Honne und Tatemae

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Honne und Tatemae sind japanische Wörter, die anerkannte Phänomene der japanischen Gesellschaft bezeichnen.

Bedeutung[Bearbeiten]

Honne (jap. 本音) bezieht sich auf die wahren Gefühle und Wünsche einer Person. Diese können entgegengesetzt dem sein, was seitens der Gesellschaft erwartet wird, oder was entsprechend der Position einer Person und der Umstände traditionell erforderlich ist. Diese Wünsche werden oft verborgen gehalten, außer gegenüber den engsten Freunden.

Tatemae (建前, „Maskerade“) ist das Verhalten und die Äußerungen in der Öffentlichkeit und entspricht den Erwartungen der Gesellschaft, der Position der Person und den Umständen. Sie muss daher nicht der honne entsprechen. Dies wird oft durch Lächeln oder eine bewusst ausdruckslose Mimik maskiert.

Problematik im Alltag[Bearbeiten]

Die Unterscheidung zwischen Honne und Tatemae ist ein universelles Phänomen in der menschlichen Gesellschaft, und die Lösung der damit verbundenen Widersprüche ist Teil der Reife beim Erwachsenwerden.

Zeitgenössische Erscheinungen in Japan wie Hikikomori und parasitäre Singles werden als Beispiele für die wachsenden Probleme der japanischen Kultur mit einer neuen Generation angesehen, die unfähig ist, mit der zunehmenden Komplexität von Honne und Tatemae in einer zunehmend kapitalistisch geprägten Gesellschaft zurechtzukommen.

Quellen[Bearbeiten]

  • Andreas Schlieper: Die Nähe fremder Kulturen. Parallelen zwischen Japan und Deutschland. Campus Fachbuch, 1997, ISBN 3593358611
  • Stephan Schödel: Wechselwirkungen zwischen Kultur, Vertrauen und Management am Beispiel Japans und Deutschlands. Deutscher Universitätsverlag, 2005, ISBN 3835000101

Weblinks[Bearbeiten]