Hilti

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Dieser Artikel beschreibt die Firma Hilti AG. Weitere Bedeutungen von Hilti finden sich unter Hilti (Begriffsklärung)
Hilti AG
Hilti logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0001010971
Gründung 1941
Sitz Schaan, LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein
Leitung Dr. Christoph Loos
Mitarbeiter 21'139 (2012)
Umsatz 4204 Mio. CHF (2012)
Gewinn 194 Mio. CHF (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 4559 Mio. CHF (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Befestigungstechnik
Website www.hilti.com

Die Hilti AG ist ein liechtensteinischer Werkzeughersteller mit Hauptsitz in Schaan. Das Unternehmen, das mit seinem elektro-pneumatischen Bohrhammer hohe Bekanntheit erlangt hat, ist Spezialist für die Befestigungstechnik. Die Hilti AG beschäftigt weltweit rund 21‘000 Personen, davon ca. 1‘900 in Liechtenstein, womit es der grösste Arbeitgeber des Fürstentums ist.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1941 gründeten die Brüder Martin (1915–1997) und Eugen Hilti (1911–1964) in Schaan im Fürstentum Liechtenstein, wo sich noch heute der Hauptsitz befindet, die Maschinenbau Hilti OHG als Zulieferer für die deutsche Rüstungsindustrie. Bei der Produktion der Hilti OHG handelte es sich teils um funktional kriegswichtige Güter wie Bestandteile für Panzermotoren, teils um Kriegsmaterial wie Elemente von Geschosszündern. Beliefert wurden vor allem die Rüstungsfirmen Maybach-Motorenbau in Friedrichshafen und die Robert Bosch GmbH in Stuttgart.[1]

Die Produktion startete mit sechs Mitarbeitern, bis zum Kriegsende stieg die Belegschaft auf 91. Mit dem Zusammenbruch des deutschen Reiches geriet die Hilti OHG aufgrund erheblicher Außenstände in wirtschaftliche Schwierigkeiten und beinahe in Konkurs. Erst 1950 konnte mit dem Einstieg in die Befestigungstechnik ein erfolgreicher wirtschaftlicher Neuanfang geschafft werden.[2]

1952 brachte Hilti das erste selbstentwickelte Direktbefestigungsgerät Perfix auf den Markt und entwickelte sich zunehmend in Richtung Befestigungstechnik. Im Jahr 1960 wurde die Maschinenbau Hilti OHG schliesslich in die Maschinenbau Hilti Aktiengesellschaft umgewandelt.

Elektropneumatische Bohrhämmer[Bearbeiten]

1967 startete mit der Hilti TE 17 die wohl bekannteste Produktreihe des Unternehmens: die kleinen elektropneumatischen Bohrhämmer der 5-kg-Klasse. Es handelt sich um Elektrowerkzeuge, die zwar grösser als eine Elektro-Handbohrmaschine sind, aber besonders effektiv und mit wenig Anpresskraft des Anwenders in Beton bohren können und sich deswegen in der Baubranche schnell verbreiten konnten. Dieses Bohrprinzip wurde ursprünglich vom weit älteren Elektrowerkzeughersteller C. & E. Fein bereits 1914 patentiert. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Patent nicht weiter verlängert. So war es für viele Hersteller, allen voran die Firma Bosch, zugänglich. Bei einer Schlagbohrmaschine gleiten zwei Ratschen mechanisch übereinander – die Schlagwirkung wird nur durch den Druck des Anwenders erreicht. Wesentlich effizienter, kraftsparender und anwenderfreundlicher ist das elektropneumatische Prinzip: Ein Exzenter setzt die Rotationsbewegung des Elektromotors in Hubbewegungen eines Erregerkolbens um. Über ein Luftpolster zwischen dem Erregerkolben und dem Flugkolben (dem eigentlichen Hammer) wird dieser einige 1000 Mal pro Minute gegen den Schlagbolzen (Döpper) geschleudert, der wiederum den Impuls auf den Bohrer oder Meissel weitergibt, so dass dieser das sich vor der Schneide befindliche Material (Stein, Beton) zertrümmert. Die Schlagenergie ist dabei nur wenig abhängig von der Anpresskraft des Anwenders; es muss nur verhindert werden, dass per Rückschlag statt des Bohrers/ Meissels der Bohrhammer bewegt wird.

Das Unternehmen heute[Bearbeiten]

Hauptsitz der Hilti AG in Schaan

Die Hilti AG beschäftigte Ende 2012 21'139 Mitarbeiter (Jahr 2011: 21'848) und unterhielt Niederlassungen in über 120 Ländern. Der Reingewinn betrug im Jahr 2012 194 Mio. CHF (nach 97 Mio. im Jahr 2011) und der Nettoumsatz belief sich 2012 auf rund 4.2 Mrd. CHF.[3]

Alle stimmberechtigten Aktien sind im Eigentum des Martin Hilti Family Trust. Zwischen den Jahren 1986 und 2003 wurden stimmrechtslose Partizipationsscheine des Unternehmens an der Börse gehandelt.
Die Familie kaufte 2003 die Partizipationsscheine weitgehend zurück und nahm diese dann von der Börse, wobei den restlichen Anlegern ein Übernahmeangebot gemacht wurde, das fast alle annahmen. Mittlerweile sind 99 % der Anteile im Vermögen des Hilti-Familientrusts. Von 1990 an stand Michael Hilti, der Sohn des Gründers Martin Hilti, an der Spitze der Hilti AG. Seit dem Jahr 2007 ist Michael Hilti nur noch einfaches Mitglied des Verwaltungsrats, dessen Leitung heute der bis Ende 2006 amtierende Vorstandsvorsitzende Pius Baschera übernommen hat. Der ehemalige Technikvorstand Bo Risberg rückte gleichzeitig an die Spitze des Vorstands nach.[4] Im März 2013 kündigte das Unternehmen den Rücktritt Risbergs altershalber zum Ende des Jahres an. Ab 2014 wird Finanzchef Christoph Loos das Unternehmen leiten.[5] Die Hilti AG wurde 2003 für das hohe Niveau der Unternehmenskultur mit dem renommierten Carl-Bertelsmann-Preis ausgezeichnet. Die Hilti Foundation fördert unter anderem meeresarchäologische Projekte.

Niederlassungen[Bearbeiten]

Der Hauptsitz der Hilti-Gruppe befindet sich in Schaan im Fürstentum Liechtenstein. Die Hauptniederlassung von Hilti Deutschland befindet sich in Kaufering, im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Die Zentrale von Hilti Österreich befindet sich in Wien und die der Hilti Schweiz in Adliswil.

Verkaufsstelle der Hilti AG in New York

Vertrieb[Bearbeiten]

Der Vertrieb der Produkte erfolgt über eigene Fachberater, Telefon/Fax, online über die Hilti-Homepage und über eigene Shops, genannt Hilti Center. In Deutschland besteht darüber hinaus eine Kooperation mit der Handelskette Raab Karcher Baustoffe, wo es kleine Hilti Center mit dem Namen Hilti ProShops gibt. Die Produkte werden vorwiegend an Personen mit Gewerbeschein verkauft. Ein besonderer Service ist das Hilti Flottenmanagement, bei dem sich die Kunden die Geräte nicht kaufen müssen, sondern zu einem monatlichen Fixpreis mieten können (inkl. aller Reparatur- und Wartungskosten).

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Mit der Bohr- und Abbruchtechnik ist Hilti einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Hilti hat jedoch ein wesentlich breiteres Produktspektrum, das aus insgesamt 15 Geschäftsfeldern besteht: [6]

  • Direktmontagesysteme (seit 1948)
  • Bohrmontage (seit 1964)
  • Dübeltechnik (seit 1967)
  • Diamantbohrtechnik (seit 1982)
  • Abbruchsysteme (seit 1982)
  • Chemische Anker (seit 1983)
  • Schraubtechnik (seit 1985)
  • Bauchemie mit diversen Brandschutz- und Schaumsystemen (seit 1986)
  • Akkubetriebene Bohrgeräte (seit 1989)
  • Installationssysteme (1991 erweitert)
  • Laser-Messsysteme (seit 1998)
  • Trenn- und Schleifgeräte (seit 1998)
  • Untertage- und Bergbau (seit 2003)
  • Bereich Energie (seit 2003)
  • Bereich Solar (seit 2008)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nzz.ch/2006/04/01/pl/articlednxi6_1.22512.html
  2. Peter Geiger et al.: Frage zu Liechtenstein in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg: Flüchtlinge, Vermögenswerte, Kunst Rüstungsproduktion. Vaduz, Zürich 2005
  3. Geschäftsbericht 2012 (PDF; 3,3 MB). Seite 5. Abgerufen am 16. März 2013.
  4. Bo Risberg, in: Internationales Biographisches Archiv 27/2008 vom 1. Juli 2008, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  5. Hilti-Chef Bo Risberg tritt altershalber Ende Jahr zurück. Abgerufen am 24. August 2013.
  6. Geschäftsbericht 2010 (PDF; 7,5 MB). Seite 20. Abgerufen am 26. Juni 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hilti – Sammlung von Bildern