Ida (Hinduismus)

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Ida (Sanskrit, f. इडा iḍā  „Labetrank“ [1]) oder Ila (इळा Iļā) ist eine hinduistische Göttin, der verschiedene Mythen und Funktionen zugeschrieben wurden. Ida wechselte mehrmals das Geschlecht und nahm als Mann den Namen Sudyumna an (Sanskrit सुद्युम्न m. [2]).

Rigveda[Bearbeiten]

Im Rigveda, der ältesten hinduistischen Überlieferung, ist Ida die Personifizierung des Opfers aus Milch und Butter. Sie bildet in den vedischen Apri-Hymnen zusammen mit Sarasvati und Mahi oder Bharati eine Trinität (Dreifaltigkeit).[3]

Ramayana[Bearbeiten]

Nach einer Erzählung im Epos Ramayana war Ida, Sohn von Kardama, der König von Bahli. Als er den Hain betrat, wo Shiva in weiblicher Gestalt meditierte, wurde Ida in eine Frau verwandelt. Daraufhin wurde sie die Frau von Budha (dem Planeten Merkur) und durch ihn Mutter des Pururavas. Nach einem Pferdeopfer wurde Ida wieder zum Mann zurückverwandelt.[3]

Puranas[Bearbeiten]

In der puranischen Überlieferung gilt Ida als Tochter des Manu Vaivasvata. Als dieser den Göttern Mitra und Varuna ein Opfer mit der Bitte um einen Sohn darbrachte, unterlief dem ausführenden Priester ein Fehler und statt eines Sohnes wurde Manu eine Tochter geboren, die er Ida nannte. Durch die Gnade der Götter Mitra und Varuna wurde sie in einen Mann verwandelt und Sudyumna genannt. Doch ein Fluch Shivas verwandelte ihn wieder zur Frau, die dann Budha heiratete und somit über den gemeinsamen Sohn (Pururavas) zur Stammmutter der Monddynastie wurde. Nach der Geburt von Pururavas verwandelte Vishnu Ida wieder in den Mann Sudyumna, der Vater von drei Söhnen wurde.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • George Mason Williams: Ida: A goddess. Ila: Daughter of Vaivasvata-Manu and Sraddha. In: Derselbe: Handbook of Hindu Mythology. ABC-CLIO, Santa Barbara 2003, ISBN 1-57607-106-5, S. 155–156 (englisch; Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  • Devdutt Pattanaik: The Man Who Was a Woman and Other Queer Tales from Hindu Lore (= Haworth gay & lesbian studies). Harrington Park Press, Routledge 2002, ISBN 1-56023-180-7, S. 41–48: Pregnant Kings (englisch; Ila als „schwangerer König“; Voransichten in der Google Buchsuche).
  • Wendy Doniger: Transformation of Subjectivity and Memory in the Mahabharata and the Ramayana. In: David Shulman, Guy S. Stroumsa (Hrsg.): Self and Self-Transformations in the History of Religions. Oxford University Press, New York u. a. 2002, ISBN 0-19-514450-3, S. 57–72 (englisch; Ilas Wandlung vom Mann zur Frau; Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  • J. C. Heesterman: The Broken World of Sacrifice. An Essay in Ancient Indian Ritual. University of Chicago Press, Chicago 1993, ISBN 0-226-32301-3 (englisch; Ida als Göttin der Opferspeise wird durch die Kuh repräsentiert; Leseproben in der Google Buchsuche).
  • Lexikoneintrag: Ida, RV auch Ila („Labetrank“). In: Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.): Wörterbuch der Mythologie. Band 5: Götter und Mythen des indischen Subkontinents, Klett-Cotta, Stuttgart 1984, ISBN 3-12-909850-X, S. 85–86 (Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  • Wendy Doniger O’Flaherty: Women, Androgynes, and Other Mythical Beasts. University of Chicago Press, Chicago 1980, ISBN 0-226-61849-8, S. 303–306 (englisch; Hintergründe zu Ilas Geschlechtswandlungen; Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  • Ida. In: John Dowson: A classical dictionary of Hindu mythology and religion, geography, history, and literature. London 1879, S. 122–123.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. iḍā. In: Monier Monier-Williams: Sanskrit-English Dictionary. Clarendon Press, Oxford 1899, S. 164, Sp. 2 – 164, Sp. 3.
  2. sudyumna. In: Monier Monier-Williams: Sanskrit-English Dictionary. Clarendon Press, Oxford 1899, S. 1225, Sp. 2.
  3. a b Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.) Götter und Mythen des indischen Subkontinents (= Wörterbuch der Mythologie, Abteilung 1, Die alten Kulturvölker. Band 5). Klett-Cotaa, Stuttgart 1984, ISBN 3-12-909850-X, S. 85–86 (Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  4. Ida. In: John Dowson: A classical dictionary of Hindu mythology and religion, geography, history, and literature. London 1879, S. 122–123.