Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen

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Sitz des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen im Business Park Welfenplatz

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in Hannover ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut in Trägerschaft eines eingetragenen Vereins. Es wurde 1979 vom damaligen niedersächsischen Justizminister Hans-Dieter Schwind gegründet. Der Sitz liegt im Stadtteil List nahe dem Welfenplatz.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zweck des Instituts ist es laut Eigendarstellung, als selbständige Forschungseinrichtung praxisorientierte kriminologische Forschung zu betreiben und zu fördern. Seit 1988 wird es – mit Unterbrechung von 2000 bis 2003 – von Christian Pfeiffer geleitet, außerdem gibt es fünf weitere wissenschaftliche Vollzeitstellen[1]. Pfeiffers Schwester Regine wird als freie Mitarbeiterin beschäftigt[2]. Für seine Grundfinanzierung erhält das KFN Finanzmittel vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Das KFN kooperiert mit mehreren Einrichtungen im Bundesgebiet wie der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden und dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Das interdisziplinär arbeitende Institut hat in seiner 30-jährigen Geschichte grundlegende Forschungsergebnisse im Bereich der Kriminologie hervorgebracht. So forschte das Institut zum Beispiel zum Zusammenhang von Schulabsentismus und Kriminalitätsprävalenz. Die beschäftigten Wissenschaftler sind vor allem Juristen, Psychologen, Soziologen, Pädagogen und Medienwissenschaftler.

Am 20. Juni 2011 fasste die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig den Beschluss, dass Kirchenmitarbeiter unter Aufsicht eines KFN-Teams, bestehend aus pensionierten Staatsanwälten und Richtern, die Akten kirchlicher Institutionen auf Hinweise zu sexuellen Übergriffen durchsuchen werden (siehe auch Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche).[3] Das Projekt wurde aufgrund von Widerständen der Priesterschaft und des Ausstiegs von drei Bistümern bis Dezember 2012 noch nicht realisiert. Am 8. Januar 2013 wurde bekannt, dass die Deutsche Bischofskonferenz den Vertrag über die Kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche wegen Differenzen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) gekündigt hatte.[4][5]

Das Institut äußerte sich in der Vergangenheit regelmäßig zum Waffenrecht sowie zum Waffengesetz in Deutschland.

Leiter des Instituts[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Homepage Regine Pfeiffer
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKatholische Kirche öffnet Personalakten. In: Spiegel Online. 9. Juli 2011, abgerufen am 5. Dezember 2014.
  4. Kirchliche Aufarbeitung gescheitert. netzwerkb Pressemitteilung, 8. Januar 2012 (online)
  5. FAZ: Bischofskonferenz stoppt wissenschaftliche Studie

52.38759.7422222222222Koordinaten: 52° 23′ 15″ N, 9° 44′ 32″ O