Klei

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Dieser Artikel behandelt die Bodenart. Zum niederländischen Journalisten siehe Bert Klei.
Zur Landgewinnung werden am Wattrand Gräben ausgehoben, so dass sich später Kleiboden bildet

Als Klei bezeichnet man entwässerten Schlick[1], ein extrem feines marines Sediment, dessen Körnung bis in den tonigen Bereich reichen kann. Das Wort Klei stammt aus dem Mittelniederdeutschen und leitet sich von kleben ab, da Kleiboden dazu neigt, hartnäckig an den Schuhen zu haften.

An der Küste ist der Ursprung des Kleibodens die Sedimentation von Schlickwatt oder Mischwatt, in den Ästuaren kann Klei auch durch Schlickfall und nachfolgende Entwässerung des Sediments entstehen. Teilweise fielen Wattflächen natürlich oder durch Eindeichung trocken, so dass sie heute im Inland als Marschböden vorliegen. Der Boden setzt sich aus höchstens 50 % Sand zusammen, die Bodenart ist demnach tonig bis schluffig.

Als Kleimarsch werden in Norddeutschland stark bindige Marschböden bezeichnet. In manchen Gegenden bezeichnet man auch bindige Böden anderer Herkunft als Klei.

Nutzung[Bearbeiten]

Auftragung der Kleischicht beim Deichbau in Büsum (Nordsee)

Die Kleiböden der Marschen sind generell relativ fruchtbar. Die Bodenwertzahlen einer Kleimarsch liegen zwischen 65 und 70. Sie sind aber auch Minutenböden, die nur kurze Bearbeitungszeiträume im Jahr zulassen.

Wegen seiner hohen Bindigkeit wird Kleiboden traditionell im Deichbau genutzt, ebenso beim Bau von Warften. Bestanden Deiche früher ausschließlich aus Klei, so ist dies heute bei den wesentlich höher und breiter ausgeführten Seedeichen an Nordsee, Unterelbe und Unterweser nicht mehr möglich, weil Kleiboden nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. Moderne Deiche bestehen stattdessen aus einem Sandkern, auf den lediglich eine ein- bis zwei Meter dicke Kleischicht aufgetragen wird. Sie ist nicht wasserdicht, verlangsamt aber die landeinwärts gerichtete Wasserströmung so weit, dass das Wasser nur noch sickert, ohne dabei erosiv zu wirken. Das Sickerwasser wird landseitig über Drainagen abgeleitet.

Als Baugrund eignet Kleiboden sich schlecht, da er sich wegen seiner feinen Textur unter Wassereinwirkung verformt und die Gebäude einsacken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Streif, H.: Das ostfriesische Küstengebiet - Nordsee, Inseln, Watten und Marschen. Sammlung Geologischer Führer 57, 2. völlig neubearbeitete Auflage, Gebrüder Borntraeger, Berlin, Stuttgart 1990, ISBN 978-3443150518

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Klei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reineck, H.-E. & Siefert, W. (1980): Faktoren der Schlickbildung im Sahlenburger und Neuwerker Watt. Die Küste, 35: 26-51.