarte, mit Texten von Carl-Ferdinand Ernst und Gerd Garnatz, Landeshauptstadt Hannover, Der Oberbürgermeister, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Hannover: September 2012; herunterladbar als PDF-Dokument

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiligers Brunnen (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Rainer Ertel: Heiligers Brunnen (siehe Literatur)
  2. a b Gerd Weiß: Kleefeld, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Bd. 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, ISBN 3-528-06208-8, S. 78f.; sowie Kleefeld im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege, S. 17ff.
  3. a b c Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Heilkräftige Brunnen (siehe Literatur)
  4. a b Silke Beck, Klaus Helmer (Red.): Stadtwälder in Hannover ... (siehe Literatur)
  5. Vergleiche die Ortskarte 4 / 26 Kleefeld, in: Gerd Weiß: Kleefeld, in: Denkmaltopographie ..., S. 43
  6. Dirk Böttcher: EHRHART, Jacob Friedrich, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 106 u.ö.; online über Google-Bücher
  7. Bernhard Hausmann: Erinnerungen aus dem achtzigjährigen Leben eines hannoverschen Bürgers, Hahn, Hannover 1873, S. 22; Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

52.366759.801092Koordinaten: 52° 22′ 0″ N, 9° 48′ 4″ O