James Bond 007 – Im Angesicht des Todes

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Filmdaten
Deutscher Titel James Bond 007 – Im Angesicht des Todes
Originaltitel A View to a Kill
Logo avtak de.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich, USA
Originalsprache Englisch, Französisch, Russisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Glen
Drehbuch Richard Maibaum,
Michael G. Wilson
Produktion Albert R. Broccoli,
Michael G. Wilson
Musik John Barry,
Titelsong: Duran Duran
Kamera Alan Hume
Schnitt Peter Davies
Besetzung
Synchronisation

James Bond 007 – Im Angesicht des Todes (Originaltitel: A View to a Kill) ist der 14. von Eon Productions produzierte James-Bond-Film. Zum siebten und letzten Mal trat Roger Moore als MI6-Agent auf. Sein Gegenspieler ist der von Christopher Walken gespielte Max Zorin. Die weiblichen Hauptrollen sind Stacey Sutton, gespielt von Tanya Roberts, und May Day, gespielt von Grace Jones. Als Sir Godfrey Tibbett spielte zudem Patrick Macnee (Mit Schirm, Charme und Melone) mit. Zum dritten Mal war John Glen für die Regie verantwortlich.

Handlung[Bearbeiten]

Kreis-Logo von Zorins Industrie-Imperium

Ein in Frankreich entwickelter Mikrochip, der gegenüber elektromagnetischer Strahlung einer nuklearen Explosion gänzlich unempfindlich sein soll, fällt in die Hände des KGB. Auf der Suche nach den Hintergründen wird 007 auf den französischen Großindustriellen Max Zorin angesetzt. Dieser gilt in Regierungskreisen als integer, wird jedoch vom Secret Service kritisch beäugt, weil seine Rennpferdezucht verdächtig häufig Siegertiere hervorbringt, die in Kennerkreisen als minderwertig gelten. Als Pferdeliebhaber getarnt, begibt er sich unter dem Decknamen James St. John Smythe (sprich: Sin-Dschin-Smeith) gemeinsam mit Sir Godfrey Tibbett, einem MI6-Mitarbeiter, der sich als Bonds Chauffeur ausgibt, zu einer von Zorins Zuchtschauen auf dessen eigenem Schloss. Sie entdecken dort, dass raffiniert gesteuerte Mikrochips die Pferde zum Sieg führen. Durch elektrische Impulse steuern diese die natürliche (und dadurch nicht nachweisbare) Produktion von Steroiden in den Pferden und unterdrücken so die Müdigkeit während eines Pferderennens.

Zorins Pferdegestüt dient als Deckmantel zum Horten der weltweit überschüssigen Mikrochip-Produktion. Um allein den Weltmarkt zu kontrollieren, plant Zorin, die Vormachtstellung des größten Mikrochip-Firmen-Konglomerats im Silicon Valley zu brechen. An Zorins Seite kämpft die extravagante May Day.

Von dem CIA-Verbindungsmann Chuck Lee erfährt Bond, dass Zorins Zuchtberater Dr. Carl Mortner nicht nur Tiere mit Steroiden behandelte. Der deutsche Wissenschaftler, der eigentlich Hans Glaub heißt, führte für den KGB Tests an Embryonen durch. Er testete während des Zweiten Weltkrieges die Präparate an schwangeren Frauen und gelangte nach dem Krieg zum KGB. Die Experimente hatten das Resultat, dass einige der Kinder einen phänomenalen IQ hatten, aber schizoid zur Welt kamen und in weiterer Folge zu Psychopathen wurden. Zorin ist selbst eines dieser Wunderkinder.

In Amerika trifft Bond die Geologin Stacey Sutton. Nachdem Bond im Rathaus von San Francisco Mr. Howe, Staceys Vorgesetzten, trifft, folgt er Stacey nach Hause. Als sie ihn entdeckt und zur Rede stellen will, werden beide von Zorins Leuten angegriffen. Zorin hat Interesse an den Pipelines der Sutton-Oil-Gesellschaft, die Staceys verstorbener Vater ihr vererbte. Zusammen mit ihr wird Bond nun Zorins Plan klar. Zorin plant, eine Bombe unterirdisch an einer Schwachstelle des San-Andreas-Grabens zu zünden. Die großen Mengen Wasser, die er zuvor durch die Pipelines in den San-Andreas-Graben gepumpt hat, würden dann springflutartig Silicon Valley überfluten und zerstören. Dies würde aber wie eine Naturkatastrophe infolge von Erdbeben aussehen. Kleinere Erdbeben, künstlich ausgelöst durch die Pumparbeiten, werden von Bond und Stacey als Beweis für ihre Theorie interpretiert. Sie fahren nach San Francisco, um die Stadtverwaltung zu warnen, wo sie jedoch auf taube Ohren stoßen und Stacey entlassen wird.

Gemeinsam mit Chuck Lee beraten sie das weitere Vorgehen. Stacey und Bond wollen erneut ins Rathaus fahren, um sich im Grundbuchamt Karten der Umgebung zu besorgen. Bevor sie losfahren, wird Lee in seinem Wagen ermordet. Im Archiv des Rathauses werden sie von Zorin überrascht, der Howe zwingt, einen Notruf abzusenden und ihn anschließend erschießt. Zorin sperrt Bond und Stacey in den Fahrstuhl ein und legt Feuer im Gebäude. Beide können jedoch entkommen, werden aber festgenommen. Nach der spektakulären Flucht mit einem Feuerwehrfahrzeug quer durch San Francisco dringen sie in Zorins Mine ein, die direkt am San-Andreas-Graben liegt.

Beim Showdown in der Mine löst Zorin eine Explosion aus, die die Mine flutet. Durch das Wasser und MP-Salven von Zorin werden fast alle seine Untergebenen getötet. May Day entkommt und wechselt aufgrund dieses Mordversuches die Seite. Gemeinsam mit Bond bringt sie den Sprengsatz außerhalb der Mine zur Explosion und opfert dabei ihr Leben. Zorins Plan ist damit gescheitert. Zorin kidnappt Stacey mit seinem Luftschiff, Bond kann jedoch ein herabhängendes Seil fassen und mitfliegen. Zorin plant, Bond in voller Fahrt an der Spitze der Golden Gate Bridge zu zerschmettern, Bond gelingt es aber, den Aufprall abzufedern und im Gegenzug Zorins Luftschiff an einem der Brückenpfeiler festzubinden, sodass dieser nicht mehr flüchten kann. Nach einem letzten Kampf mit Bond stürzt Zorin vom Brückenpfeiler in den Tod. Auch dessen „Vater“ Mortner stirbt nach einem letzten Versuch, Bond mit Dynamit zu töten, als die Sprengladung im Luftschiff explodiert. Für seine Verdienste erhält Bond als erster Nicht-Sowjetbürger den Lenin-Orden. Die Handlung endet damit, dass der MI6 nach Bond sucht, da dieser nach der Aktion auf der Golden Gate Bridge vermisst wird. Schließlich gelingt es aber Q, den Geheimagenten mittels eines Kameraroboters aufzuspüren: Er befindet sich mit Stacey in deren Haus unter der Dusche. Bond wirft am Ende ein Handtuch über den spionierenden Roboter, um die unerwünschte Videoübertragung zum MI6 zu unterbrechen.

Produktion[Bearbeiten]

Drehbuch[Bearbeiten]

Der Regisseur John Glen wünschte sich George MacDonald Fraser als Drehbuchautor, der bereits bei Octopussy am Drehbuch mitgeschrieben hatte, doch er war nicht verfügbar. Also war es wieder einmal Richard Maibaum, der in Zusammenarbeit mit dem Ausführenden Produzenten Michael G. Wilson ein Drehbuch ausarbeitete. In den letzten Jahren war Computertechnologie immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, daher entschloss man sich, die Geschichte von der geplanten Zerstörung des Silicon Valley handeln zu lassen.[1]

In einem frühen Drehbuchentwurf sollte das Silicon Valley noch dadurch zerstört werden, dass der Bösewicht die Umlaufbahn des Halleyschen Kometen ändert. Diese Idee wurde jedoch verworfen, da man sie für zu phantastisch hielt und keinen Bond-Film produzieren wollte, der der Realität ähnlich weit entrückt war wie die der späten 1970er Jahre.[1]

Titel[Bearbeiten]

Der Film trägt den Namen von Ian Flemings Kurzgeschichte From a View to a Kill (dt. Tod im Rückspiegel), zu dem er sich von dem Jagdlied D’Ye Ken John Peel inspirieren ließ, in dem es heißt: „From the drag to the chase. From the chase to the view. From the view to a death in the morning.“[2] Film und Kurzgeschichte haben außer Paris als Ort der Handlung keine Gemeinsamkeiten.

Als Zorins Zeppelin über die Golden Gate Bridge fliegt, sagt May Day im englischen Original: „Wow, what a view!“ Zorin antwortet darauf: „…to a kill!“[2]

Während im Abspann von Octopussy noch From a View to A Kill als Titel des nächsten James-Bond-Films angekündigt wird, wurde der Titel später zu A View To A Kill verkürzt.[2]

Besetzung[Bearbeiten]

Nachdem Roger Moores ursprünglich für drei Bond-Filme geschlossener Vertrag mit Der Spion, der mich liebte erfüllt war, verhandelte er jeden der folgenden Bond-Filme einzeln. Daher stand mit Beginn der Vorproduktion von Im Angesicht des Todes erneut nicht zweifelsfrei fest, ob er noch einmal die Hauptrolle spielen würde. Wie bereits bei In tödlicher Mission und Octopussy ließ Moore auch diesmal im Vorfeld verlauten, den Bond nicht noch ein weiteres Mal spielen zu wollen und genau wie zuvor konnte man ihn letztlich doch davon überzeugen, wohl nicht zuletzt durch eine abermals erhöhte Gage. Dieses Mal einigte Moore sich mit Broccoli jedoch bereits im Vorfeld darauf, dass dies sein definitiv letzter Bond-Film sein würde.[1]

Als Bonds Gegenspieler Max Zorin wurde der Schauspieler Christopher Walken besetzt, der für den 1978 erschienenen Film Die durch die Hölle gehen einen Oscar in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ erhalten hatte. Er war der erste Schauspieler in einem Bond-Film, der bereits einen Oscar gewonnen hatte. Für die Rolle waren angeblich auch Lee Van Cleef,[1] Rutger Hauer[1] und David Bowie[3] im Gespräch.

Bond zur Seite stellte man Patrick Macnee in der Rolle des Sir Godfrey Tibbett, der bereits zuvor mit Roger Moore in dem Fernsehfilm Sherlock Holmes in New York (1976), sowie dem Kinoerfolg Die Seewölfe kommen (1980) gespielt hatte. Angeblich empfahl Moore Macnee den Produzenten und war sehr erfreut, dass er wieder mit ihm zusammenarbeiten konnte.[1] Macnee hatte bereits in der Fernsehserie Mit Schirm, Charme und Melone einen Agenten des britischen Geheimdienstes dargestellt, durch seinen Auftritt in Im Angesicht des Todes trat er in die Fußstapfen seiner Mit Schirm, Charme und Melone-Kolleginnen Honor Blackman und Diana Rigg, welche bereits vor ihm Rollen in zwei verschiedenen Bond-Filmen übernommen hatten.

Das neue Bond-Girl Stacy Sutton wurde von der aus Drei Engel für Charlie bekannten Tanya Roberts dargestellt.

Außerdem wurden Grace Jones als May Day und Lois Maxwell als Miss Moneypenny besetzt.

Dolph Lundgren absolviert seinen ersten kurzen Leinwandauftritt als einer von General Gogols KGB-Agenten. Er besuchte seine damalige Freundin Grace Jones am Set und wurde vom Regisseur gebeten, die kleine Rolle zu übernehmen.[4]

Als Regisseur wurde erneut John Glen verpflichtet.

Titelsequenz[Bearbeiten]

Für die Titelsequenz war erneut Maurice Binder verantwortlich. Zum ersten Mal wurde am Ende des Films der Titel des nächsten geplanten Bond-Streifens nicht angekündigt.

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Englisches Original-Logo des Films

Die Dreharbeiten begannen im Juli 1984[1] und dauerten bis zum 14. Januar 1985.[5]

Am 27. Juni 1984 war die für Der Spion der mich liebte erbaute „007 sound stage“ niedergebrannt, in der für den Herbst Dreharbeiten zu Im Angesicht des Todes vorgesehen waren. Man entschied sich zum Wiederaufbau. Am 7. Januar konnte sie offiziell wiedereröffnet werden und bekam den neuen Namen „Albert R. Broccoli 007 stage“. Sie wurde als Drehort für Zorins Minenkomplex genutzt.[1]

Für die Aufnahmen der in Sibirien spielenden Einleitungssequenz war Willy Bogner verantwortlich, mit dem die Produzenten seit Im Geheimdienst Ihrer Majestät bereits mehrfach zusammengearbeitet hatten. Er nahm die Szenen in 10 Tagen an einem See am Gletscher Vatnajökull sowie in der Nähe von Höfn auf. Beide Drehorte liegen in Island. Weitere Szenen der Einleitungssequenz entstanden auf dem Gletscher Vadretta di Scersen Interferiore im Kanton Graubünden in der Schweiz.[6]

Das von Zorin im Finale verwendete Luftschiff war ein SkyShip 500.

Der Rolls-Royce Silver Cloud, welcher im Film von Sir Godfrey Tibbett gefahren wird, gehörte dem Produzenten Albert R. Broccoli, welcher den Wagen für den Film zur Verfügung stellte. Der von Zorin und May Day im See versenkte Wagen war ein Nachbau.

Maud Adams absolvierte einen Cameo-Auftritt. Während der Hafenszene, als Bond mit Chuck Lee spricht, ist sie im Hintergrund als Statistin zu sehen. Adams war als Besucherin am Set, als Regisseur Glen sie spontan als Statistin einsetzte.[7]

Kurz vor der Veröffentlichung wurde die real existierende Firma Zoran, die Mikrochips herstellt, auf den Namen „Zorin“ aufmerksam, und richteten eine Beschwerde an die Produzenten des Filmes, die den Namen in Unkenntnis von „Zoran“ gewählt hatten, und so gibt es im Vorspann (zumindest in der englischen und einigen übersetzten Versionen) den Hinweis, dass es keine Verbindung zwischen der „Zoran Corporation“ und der fiktiven Firma des Max Zorin gibt.[1]

Drehorte[Bearbeiten]

Der Eiffelturm, Drehort des spektakulären Fallschirmsprungs.
Die Golden Gate Bridge, Schauplatz des Finales.

In folgenden Ländern wurde gedreht:[8]

Gadgets[Bearbeiten]

  • Ein als Eisberg getarntes Minischiff.
  • Wanzenfinder (als Rasierapparat getarnt) zum Aufspüren von elektronischen Abhörgeräten.
  • Eine elektronische „Kreditkarte“, um Alarmanlagen auszuschalten.
  • Eine ferngesteuerte Überwachungs-„Ente“ mit der Q 007 zum Schluss beim Tête-à-tête unter der Dusche besucht.
  • Eine Kamera, in Bonds Ring integriert.
  • Ein Utensil getarnt im Design einer bekannten Modefirma, mit der Bond ein Durchschlagsexemplar von Zorins Scheckbuch macht.
  • Eine Spezialbrille (Polarisationsfilter), mit der Bond verspiegelte Fenster entspiegeln kann.

Filmmusik[Bearbeiten]

Die Filmmusik wurde zum wiederholten Male von John Barry komponiert. Er schrieb das Titellied gemeinsam mit der britischen Popgruppe Duran Duran, die es auch interpretiert. Es ist das bisher einzige Bond-Titellied, das Platz 1[9] in den US-amerikanischen Charts erreicht hat. In den britischen Charts erreichte das Lied Platz 2,[9] es ist damit gemeinsam mit Adeles Skyfall auch das bisher höchstplatzierte Bond-Titellied in den britischen Charts.

Im Film werden ebenfalls die Stücke California Girls in einer Coverversion der Band Gidea Park und Die vier Jahreszeiten von Vivaldi in einer Interpretation von Trevor Pinnock and The English Concert gespielt, sind jedoch nicht auf dem Soundtrack enthalten.[9][10]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack erschien erstmals 1985 bei EMI Records auf LP und CD. In den US-amerikanischen Album-Charts erreichte er Platz 38.[11] Die LP Fassung hatte die Besonderheit, dass sie mit einem damals neuen digitalen Tonverfahren hergestellt wurde, was extra auf ihr vermerkt war. Nach dem 40. James Bond Jubiläum wurde 2003 eine neue aufgearbeitete Fassung von Capitol Records veröffentlicht.

Originalauflage
  1. Main Title - A View To A Kill (03:36) gesungen von Duran Duran
  2. Snow Job (02:29)
  3. May Day Jumps (02:52)
  4. Bond Meets Stacy (a View to a Kill) (02:32)
  5. Pegasus Stable (03:24)
  6. Tibbett Gets Washed Out (01:43)
  7. Airship to Silicon Valley (02:34)
  8. He's Dangerous (02:17)
  9. Bond Underwater (02:36)
  10. Wine With Stacy (a View to a Kill) (01:55)
  11. Bond Escapes Roller (01:25)
  12. Destroy Silicon Valley (02:24)
  13. May Day Bombs Out (03:03)
  14. Golden Gate Fight (03:32)
  15. End Title - A View To A Kill (02:03) gesungen von Duran Duran

Synchronisation[Bearbeiten]

Die Synchronisation führte die Cine Adaption GmbH in München[12] durch. Das Dialogbuch schrieb John Pauls-Harding und Dialogregie führte Michael Brennicke. Bei der Synchronisation entstand in den Minenszenen ein Fehler: Norbert Gastell spricht sowohl Conley als auch den ähnlich aussehenden Vorarbeiter.

Rolle Schauspieler Deutsche Synchronsprecher
James Bond Roger Moore Niels Clausnitzer
Zorin Christopher Walken Heiner Lauterbach
Stacey Tanya Roberts Madeleine Stolze
May Day Grace Jones Sabina Trooger
Tibbet Patrick Macnee Gert Günther Hoffmann
Scarpine Patrick Bauchau Michael Cramer
Chuck Lee David Yip Gudo Hoegel
Pola Ivanova Fiona Fullerton Dagmar Heller
Bob Conley Manning Redwood Norbert Gastell
Jenny Flex Alison Doody Christina Hoeltel
Dr. Mortner Willoughby Gray Manfred Lichtenfeld
Q Desmond Llewelyn Manfred Schmidt
M Robert Brown Wolf Ackva
Moneypenny Lois Maxwell Helga Trümper
Gogol Walter Gotell Herbert Weicker
Frederick Gray Geoffrey Keen Paul Bürks
Aubergine Jean Rougerie Erik Schumann
Howe Daniel Benzali Horst Sachtleben
Kimberly Jones Mary Stavin Eva Kinsky
U.S. Police-Captain Joe Flood Hartmut Neugebauer
O'Rourke Bill Ackridge Joachim Höppner

Die deutsche Synchronfassung wurde aufgrund nationalsozialistischer Bezüge verändert. In der deutschen Fassung ist Zorins Mentor Dr. Carl (oder auch Charles) Mortner tatsächlich ein polnischer Wissenschaftler namens Jan Kopersky, der für den KGB Experimente mit Embryonen durchführte. Im englischen Original war Mortner ein Wissenschaftler der Nationalsozialisten namens Hans Glaub. Dieser nahm während des Zweiten Weltkrieges in Konzentrationslagern Experimente an schwangeren Frauen vor.

In der Szene, in der sich Zorin mit den Geschäftsleuten im Luftschiff befindet (und an anderer Stelle), ist in der deutschen Fassung fälschlicherweise von Silikon als Rohstoff für die Mikrochipproduktion die Rede. Richtig müsste es Silizium (englisch: silicon) heißen.

In der Schlussszene, in der M mit Gogol spricht, ist in der deutschen Synchronfassung bei einem Take Paul Bürks als Synchronstimme von Robert Brown zu hören. Im Off und den übrigen Szenen wird er jedoch von Wolf Ackva gesprochen, während Paul Bürks seinerseits Geoffrey Keen seine Stimme leiht.

Uraufführung[Bearbeiten]

Im Angesicht des Todes war der erste James-Bond-Film, der seine Premiere außerhalb des Vereinigten Königreichs feierte. Sie erfolgte am 22. Mai 1985 in San Francisco. Am 24. Mai startete er in den US-amerikanischen Kinos. Die Europa-Premiere fand am 12. Juni 1985 im „Odeon Leicester Square“ in London in Gegenwart von Prinz Charles und Prinzessin Diana statt.[1] In den bundesdeutschen Kinos startete er am 9. August 1985.[13]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Finanzieller Erfolg[Bearbeiten]

Das Budget betrug geschätzte 30 Mio. US-Dollar. Der Film war ein kommerzieller Erfolg, der allein in den Vereinigten Staaten über 50 Mio. US-Dollar einspielte, blieb aber hinter den Ergebnissen anderer Bond-Filme zurück. Das weltweite Einspielergebnis lag bei ca. 152 Mio. US-Dollar.[5]

Das inflationsbereinigte Einspielergebnis wird weltweit mit 321 Mio. US-Dollar angegeben, was nach Stand von 2011 das zweitschlechteste Ergebnis eines Bond-Films ist. Die Besucherzahlen in Deutschland werden mit 3,4 Millionen angegeben, das entspricht Platz 17 von 23 Bond-Filmen.[14]

Zeitgenössische Kritik[Bearbeiten]

Bereits zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung erhielt Im Angesicht des Todes hauptsächlich negative Kritik, die häufig auf das fortgeschrittene Alter des Hauptdarstellers abzielte.

Claudius Seidl schrieb in der Zeit, „der einst so witzige James Bond verkommt zusehends zur tragikomischen Figur: Das Publikum wird immer jünger […], der Held aber nähert sich dem Rentenalter.“[15] Hellmuth Karasek kritisierte den Film mit den Worten, „[w]as einst mit Witz gegen den damaligen Muff anging, ist inzwischen selbst total vermufft“. Das Drehbuch nannte er „so idiotisch, als ob es sich um einen Original-Fleming in voller Länge handelte.“[16]

Spätere Bewertung[Bearbeiten]

Im Angesicht des Todes war der letzte James-Bond-Film mit Roger Moore in der Hauptrolle. Die Roger-Moore-Ära, die 1973 bei Leben und sterben lassen begonnen hatte, ging nach sieben Filmen zu Ende. Rückblickend stellten Moores Bond-Filme den Humor mehr in den Vordergrund als dies in den früheren oder späteren Filmen der Fall war, „die Bond-Reihe wurde […] zur Agenten-Komödie“.[17]

In Im Angesicht des Todes zeigte sich Roger Moore im Film bereits „sichtlich gealtert“[18] und wurde während der Dreharbeiten von 18 Stuntmen gedoubelt.[19] Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 57 Jahre alte Moore gestand später scherzhaft ein, er sei in dem Film „höchstens 400 Jahre zu alt für die Rolle“ gewesen[20] und äußerte sich auch kritisch über den Film, so sagte er 2012 in einem Interview, er sei schockiert gewesen, „wie viele Schießereien da aneinander gereiht wurden. […] Das war für mich nicht mehr Bond.“[21]

Rückblickend gilt der Film als unterdurchschnittlicher Beitrag zur James-Bond-Reihe, was auch die Platzierungen in verschiedenen Ranglisten der letzten Jahre widerspiegeln.

Die Zeitschrift Entertainment Weekly erstellte 2006, über 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Films, eine Rangfolge der James-Bond-Filme, in der Im Angesicht des Todes als 16. von 21 Filmen abschnitt und die „gute Besetzung“ gelobt wurde.[22]

Fünf Jahre später wurde von den Besuchern der James-Bond-Fanseite MI6-HQ.com über die besten Bond-Filme abgestimmt, wobei Im Angesicht des Todes lediglich den vorletzten Platz erreichte.[23]

Im Jahr 2012 wurden die Bond-Filme von den Lesern des 007 Magazine bewertet. Im Angesicht des Todes belegte den 21. von 24 Plätzen.[24] In einer ebenfalls 2012 veröffentlichten Liste des Rolling Stone nimmt Im Angesicht des Todes Platz 17 von 24 James-Bond-Filmen ein.[20] Etwas besser schneidet der Film in dem 2012 erschienenen Sonderheft 50 Jahre James Bond des Stern ab, wo er mit 3 von 5 Sternen („solide“) bewertet wird. Gelobt werden die Darstellungen von Grace Jones und Christopher Walken.[18] Im selben Jahr wurde Im Angesicht des Todes von dem Magazin Time Out als drittschlechtester der 22 Bond-Filme genannt.[25] Auch Brad Brevet nannte ihn einen der fünf schlechtesten James-Bond-Filme.[26]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Saturn Awards

  • 1986 – Nominierungen in den Kategorien Best Science Fiction Film und Best Supporting Actress (Grace Jones)

Golden Globes

  • 1986 – Nominierung für Best Original Song – Motion Picture

Goldene Himbeere

  • Tanya Roberts erhielt eine Nominierung als Schlechteste Darstellerin.

Goldene Leinwand

  • Auszeichnung 1986 mit der Goldenen Leinwand.

Computerspiele[Bearbeiten]

Logo Computerspiel

Es gab zwei konkurrierende Computerspiele zu dem Film. Das Textadventure James Bond 007: A View to a Kill von Mindscape und das Actionspiel A View to a Kill von Domark.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Production Notes - A View To A Kill auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2012
  2. a b c FAQ for James Bond 007 - Im Angesicht des Todes auf imdb.com (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2012
  3. James Bond Retrospective: A View To A Kill auf whatculture.com (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2012
  4. Trivia - A View To A Kill auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2012
  5. a b Box office / business for James Bond 007 - Im Angesicht des Todes. Auf: imdb.com (englisch). Abgerufen am 8. März 2013.
  6. Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 202.
  7. James Bond Mystery SOLVED: Maud Adams Found in 'A View To A Kill' auf commanderbond.net (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2012
  8. Siegfried Tesche: Der große James Bond-Atlas. Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2008, ISBN 978-3-577-07305-9, S. 52/53
  9. a b c Music (A View To A Kill) auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2012
  10. A View to a Kill auf mjnewton.demon.co.uk (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2012
  11. 'Skyfall' Soundtrack: Highest-Charting Bond Album in 27 Years. Auf: billboard.com (englisch). Abgerufen am 22. März 2013.
  12. Deutsche Synchronkartei
  13. Starttermine für James Bond 007 - Im Angesicht des Todes auf imdb.de, abgerufen am 4. Dezember 2012
  14. Einspielergebnisse weltweit In: Stern-Edition 2/2012, S. 72-73.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatClaudius Seidl: Altersgeschwächt. In: Die Zeit. 9. August 1985, abgerufen am 8. März 2013: „Denn der einst so witzige James Bond verkommt zusehends zur tragikomischen Figur: Das Publikum wird immer jünger (und der Regisseur John Glen kupfert kräftig ab beim Kinderkino Hollywoods, von „Indiana Jones“ bis zu „Superman“), der Held aber nähert sich dem Rentenalter.“
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHellmuth Karasek: Nummer 14. In: Der Spiegel Nr. 32. 5. August 1985, abgerufen am 8. März 2013: „Was einst mit Witz gegen den damaligen Muff anging, ist inzwischen selbst total vermufft. […] Drehbuch und Geschichte sind so idiotisch, als ob es sich um einen Original-Fleming in voller Länge handelte.“
  17. Fünf Jahrzehnte James Bond auf stern.de, abgerufen am 23. Dezember 2012
  18. a b Volltreffer und Rohrkrepierer: sämtliche Bond-Missionen in der Manöverkritik In: Stern-Edition 2/2012 50 Jahre James Bond, S. 64-71.
  19. Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 207.
  20. a b James Bond's Best and Worst: Peter Travers Ranks All 24 Movies auf rollingstone.com (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2012
  21. Roger Moore: „Heute wäre ich nach dem ersten Drehtag tot“ auf mopo.de, abgerufen am 23. Dezember 2012
  22. Countdown: Ranking the Bond Films auf ew.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  23. Best Bond Film Results. auf: mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  24. 007 MAGAZINE readers vote On Her Majesty's Secret Service as greatest ever Bond film! auf: 007magazine.co.uk (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  25. The best and worst James Bond movies: a ranked list auf timeout.com (englisch), abgerufen am 8. März 2013.
  26. Best and Worst of the James Bond Movies. Auf: ropeofsilicon.com (englisch). Abgerufen am 8. März 2013.