Ingram (Franke)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ingram war ein fränkischer Graf des späten 8. Jahrhunderts. Er ist vor allem bekannt als Vater der Kaiserin Irmingard, der zweiten Ehefrau Ludwigs des Frommen.

Über sein Leben ist nicht viel bekannt, mehr über seine Herkunft. Ingram stammt aus einem hochadligen Geschlecht aus dem Haspengau bei Lüttich. Er war ein Neffe von Chrodegang [1], Bischof von Metz (* um 715; † 766) und somit ein Enkel von Chrodegangs Eltern Sigramn und Landrada[2]. Landrada wiederum wird als Schwester des Robertiners Cancor[3], 745/778 bezeugt; † nach 782, und damit als Tochter von Robert I.[4], 722/757 bezeugt; † vor 764, gesehen.

Allerdings erzeugt diese Filiation chronologische Probleme:

  • Irmingard (* 775/780; † 818), deren Vater war
  • Ingram, dessen Onkel war
  • Chrodegang (* um 715; † 766), dessen Eltern waren
  • Sigramn und Landrada, deren Vater
  • Robert (* 722/757 bezeugt; † vor 764) der eher der Generation Chrodegangs zuzuordnen ist und somit schlecht dessen Großvater sein kann.

Schwennicke schlägt alternativ eine zweite Filiation vor, bei der Robert durch dessen Großvater Chrodobertus (Robert) ersetzt wird, der von 653 bis 678 bezeugt, in diesem Jahr 678 allerdings bereits Witwer ist. Sofern nicht eine zweite Ehe postuliert wird, wäre Landrada damit bei der Geburt Chrodegangs um die 40 Jahre oder älter gewesen, was wiederum aus biologischen Gründen zweifelhaft erscheint.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Treffer: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996, Seite 42
  • Paulus Diaconus, Gesta ep. Mettensium, MG SS 2, Seite 267: „ex pago Hasbaniensis oriundus, patre Sigrammo, matre Landrada, Francorum ex genere primae nobilitatis progenuit."
  • Alfred Friese: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert. Klett-Cotta, Stuttgart 1979, Seite 98–103
  • Pierre Riché: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991, Seite 173, 179
  • Rudolf Schieffer: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 93, 114
  • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band II, 1984, Tafel 10–11
  • Karl Ferdinand Werner: Bedeutende Adelsfamilien im Reich Karls des Großen. In: Braunfels Wolfgang: Karl der Große. Lebenswerk und Nachleben. Band I, Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1965, Seite 83–142

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Chrodegang bei mittelalter-genealogie.de
  2. Landrada, a. a. O., hier ist auch (bei Hlawitschka) nachzulesen, dass Landrada keine Tochter Karl Martells war
  3. Cancor, a. a. O., vgl. Friese, Studien
  4. Robert I., a. a. O.