Johnnie Walker

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der schottischen Whisky-Marke Johnnie Walker. Für den gleichnamigen britischen Hörfunkmoderator siehe Johnnie Walker (Moderator).
Johnnie Walker
Land Schottland
Geographische Lage 55° 36′ 51,67″ N, 4° 30′ 3,73″ O55.6143516201894.5010354647022Koordinaten: 55° 36′ 51,67″ N, 4° 30′ 3,73″ O
Typ Blended
Status aktiv
Eigentümer Diageo
Gegründet 1820–1857
Gründer John Walker
Website www.johnniewalker.de

Johnnie Walker ist die Marke eines weltbekannten schottischen Blend-Whiskys des Getränke-Konzerns Diageo.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Kilmarnock, Geburtsort des Johnnie Walker Whisky, ca. zwischen 1890-1900.

[Bearbeiten] Der Beginn unter John Walker (1820–1857)

Kurz nachdem Alexander Walker, Vater von John „Johnnie“ Walker 1819 starb, verkauften John und seine Mutter die Farm in der Nähe Kilmarnock (Schottland), die sie bis dahin besaßen. Mit diesem Geld eröffneten sie in Kilmarnock einen Gemischtwarenhandel. Bald wurde das Sortiment um Whisky erweitert, der in dieser Zeit noch kratzig und rau war. John wandte Blending-Methoden, die zu dieser Zeit für Tee eingesetzt wurden, versuchsweise, aber mit Erfolg für Whisky an. Aufgrund dieses Erfolges und der regen Handelsgeschäfte in Kilmarnock war der Ruf des Blended Whisky bald in weit Schottland bekannt, so dass auch die große Flut von 1852 die Familie nicht von einem Wiederaufbau des Geschäfts abhielt. Kurz nach der Wiedereröffnung 1857 starb John Walker.

[Bearbeiten] Aufstieg zur internationalen Marke (1857–1925)

Mit dem Tode seines Vaters übernimmt Alexander Walker die Geschäfte und die Aufgabe des Whisky-Blending. Die Reblausplage, welche zwischen 1858 und 1863 fast den gesamten Bestand an französischen Weinstöcken vernichtete, kam den Walkers wie der gesamten schottischen Whiskyherstellung in dieser Zeit gerade recht. Der bis dahin viel getrunkene Cognac, aber auch Wein und Brandy wurden durch die Plage deutlich teurer. 1860 wird ein neues Gesetz erlassen, welches es erstmals ermöglicht, neben Malt Whiskies auch Grain Whiskies zum Blenden zu verwenden. Die Milde des Grain Whisky kommt dem Geschmack der Kundschaft entgegen, der Verkauf wird erweitert. 1867 wird Old Highland Whisky als Markenname eingetragen. Zu den ersten internationalen Anerkennungen zählt der Gewinn des „First Special Award“ für einen Blended Whisky in Sydney im Jahre 1880. Der Erfolg ist so hoch, dass ebenfalls 1880 eine erste Außenstelle in London eröffnet werden kann, weitere folgen in Sydney (1880), Südafrika (1897) und Birmingham (1897). Als Alexander Walker im Jahr 1889 stirbt, übernehmen seine Söhne George Paterson Walker und Alexander Walker II. gemeinsam die Geschäftsleitung. Während sich George hauptsächlich um Marketing und Vertrieb kümmert, übernimmt Alexander vornehmlich die Arbeit des Blendens. Um die Marketingstrategien zu verbessern, werden 1909 die Marken Red Label und Black Label eingeführt. Während dieser Zeit erwirbt das Unternehmen mehr und mehr schottische Destillerien, so unter anderem Cardhu (1894) und Talisker (1916).

[Bearbeiten] Von Distillers Company Ltd. zu Diageo (1925–heute)

  • 1925 Vereinigung der 1877 gegründeten D.C.L. (Distillers Company Ltd.) mit John Walker & Sons
  • 1987 D.C.L. verbindet sich mit Arthur Bell & Sons zu United Distillers
  • 1997 United Distillers und International Distillers & Vintners (IDV) werden nach dem Zusammenschluss der Konzerne Guinness und GrandMet zu den United Distillers & Vintners (UDV)
  • 2002 UDV geht komplett in den Konzern Diageo auf

[Bearbeiten] Werbung

Altes Logo
Johnnie Walker

Die Entwicklung des Markenproduktes Johnnie Walker begann schon früh in der Firmengeschichte mit einer Neuerung, die zunächst aus rein praktischen Gründen eingeführt wurde: Die heute typische rechteckige Flasche ersetzte 1870 die bis dahin eingesetzten runden Flaschen, um Platz beim Transport zu sparen. Zusammen mit den schräg geklebten Etiketten und dem seit 1909 als Firmenlogo eingesetzten Striding Man war ein unverwechselbares Produkt geschaffen worden. 1978 widmete der Sänger Marius Müller-Westernhagen dem Whisky ein Lied mit dem Namen Johnny W.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Slogans für die Werbung eingesetzt, unter anderem:

  • „Born in 1820 – still going strong“
  • „Der Tag geht – Johnnie Walker kommt“
  • „Keep Walking“

Einen regelrechten Hype löste das 1999 als Werbespiel veröffentlichte Moorhuhn-Spiel aus. Das von der V und B Werbeagentur (Vorwerk und Buchholz GmbH) kreierte, technisch von der Phenomedia AG umgesetzte und kostenlos zum Download angebotene Programm gilt als eines der medienwirksamsten Computerspiele. Im gleichen Jahr wurde auch der Striding Man überarbeitet. Er geht seit 1999 von links nach rechts - also entsprechend der Leserichtung. Dies soll Zukunftsorientierung suggerieren.

[Bearbeiten] Produkte

[Bearbeiten] Red Label

"Red Label"

Seit 1909 der Striding Man als Firmenlogo eingeführt wurde, heißt der bis dahin als Special Old Highland bekannte Standard-Whisky Johnnie Walker – Red Label. Es wird angenommen, dass sich unter den bis zu 40 verschiedenen verwendeten Whiskys unter anderem Whiskys der Brennereien Cardhu, Talisker und auch Caol Ila befinden. Whiskyliebhaber meiden jedoch zumeist diesen „Durchschnitts-Whisky“, da sein Geschmack zu sehr an die Allgemeinheit angepasst ist und keine besonderen Geschmacksnuancen zu erkennen sind.

[Bearbeiten] Black Label

Der Black Label wurde bis 1909 als Extra Special Old Highland verkauft. Die mehr als 40 für diesen Blend verwendeten Whiskies – darunter speziell Glendullan, Mortlach, Talisker und Cameron Brig – sind mindestens 12 Jahre alt. Seine ausgeprägte Rauchnote erhält er durch den 12jährigen Caol Ila, den „Lead-Whisky“. Laut Werbung war dieser Blend der Lieblings-Whisky von Sir Winston Churchill.

[Bearbeiten] Green Label

Ursprünglich 1996 als Pure Malt eingeführt, wurde der Name 2004 in Green Label geändert. Mindestens 15 Jahre lagerten die vier Whiskys (Caol Ila, Talisker, Linkwood und Cragganmore), die für den Blend dieses Whiskys verwendet wurden. Es ist der einzige Johnnie Walker, der gänzlich ohne Grain Whisky komponiert wurde. Er führt die Tradition des „Vatting“ fort, bei dem lediglich Malt Whiskys verwendet werden.

[Bearbeiten] Gold Label

Der 18-jährige Gold Label wird in Deutschland ebenfalls im gut sortierten Weinhandel vertrieben. Süß und mild ist der Blend aus 15 Spitzen-Whiskys, der unter anderem Malts der Brennereien Clynelish, Royal Lochnagar und Talisker enthält. Die Besonderheit ist der „Perfect Serve“: Eiskalt im geeisten Glas serviert schmeckt er noch samtiger.

[Bearbeiten] Swing

Der Johnnie Walker Swing wurde in den zwanziger Jahren entwickelt. Der Name leitet sich durch seinen Flaschenboden her. Er wurde speziell für die gut zahlende Kundschaft auf Kreuzfahrten nach Übersee entwickelt. Durch den ovalen Flaschenboden fällt die Flasche bei Seegang nicht um, sondern schaukelt leicht hin und her.

[Bearbeiten] Blue Label

1992 kam mit dem Blue Label der teuerste Johnnie Walker-Whisky auf den Markt. Der Premium-Blend hat keine Altersangabe. Er ist komponiert aus ca. 16 sehr alten und seltenen Destillaten. Geblendet wurden sie nach alten, wiederentdeckten Blending-Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert. Lead-Whisky ist der Royal Lochnagar. Die genaue Zusammensetzung jedoch kennt nur der Blendmaster.

2005 erschien zum 200. Geburtstag John Walkers eine auf 4.000 Stück limitierte Sonderausgabe des Blue Label mit Fassstärke (60,5 % erste Abfüllung; 59,9 % zweite Abfüllung) in einem eckigen Glasdekanter aus Baccarat-Kristall eingebettet in einer blauen Leder Schatulle. Der Preis für eine Flasche dieser Edition liegt bei ca. 3.000 EUR.

[Bearbeiten] Weblinks

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