Zyklothymia

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Klassifikation nach ICD-10
F34.0 Zyklothymia
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Zyklothymia bezeichnet man eine anhaltende affektive Störung, die durch eine dauerhafte Instabilität von Antrieb und Stimmung gekennzeichnet ist. Es kommt zu einem Wechsel von hypomanen und depressiven Episoden. Falls neben den hypomanen Episoden auch manische Episoden auftreten, wird demgegenüber die Diagnose einer bipolaren Störung gestellt.

Diese dynamischen Schwankungen können sowohl spontan als auch reaktiv (durch Ereignisse ausgelöst) auftreten. Eine Zyklothymia entwickelt sich in der Regel bereits in der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter und hält nicht selten ein Leben lang an, wobei Antrieb und Stimmung über Monate unauffällig bleiben können.

Die Zyklothymia ist in der ICD-10 unter den affektiven Störungen klassifiziert (F34). Die Symptomatik erinnert an das Erscheinungsbild der bipolaren affektiven Störung (F31), jedoch in stark abgeschwächter Form. Überdurchschnittlich häufig treten bipolare affektive Störungen in der leiblichen Verwandtschaft auf.[1]

Der Begriff „Zyklothymia“ wird im deutschen Sprachgebrauch häufig synonym mit dem Begriff „Zyklothymie“ verwendet. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Begriff „Zyklothymie“ einen historischen Wandel in seiner Bedeutung erfahren hat. Er wurde 1880 von Karl Ludwig Kahlbaum (1828–1899) geprägt und entsprach damals der heutigen bipolaren affektiven Störung, deren „zyklierende“ Natur er erfassen sollte.[2] Erst im späteren Verlauf wurde der Begriff zur Umschreibung des o.g. Krankheitsbildes verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Marneros: Zyklothymia. Klinisches Bild, in : Das neue Handbuch der bipolaren und depressiven Erkrankungen, Thieme, Stuttgart [u.a.] 2004, ISBN 3-13-109092-8, S. 139–141.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ICD-10 Kapitel V (F), hrsg. von Dilling et al.Bern: Huber 2011, S. 183
  2. Elze M (2014) Zyklothymie (Zyklothymia).
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