Institut Arbeit und Qualifikation

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Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) ist eine eigenständige wissenschaftliche Einrichtung im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen mit Sitz auf dem Duisburger Campus.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Das IAQ ist im Jahr 2007 aus vier Forschungsschwerpunkten und einem Teil der Wissenschaftler des früheren Instituts Arbeit und Technik (IAT), gegründet worden, das auf Beschluss der Landesregierung neuorganisiert und in die Universität Duisburg-Essen und die FH Gelsenkirchen überführt wurde.

Als Institut der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften an der UDE führt das IAQ die Arbeits- und Bildungsforschung des früheren Instituts Arbeit und Technik (IAT) fort und entwickelt sie weiter.

Struktur[Bearbeiten]

Derzeit arbeiten 46 Mitarbeiter, davon 37 im wissenschaftlichen Bereich, in einer Vielzahl unterschiedlicher Forschungsprojekte. Die Geschäftsführung des IAQ setzt sich zusammen aus Gerhard Bosch (Geschäftsführender Direktor) und Claudia Weinkopf (Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin). Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt in vier Forschungsabteilungen (Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, Bildung und Erziehung im Strukturwandel, Flexibilität und Sicherheit sowie Arbeitsmarkt - Integration - Mobilität), die jeweils einem Abteilungsleiter unterstellt sind.

Wissenschaftliches Profil[Bearbeiten]

Als Zentrum für interdisziplinäre und international vergleichende Forschung in den Sozialwissenschaften richtet das IAQ den besonderen Fokus auf die Bereiche Beschäftigung, Sozial- und Bildungssysteme. Es befasst sich mit Grundlagen- wie auch angewandter Forschung.

Forschungsprojekte[Bearbeiten]

Die folgende Auflistung soll einen Überblick über verschiedene aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte des IAQ geben.

  • Das Informationsportal Sozialpolitik-aktuell bietet Berichte und Stellungnahmen, Gesetze und rechtliche Neuregelungen sowie eine Sammlung von Infografiken & Tabellen zu dem Themenspektrum der Sozialpolitik und sozialen Lage in Deutschland. Ziel dieses (laufend aktualisierten) Angebots ist ein Wissenstransfer an alle Interessierten (z.B. Studierende, Journalisten, Lehrende, Beschäftigte im Sozialwesen, Betriebsräte etc.), der sich nicht nur auf die Vermittlung der Inhalte der Sozialpolitik und der (sozial-)politischen Lage in Deutschland beschränkt, sondern auch die Sozialpolitik der Europäischen Union und die Positionierung der Bundesrepublik innerhalb dieser umfasst.
  • Einfache Tätigkeiten im internationalen Vergleich (Deutsche Länderstudie im Rahmen des internationalen Forschungsverbundes "Future of Work in Europe and USA - Opportunity in the workplace")[1][2][3]
    Im Rahmen dieser Studie hat das IAQ die Entwicklung und Verbreitung von Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland analysiert und den internationalen Vergleich der fünf Länderstudien zwischen internationalen Wissenschaftlern koordiniert. Die Ergebnisse wurden von der auftraggebenden Russell-Sage-Foundation veröffentlicht.
  • Das Projekt Altersübergangs-Monitor hat zum Ziel, betrieblichen und gesellschaftlichen Akteuren ein repräsentatives und möglichst zeitnahes Bild vom Übergangsgeschehen zwischen der Erwerbs- und der Ruhestandsphase zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden verschiedene Datenquellen analysiert, systematisch aufeinander bezogen und im Kontext der Veränderung institutioneller Rahmenbedingungen interpretiert. Ergebnisse des von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Forschungsnetzwerk Alterssicherung geförderten Projektes werden in unregelmäßiger Folge im Altersübergangs-Report publiziert.
  • Armut und soziale Ausgrenzung in ländlichen Regionen / Poverty and Social Exclusion in Rural Areas. Die Studie beschreibt und bewertet das Phänomen Armut und soziale Ausgrenzung in den ländlichen Gebieten der EU. Die Auswirkungen entsprechender politischer Maßnahmen wird auch untersucht, insbesondere Maßnahmen im Rahmen von Programmen zur regionalen oder ländlichen Entwicklung, die mit Unterstützung durch die EU-Strukturfonds eingeleitet wurden.[4]
  • Women in Low-Skill Work. Ziel der Studie im Auftrag des Europäischen Parlamentes war es, die Entwicklung bestimmter Dienstleistungsbereiche zu beleuchten und verschiedene Dimensionen von Beschäftigungsqualität aus einer Gender-Perspektive zu untersuchen. Dabei wurden schwerpunktmäßig folgende Branchen analysiert: Gastronomie, Reinigungsgewerbe, Kinderbetreuung, Pflegedienstleistungen und Einzelhandel.[5]

Darüber hinaus sind aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Niedriglohn, Mindestlohn[6], die Umsetzung des SGB II, Arbeitssituation von Frauen[7][8], der Wandel von Arbeit in der Gesellschaft[9][10], Saison-Kurzarbeitergeld oder Organisationsentwicklung in der Kinderbetreuung[11] Gegenstand aktueller Forschungsprojekte, wobei die Ergebnisse regelmäßig von einer breiten Presse aufgegriffen werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • IAQ-Report: Periodisch erscheinende elektronische Publikation zu aktuellen Forschungsergebnissen aus dem IAQ

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online, 18. April 2008: Niedriglohnsektor in Deutschland wächst rasant
  2. Chinapost, 19. April 2008: One German in five paid 'low wages'
  3. Daily Times Pakistan, 20. April 2008: More than one in five paid ‘low wages’ in Germany: report (Version vom 22. Mai 2009 im Internet Archive)
  4. Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der Europäischen Kommission: Study on poverty and social exclusion in rural areas
  5. Study requested by the European Parliament's committee on Women's Rights and Gender Equality: Women in low-skill work
  6. FAZ, 19. Januar 2014: Mindestlohn-Debatte: Viele Akademiker erhalten nur Niedriglöhne
  7. Spiegel Online, 1. Dezember 2008: Arbeitszeit von Müttern deutlich gesunken
  8. FR-Online, 1. Dezember 2008: Studie: Deutschland bremst Frauen aus
  9. Handelsblatt, 30. Januar 2007: Moderne Butler
  10. Manager-Magazin, 1. Februar 2007: Teamplayer gesucht
  11. Projekt LEA: Lernen-Erfahren-Austauschen. Benchmarking in Kindertageseinrichtungen