Kümmel
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| Kümmel | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Carum carvi | ||||||||||||
| L. |
Kümmel, botanisch Wiesenkümmel oder Gemeiner Kümmel (Carum carvi), ist eines der ältesten Gewürze in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Kümmelfrüchte hat man in Ausgrabungen von Pfahlbauten gefunden, die sich auf 3000 v. Chr. zurückdatieren lassen. Seine Verwendung in der Küche lässt sich bereits in dem Marcus Gavius Apicius zugeschriebenen Kochbuch De re coquinaria nachweisen, das wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. entstand.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Inhaltsstoffe
Kümmel enthält ätherische Öle (Frucht: Carvon, Limonen, Myrcen, α-Phellandren, β-Cymol, β-Caryophyllen, cis- und trans-Carveol, cis- und trans-Dihydrocarvon, trans-Dihydrocarveol, α- und β-Pinen), Fettsäuren, Gerbstoffe. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 224,6 mg pro 100 g Frischgewicht.
[Bearbeiten] Kümmel als Gewürz
Kümmel ist das klassische Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln, die dadurch schmackhafter werden. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel.
Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.
[Bearbeiten] Kümmel als Spirituose
Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt.
[Bearbeiten] Kümmel in der Pflanzenheilkunde
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In der Naturheilkunde wird Kümmel eine Appetit-anregende Wirkung zugesprochen. Auch soll es die Verdauung von fetten und blähenden Speisen unterstützen und bei Krämpfen und Koliken der Verdauungsorgane lösend wirken. Kümmelöl, tropfenweise auf Zucker eingenommen, wird in der Naturheilkunde eine (allerdings wissenschaftlich nicht belegte) Wirkung bei Kopfschmerzen, Migräne, schlechter Verdauung und Blähungen zugeschrieben.
[Bearbeiten] Bilder
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Hans Jörg Küster: Kleine Kulturgeschichte der Gewürze. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1997.