Intumeszenz

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Intumeszenz (lat. intumescencia, von tumor - Anschwellen) bezeichnet eine Ausdehnung oder eine Anschwellung, also eine Größenzunahme eines festen Körpers.

Brandschutz[Bearbeiten]

Intumeszierter Stoff. Das kleine orange Stück unten rechts ist identisch mit dem, welches zu dem großen schwarzen Stück geworden ist. Dieser Dämmschichtbildner formt einen leichten Kohlenstoffschaum, eine leichte Asche, mit niedriger Leitfähigkeit. Diese Wirkung wird oft zum Schutz von Kabeln und Baustahl eingesetzt. Während der Intumeszenz wird Wasser frei, das Säuren verdünnt und endotherm/kühlend wirkt.
Intumeszenz-Kitt als Abschottung in einer Betondecke mit 2-stündiger Feuerwiderstandsdauer.
S90 Brandabschottungen aus Brandschutzsteinen. Durch die Intumeszens wird ein Ascheschild gebildet, welches die Strecke zum Feuer erhöht und eine Selbstentzündung auf der Feuerabgewandeten Seite verhindert.

Beim Brandschutz bezeichnet der Begriff das zweckdienliche "Schwellen" bzw. Aufschäumen von Materialien. Intumeszente Baustoffe nehmen unter Hitzeeinwirkung an Volumen zu und nehmen an Dichte ab. In der Regel finden intumeszente Stoffe im vorbeugenden baulichen Brandschutz Anwendung, wo sie wahlweise folgende Aufgaben zu bewältigen haben:

  • Aufschäumen, das heißt das Formen einer leichten Isolierungsschicht als Hitzebremse. Beispiel: in die Isolation eines Kabels eingebrachte Stoffe (z. B. expandierbares Graphit / Blähgraphit) setzen bei Wärmeeinwirkung Gase frei. Zusammen mit dem veraschenden Isolierungsmaterial entsteht eine "geschäumte" Ascheschicht, welche die Sauerstoffzufuhr – und somit die Flammenausbreitung – behindert.
  • Endotherme Wirkung durch Hydrate, die durch Wasserdampffreisetzung kühlen
  • Expansionsdruck aufbringen, z. B. um Kunststoff-Rohre im Durchbruch (durch eine Wand oder Betondecke) im Brandfall zu versiegeln.

Intumeszente Baustoffe werden auch "Dämmschichtbildner" genannt. In Deutschland sind intumeszente Baustoffe und Bauteile, die sie beinhalten, zulassungspflichtig.

→ siehe Hauptartikel Brandschutzbeschichtung

Weitere Bedeutung[Bearbeiten]

In der Medizin steht Intumeszenz für eine Größenzunahme eines Organes oder Gewebes (auch entsprechende krankhafte Veränderungen können damit bezeichnet werden - Geschwulst).

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Intumeszenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien