Jagdaufseher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Jagdaufseher ist eine vom Jagdausübungsberechtigten, also dem Revierpächter, eingesetzte Person, deren Aufgabe die Wahrnehmung der Revieraufsicht und des Jagdschutzes ist.

Es gibt bestätigte und nicht bestätigte Jagdaufseher, deren Betätigung auf einem privatrechtlichen Vertrag mit dem Jagdpächter ruht. Die Bestätigung erfolgt durch die jeweils zuständige Jagdbehörde. Ein bestätigter Jagdaufseher hat, sofern dies nicht auf Landesebene anders geregelt ist, in Sachen Jagdschutz dieselben Rechte wie der Revierinhaber. Darüber hinaus ist er jedoch bei begründetem Verdacht berechtigt, in seinem Dienstbezirk Personen und Fahrzeuge anzuhalten und zu durchsuchen. Dem Revierpächter ist dies nur bei Vorliegen einer rechtswidrigen Handlung, z. B. Wilderei, gestattet. Zu seinen Aufgaben gehört es u. a. Personen zur Feststellung ihrer Personalien anzuhalten, die in einem Jagdrevier unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen, oder ohne Berechtigung außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, von ihnen gefangenes oder erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen sowie Beizvögel abzunehmen sowie wildernde Hunde und Katzen zu töten [1]. Handelt es sich beim bestätigten Jagdaufseher um einen ausgebildeten Berufsjäger oder ist er forstlich ausgebildet, so hat er innerhalb des Reviers und in jagdlichen Angelegenheiten darüber hinaus die Rechte und Pflichten eines Polizeibeamten und gilt als Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft. Diese Befugnisse stehen - je nach Landesrecht - auch Forstbeamten zu. Bestätigte Jagdaufseher sind wie Berufsjäger über die Berufsgenossenschaft versichert, unbestätigte Jagsaufseher oder Jagdgäste sind es nicht. Ein nichtbestätigter Jagdaufseher hat im Jagdschutz auch keine besonderen Rechte. Ihm steht aber, wie jedem Bürger das Recht der „Jedermann-Festnahme“ zu. Die Jagdgesetze der Länder schreiben vor, dass sich der Jagdaufseher bei Ausübung des Jagschutzes auf Verlangen eines Betroffenen durch Vorzeigen seines Dienstausweis oder seiner Dienstmarke auszuweisen hat, es sei denn, dass ihm dies aus Sicherheitsgründen nicht zugemutet werden kann. Die bestätigten Jagdaufseher unterstehen der Dienstaufsicht der unteren Jagdbehörde.

Voraussetzung zur Bestätigung als Jagdaufseher ist neben dem gültigen Jagdschein, die Jagdpachtfähigkeit sowie der erfolgreiche Besuch eines speziellen Lehrgangs. Bei ausgebildeten Berufsjägern oder Förstern kann die Jagdbehörde auf den Lehrgang verzichten. Die Jagdausübung in dem zu beausichtigenden Revier durch eine Jagderlaubnis zu bestätigen.

Die Jagdaufseher sind auf freiwilliger Basis organisiert im Bundesverband Deutscher Jagdaufseher und im Bund Bayerischer Jagdaufseher.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. -Bayerisches Jagdgesetz, Art. 42, Abs.1
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!