Johann Heinrich Callenberg

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Johann Heinrich Callenberg (* 12. Januar 1694 in Molschleben; † 16. Juli 1760 in Halle (Saale)) war Orientalist, Publizist und Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Der Bauernsohn studierte nach seiner Gymnasialzeit in Gotha ab 1715 in Halle Philologie und Theologie. Dort erhielt er 1727 die außerordentliche, 1735 die ordentliche Professur für orientalische Sprachen und 1739 die Professur für Theologie.

Aufgrund seines besonderen Interesses für die Juden- und Mohammedanermission gründete er auf Anregung von Johann Andreas Hochstetter und veranlasst durch August Hermann Francke 1728 das Institutum Judaicum et Muhammedicum, das 1792 mit den Franckeschen Stiftungen vereinigt wurde. Die Stiftung übersetzte die Bibel und erbauliche Schriften in orientalische Sprachen und ließ diese Übersetzungen in Eigendruck herstellen. Es wurden ca. 20 Missionare ausgebildet und die ersten zwei Missionare, Johann Georg Widmann und Johann Andreas Manitius, wurden im November 1730 ausgeschickt.

Er wurde auf dem halleschen Stadtgottesacker bestattet. Sein Grab befindet sich im Gruftbogen 73, Grabinschriften sind nicht mehr erhalten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Bericht an einige Christliche Freunde von einem Versuch Das arme Jüdische Volck zur Erkäntniß und Annehmung der Christlichen Wahrheit anzuleiten (nebst Fortsetzungen). Halle 1728-1734 (Digitalisat).
  • Narratio Epistolica Ad Cott. Mathervm Theologum Anglicanum Ecclesiæ Et Academiæ Bostoniensis In America Directa. Halle 1735. (Digitalisat in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)
  • Nachricht von einem Versuch, die verlassenen Mohammedaner zur heilsamen Erkenntnis Christi zu bringen. Halle 1739.
  • Nachricht von geschehener Herausgebung des Neuen Testaments in indostanischer Sprache. Halle 1758.
  • Schriften zur jiddischen Sprache. Hrsg. von Hans Peter Althaus. Elwert, Marburg 1966.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Gerhard Fleischer d. J., Leipzig, 1803 (Online)
  • Heinrich Döring: Die Gelehrten Theologen Deutschlands im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. J. K. G. Wagner, Neustadt an der Orla, 1831, Bd. 1, S. 221 (Online)
  • Gustav Leopold PlittCallenberg, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 707 f.
  • Franz Lau: Callenberg, Johann Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 96 (Digitalisat).
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Johann Heinrich Callenberg. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 863–864.
  • Werner Raupp: Callenberg, Johann Heinrich. In: The Dictionary of Eighteenth-Century German Philosophers. General Editors Heiner F. Klemme, Manfred Kuehn, Bd. 1, London/New York 2010, S. 180-181.
  • Franz Theodor Adler: Mitteilungen aus Johann Heinrich Callenbergs Briefen, 1868.
  • Gustav Plitt: Kurze Geschichte der lutherischen Mission in Vorträgen. Andreas Teichert, Erlangen 1871. (zu Callenberg darin im 18. Vortrag ab S. 297, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  • Paul Gerhard Aring: Christen und Juden heute - und die „Judenmission“? Geschichte und Theologie protestantischer Judenmission in Deutschland, dargestellt und untersucht am Beispiel des Protestantismus im mittleren Deutschland. Frankfurt am Main 1987.
  • Christoph Rymatzki: Hallischer Pietismus und Judenmission. Johann Heinrich Callenbergs Institutum Judaicum und dessen Freundenkreis (1728–1736) (= Hallesche Forschungen, 11). Tübingen: Verlag der Franckeschen Stiftungen Halle im Max Niemeyer, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]