Kanonenbohrer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein 12×640 mm Kanonenbohrer und die Spitze eines 25 mm Kanonenbohrers.
Kühlmittelöffnung in der Spitze und im Schaft eines Kanonenbohrers

Ein Kanonenbohrer ist ein Werkzeug der spanenden Bearbeitung, mit dem zylindrisch passgenaue Bohrungen hergestellt werden. Er erlaubt, sehr tiefe Bohrungen (Tiefe /Durchmesser > 250) mit sehr geringer Auswanderung der Lochachse und hoher Oberflächenqualität herzustellen - Anforderungen, wie sie insbesondere bei der Herstellung von Läufen für Schusswaffen auftreten - daher der Name.

Er ist eine spezielle Form des Tiefbohrers (siehe Tieflochbohren, Bohrer).

Er hat nur eine Schneide, die senkrecht von der Achse nach außen verläuft, d.h. genau entlang des Radius des Querschnittskreises. Wegen dieser asymmetrischen Lage der Schneide muss ein Teil der Schneidkraft von der Bohrlochwand aufgenommen werden. Deshalb muss man einige Durchmesser mit einem anderen Bohrer vorbohren. Die Bohrung wird über den ganzen Querschnitt geschnitten - es gibt nicht wie beim Spiralbohrer einen zentralen Bereich, in dem das Material stumpf verdrängt wird.

Im einfachsten Falle ist der Kanonenbohrer ein Zylinder, der vorn zwei bis drei Durchmesser auf Halbkreisquerschnitt abgefräst ist; die eine Hälfte der Stirnfläche wird zurückgeschliffen, die andere so abgeschrägt, dass der Radius zu einer Schneide wird. Das Bohren damit muss öfter unterbrochen werden, um die Späne auszuspülen.

Kanonenbohrer können spiralförmige oder zentrale Kanäle besitzen, um Kühlmittel zu- und Späne abzuführen.

Sie können - wie andere Bohrer auch - Schneiden aus speziellem Stahl oder Schneidkeramik besitzen, die ihnen längere Standzeiten verschaffen.

Der Kanonenbohrer wird in der zahnärztlichen Implantologie zur Bohrung des Lagers für das Zahnimplantat verwendet. Er gibt der Bohrung den letzten „Feinschliff“, nachdem zuvor die Knochenkavität mit Pilot- und Vorbohrern vorbereitet wurde.

Weblinks[Bearbeiten]