Kaiser-Leuchten

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Kaiser Leuchten (Gebr. Kaiser & Co. Leuchten KG) war ein bedeutender Leuchtenhersteller in Neheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen von Hermann Kaiser (*1863). Dieser kam aus Heddinghausen als Arbeiter nach Neheim. Mit einem Bruder und einem Teilhaber machte er sich 1895 selbstständig. Zu Beginn konzentrierte sich die Firma auf die Herstellung von vernickelten und verkupferten Lampenteilen für die bereits bestehenden Leuchtenfabriken. Den ökonomischen Durchbruch brachte die Entwicklung einer sehr billigen Petroleumlampe aus Weißblech. Daraufhin wurde die Produktionspalette auf Petroleumkocher, -heizöfen und Grubenlampen erweitert. Das Unternehmen exportierte bereits vor dem Ersten Weltkrieg bis nach China und Japan.

Seit 1908 wurde dem Betrieb eine Elektrogroßhandlung angegliedert. Dies bedeutete einen Schritt hin zur Abkehr von der Petroleumlampenherstellung hin zur Elektroindustrie. Der Übergang zur Herstellung von elektrischen Leuchten erfolgte schrittweise. Zunächst wurden für andere Unternehmen Leuchtenteile hergestellt. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion auf Kriegsmaterial wie Sturmlaternen umgestellt.

Nach dem Krieg wurde die Herstellung von elektrischen Beleuchtungskörpern ausgebaut, um schließlich ganz zu diesem Geschäftszweig überzugehen. In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Leuchtenhersteller von Neheim. Dazu beigetragen haben auch die funktionalen Schreibtischlampen des Designers Christian Dell, die unter dem Namen idell von den 1930 bis 1980er Jahren produziert wurden. Diese Produkte gelten mittlerweile als Designklassiker. Daneben wurden Wohnraumleuchten aller Art hergestellt. Bereits 1934 lag die Arbeiterzahl bei 350 Mann. Diese Zahl erhöhte sich bis etwa zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auf 600 bis 700 Beschäftigte. Das Unternehmen verfügte dabei über einen eigenen Bahnanschluss.

Während des Zweiten Weltkrieges unter anderem durch die Möhnekatastrophe 1943 wurden die Fabrikationsanlagen völlig zerstört. Zwangsarbeiterinnen der Firma, die im Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen untergebracht waren, starben. Nach dem Krieg setzte eine starke Unternehmensexpansion ein. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise zwischen 750 und 1000 Beschäftigte.

Gegen Ende der 1970er Jahre wurde das Unternehmen von Thorn Lighting Group erworben. Dieses ging 1993 in den Besitz einer internationalen Investmentgesellschaft über, und die Reste der Produktion wurden 2000 nach Dortmund verlegt.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude ist als Kaiserhaus heute Veranstaltungsort sowie Sitz von einer Reihe von Unternehmen.[1] In einem Betriebsgebäude haben sich unter dem Namen Kunstwerk eine Reihe kreativer Firmen angesiedelt.[2]

Produktion und Verwaltung 1972[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage Kaiserhaus
  2. Kunstwerk Neheim

Literatur[Bearbeiten]

  • Firmenprofile aus dem Sauerland. In: Michael Senger (Redaktion): Kiepe, Pflug und Schraubstock. Wirtschaftsleben im Sauerland. Arnsberg, 1999. S.380f.
  • Peter M. Kleine, Klaus Struve: "Idee Christian Dell" Katalog zur Ausstellung in der Sparkasse Arnsberg-Sundern 1996, ISBN 3-928394-13-4

Weblinks[Bearbeiten]