Herd (Medizin)

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Ein Herd-geschehen (Fokus) bezeichnet in der Medizin eine lokale, pathologische Veränderung, die geeignet ist, eine Wirkung in herdfernen Bereichen auszulösen. So kann beispielsweise ein fehlerhafter Ablauf der Immunreaktion bei einer chronischen Entzündung der Rachenmandeln auch in anderen Organen zu entzündlichen, hyperergischenen Reaktionen führen.[1] Vor Einleitung einer onkologischen, mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehenden Behandlung sind Herdgeschehen im Zahnbereich abzuklären, können sie doch Ursache für schwere Entzündungen bis hin zur Sepsis sein.[2] Auch für die Entstehung einer Epilepsie werden in manchen Fällen Hirnbereiche mit gestörter Funktion verantwortlich gemacht, die dann auch als epileptogene Herde bezeichnet werden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H.- G. Boenninghaus u. a.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-48722-7, S. 226ff. (online)
  2. H. U. Schmelz u. a.: Facharztwissen urologie: differenzierte diagnostik und therapie. Springer-Verlag, 2014, ISBN 978-3-642-44942-0, S. 259, (online)
  3. H. Schneble: Epilepsie: Erscheinungsformen - Ursachen - Behandlung. C. H. Beck, 1996, ISBN 3-406-41047-2, S. 87, (online)
    G. Krämer: Epilepsie von A - Z: medizinische Fachwörter verstehen. Georg Thieme Verlag, 2005, ISBN 3-8304-3229-1, S. 454, (online)