Kylverstein

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Das ältere Futhark auf dem Kylverstein
Die Runen des Kylverstein

Der Kylverstein (schwed Kylversten) erhielt seinen Namen nach dem Hof Kylver im gotländischen Stånga, wo der Kalkstein früher vermutlich als Grabplatte diente. Die Inschrift des Runensteins wurde etwa gegen 400 n. Chr. in den Stein geschlagen, weshalb manche annehmen, dass die Runenschrift über Gotland nach Schweden kam. Der älteste Runenstein, der sogar noch an seinem ursprünglichen Platz steht, ist aber evtl. etwa gleich alt wie der Einangstein und der Barmensteinen in Norwegen.

Auf dem 1903 gefundenen Stein findet man ein vollständiges Alphabet mit Runenzeichen des älteren Futharks, das die ältesten gefundenen Runenzeichen in Schweden darstellt. Außer dem Alphabet findet man auch mehrere T-Runen, die einem verzweigten Baum ähneln und das Palindrom „sueus“, dessen Bedeutung jedoch unbekannt ist. Der erste Beleg für eine Runeninschrift ist der Kamm von Vimose (von 160 n. Chr.). Noch älter ist die Meldorffibel (ca. 50 n. Chr.), doch diese Inschrift besteht aus Runen, die auch lateinische Zeichen sein können. Die älteste komplette Runenreihe findet sich auf dem Kylverstein.

Sprach- und Geschichtswissenschaftler versuchen seither die Inschriften zu deuten, allerdings ohne Ergebnis. Ein Teil der Geschichtswissenschaftler ist der Meinung, dass das Alphabet zu Übungszwecken „geschrieben“ wurde und der Stein später mit weiteren Zeichen versehen wurde und dann als Grababdeckung diente, während andere der Meinung sind, dass die gesamte Inschrift eine Art Magie sein soll, deren Bedeutung uns unbekannt ist. Selbst über die Magie findet man noch verschiedene Theorien, von denen jedoch keine je zu beweisen ist.

Das Original steht im Historischen Museum in Stockholm.

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Düwel und W. Heizmann: Das ältere Futhark: Überlieferung und Wirkungsmöglichkeiten der Runenreihe. In: A. Bammesberger und G. Waxenberger et al.: Das Futhark und seine einzelsprachlichen Weiterentwicklungen. Walter de Gruyter, Berlin 2006

Weblinks[Bearbeiten]