Interpersonelle Psychotherapie

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Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) ist eine Kurzzeit-Psychotherapie, die in den 1970er und 1980er Jahren als ambulanter Behandlungsansatz für Erwachsene mit mittelgradigen bis schweren, nicht-wahnhaften Störungen entwickelt wurde. Sie basiert auf der Interpersonalen Theorie von Harry Stack Sullivan. Im Verlauf der letzten dreißig Jahre hat eine Reihe von Studien die Wirksamkeit der IPT bei der Depressionsbehandlung belegt.[1] Obwohl sie ursprünglich als individuelle Therapie für Erwachsene konzipiert war, wurde sie auch an die Arbeit mit Jugendlichen und Patienten im Involutionsalter (Rückbildungsalter – etwa ab dem 45. Lebensjahr) sowie für den Einsatz bei der Paarberatung angepasst. Sie kommt bei Bipolaren Störungen ebenso zur Anwendung wie bei der Bulimie und bei der Wochenbettdepression.

Obwohl die IPT in psychodynamischen Theorien wurzelt, greift sie auch kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze auf, zum einen durch ihre zeitliche Begrenzung, zum anderen durch den Gebrauch von Hausaufgaben, strukturierten Patienteninterviews und abschließender Effektivitätskontrolle.

Die Interpersonelle Psychotherapie wurde von Gerald Klermann et al. anfangs als Plazebotherapie in der Psychotherapieforschung gedacht, erwies sich jedoch als effektiv bei der Behandlung verschiedenartiger psychischer Probleme. Sie basiert auf der Vorstellung, dass psychische Probleme durch Kommunikationsstörungen hervorgerufen werden, die ihrerseits von grundsätzlichen Beziehungsmustern abhängen.

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Swartz, H. (1999): Interpersonal therapy. In M. Hersen and A. S. Bellack (Eds). Handbook of Comparative Interventions for Adult Disorders, 2nd ed. (pp. 139 – 159). New York: John Wiley & Sons, Inc.
  • Joiner, T. E., Brown, J. S., & Kistner, J. (2006): The interpersonal, cognitive, and social nature of depression. Mahwah, N.J.: Lawrence Erlbaum Associates.
  • Weissman, M. M. und Markowitz, J. C. (1998): An Overview of Interpersonal Psychotherapy. In J. Markowitz, Interpersonal Psychotherapy (pp. 1 – 33). Washington, D.C.: American Psychiatric Press.
  • Weissman, M. M, Markowitz, J. C. und Klerman, G. L. (2009): Interpersonelle Psychotherapie: Ein Behandlungsleitfaden. Göttingen: Hogrefe (engl. Originalausgabe 2007).
  1. Zusammenhang zwischen Depression und Paarproblemen

Literatur[Bearbeiten]

  • Harry Stack Sullivan: Die Interpersonale Theorie der Psychiatrie. Fischer, Frankfurt/M. 1980, ISBN 3-10-076503-6.
  • Harry S. Sullivan: Das psychotherapeutische Gespräch - Beitrag zur modernen Psychoanalyse und Psychotherapie. Fischer Tb, Frankfurt/M. 1976 (Originalausgabe: The Psychiatric Interview. Norton, New York 1954).
  • Josef Rattner: Psychologie der zwischenmenschlichen Beziehungen - Eine Einführung in die Sozialpsychologie Harry Stack Sullivans. Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M. 1984, ISBN 3-596-26771-4.
  • Elisabeth Schramm: Interpersonelle Psychotherapie - zur Behandlung depressiver und anderer psychischer Störungen. 2. Auflage. Schattauer, Stuttgart 1998.
  • Hartmut Siebenhüner: Harry Stack Sullivan und seine Interpersonale Theorie - Tradition und Perspektiven. Dissertation, Universität Klagenfurt, 2007 (PDF; 5,56 MB).