Kilchurn Castle

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Kilchurn Castle
Kilchurn Castle from the boat.jpg
Entstehungszeit: um 1450
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Ruine
Geographische Lage 56° 24′ 13,4″ N, 5° 1′ 38,6″ W56.403727777778-5.0273972222222Koordinaten: 56° 24′ 13,4″ N, 5° 1′ 38,6″ W
Kilchurn Castle (Schottland)
Kilchurn Castle

Kilchurn Castle ist eine Burgruine am Nordostufer von Loch Awe in der Region Argyll and Bute in Schottland. Ursprünglich als fünf Stockwerke hohes Tower house errichtet, zeigen sich in der heute noch fast vollständig erhaltenen Burg eine Reihe von Umbauarbeiten aus fast 250 Jahren Geschichte.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten]

Colin Campbell of Glenorchy errichtete den ersten Wohnturm etwa um 1420. Im Gegensatz zu vielen Burgen des 15. Jahrhunderts besaß Kilchurn Castle einen Eingang zu ebener Erde. Über dem Eingangsbereich befand sich im 1. Stock die Große Halle, gefolgt von zwei Stockwerken mit unterschiedlich genutzten Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmern. In der obersten Etage lag der Dachboden, über den der Zugang zum Dach und dem dort befindlichen Wehrgang erfolgte. Die gesamte Anlage war von einer Ringmauer umgeben, deren Überreste im südlichen Teil bis heute erhalten sind.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Kilchurn Castle von Duncan Campbell mit einem eingeschossigen Speisesaal an der Südwand erweitert. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fügte Colin Campbell, 6. Earl of Argyll, in einem eigenen Gebäude an der Nordseite des Wohnturmes einige Schlafzimmer hinzu und gestaltete den Wehrgang auf der Ringmauer neu.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts übernahmen die MacGregors of Glenstrae die Burg. Ursprünglich im Besitz der Ländereien um Glen Orchy, wurden sie nach einer Vermählung mit Clan Campbell zu Hütern von Kilchurn Castle ernannt. Diese Vereinbarung dauerte bis zum Ausbruch einer gewaltsamen Fehde zwischen den beiden Familien zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Kilchurn Castle mit Blick über den Loch Awe

Im Jahr 1616 ließ Duncan, 6. Laird of Campbell, ein zweites Stockwerk auf dem Speisesaal errichten, das gesamte Gebäude nach Osten erweitern und mit dem Wohnturm verbinden. Dies schuf zusätzlichen Lagerraum im Erdgeschoss, im Obergeschoss wurde zusätzlich eine Kapelle eingerichtet.

1681 wurde John Campbell of Glenorchy zum ersten Earl of Breadalbane ernannt Er ließ um 1693 die letzten Umbauten durchführen: Eine Reihe von militärischen Unterkünften entlang der Nordmauer sowie die drei Ecktürme (von denen heute noch zwei stehen) wurden errichtet.

Kilchurn Castle hatte eine für schottische Burgen ungewöhnlich ruhige Geschichte, abgesehen von einer kurzen Belagerung im Jahr 1685. John, 1. Earl of Breadalbane, stellte sich gegen Archibald, 10. Earl of Argyll. Es wird aber vermutet, dass diese Konfrontation auf Unstimmigkeiten innerhalb des Clan Campbell zurückzuführen waren.

Während der Jakobitenaufstände von 1715 und 1745 waren Regierungstruppen in Kilchurn Castle stationiert. Die Campbells versuchten in dieser Zeit vergeblich, die Burg an die Krone zu verkaufen, nachdem sie bereits 1740 ihren Wohnsitz nach Taymouth Castle in Perthshire verlegt hatten.

1760 wurde Kilchurn Castle durch einen Blitzschlag und den folgenden Brand schwer beschädigt und danach endgültig aufgegeben.

In der Nacht des 28. Dezember 1879 fiel während des Sturms, der auch die Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay zum Einsturz gebracht hatte, der verbliebene Turm der Schlossruine zusammen.

Die Burg heute[Bearbeiten]

Kilchurn Castle wird heute von Historic Scotland betreut und verwaltet und ist während der Sommermonate für Besichtigungen geöffnet. Die Burg kann auf dem Wasserweg von der Ablegestelle am Lochawe Pier an der A85 erreicht werden. Alternativ dazu gibt es einen etwa 700 Meter langen Fußweg, der an einem kleinen, nicht ausgeschilderten Parkplatz am Nordostufer des Loch Awe an der A85 beginnt. Dieser Fußweg ist jedoch bei extrem hohem Wasserstand nicht passierbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Plantagenet Somerset Fry: Castles of Britain and Ireland: The Ultimate Reference Book: A Region-By-Region Guide to over 1.350 Castles. Abbeville Press, New York, 1997
  • Geoffrey Stell: Dunstaffnage and the castles of Argyll. Historic Scotland, Edinburgh, 1994, Nachdruck 1996. ISBN 0-7480-0481-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kilchurn Castle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien