Zyklothymia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
F34.0 Zyklothymia
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Zyklothymia (nicht zu verwechseln mit Zyklothymie, s. u.) bezeichnet eine dauerhafte Instabilität von Antrieb und Stimmung. Aufgelagert (zusätzlich) können hypomane, manische oder depressive Episoden auftreten.

Es wechseln sich Perioden von Depressivität (unter der Ausprägung einer leichten Depression bleibend) und Perioden von gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb ab. Diese dynamischen Schwankungen können sowohl spontan als auch reaktiv (durch Ereignisse ausgelöst) auftreten. Eine Zyklothymia entwickelt sich in der Regel bereits in der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter und hält nicht selten ein Leben lang an, wobei Antrieb und Stimmung über Monate unauffällig bleiben können.

Die Zyklothymia ist in ICD-10 unter den affektiven Störungen klassifiziert (F34). Die Symptomatik erinnert an das Erscheinungsbild der bipolaren affektiven Störung (F31), jedoch stark abgeschwächt. Überdurchschnittlich häufig treten bipolare affektive Störungen in der leiblichen Verwandtschaft auf.[1]

Der veraltete Begriff „Zyklothymie“ ist nicht identisch mit Zyklothymia. Er entsprach der heutigen bipolaren affektiven Störung. Er wurde 1880 von Karl Ludwig Kahlbaum (1828–1899) geprägt und sollte deren „zyklierende“ Natur erfassen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Marneros: Zyklothymia. Klinisches Bild, in : Das neue Handbuch der bipolaren und depressiven Erkrankungen, Thieme, Stuttgart [u.a.] 2004, ISBN 3-13-109092-8, S. 139–141.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ICD-10 Kapitel V (F), hrsg. von Dilling et al.Bern: Huber 2011, S. 183
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!