Norwegen

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Dieser Artikel behandelt den Staat Norwegen. Zum gleichnamigen Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Lastrup siehe Norwegen (Niedersachsen).
Kongeriket Norge (bokmål)
Kongeriket Noreg (nynorsk)
Königreich Norwegen
Flagge Norwegens
Staatswappen Norwegens
Flagge Wappen
Wahlspruch: Alt for Norge („Alles für Norwegen“)
Amtssprache Norwegisch (Bokmål und Nynorsk)
regional: Samisch, Kvenisch
Hauptstadt Oslo
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem konstitutionelle Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen
Staatsoberhaupt König Harald V.
Regierungschef Ministerpräsidentin Erna Solberg
Fläche 385.1991 km² (60.) km²
Einwohnerzahl 5.063.709 (116.) (1. April 2013)[1]
Bevölkerungsdichte 13 (211.) Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,31 % (2012)[2] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[3]
  • $ 483,6 Milliarden (24.)
  • $ 265,9 Milliarden (47.)
  • $ 97.255 (3.)
  • $ 53.471 (4.)
Human Development Index 0,955 (1.) (2012) [4]
Währung Norwegische Krone (NOK)
Unabhängigkeit 13. August 1905 (von Schweden)
Nationalhymne Ja, vi elsker dette landet
Nationalfeiertag 17. Mai
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen N
ISO 3166 NO, NOR, 578
Internet-TLD .no
Telefonvorwahl +47
1 Fläche: mit Spitzbergen mit 61.022 km² und Jan Mayen mit 377 km², aber ohne das Bilandet (Nebenländer): Bouvetøya (Bouvetinsel) mit 49 km², Peter I Øy (Peter-I.-Insel) mit 156 km² und das Dronning-Maud-Land (Königin-Maud-Land) in der Antarktis mit 2.800.000 km²
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar Sao Tome und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China Singapur Malaysia Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha Indien Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Dänemark (Färöer)Staatsgebiet des Königreichs Norwegen
Über dieses Bild
Staatsgebiet des Königreichs Norwegen

Das Königreich Norwegen (norwegisch Kongeriket Norge/Noreg, altnordisch *Norðvegr, Norvegr, Noregr „Nordweg“) ist ein Staat in Nordeuropa.

Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens in der Nordsee grenzt im Süden an die Dänemarks und im Westen an die Schottlands. Norwegens Staatsform entspricht einer konstitutionellen Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen. Das Königreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Norwegens
Blick auf den Geirangerfjord und den Ort Geiranger

Die Geographie Norwegens ist von Gebirgsketten und kargen Hochebenen, den Fjells, geprägt. 26 Gipfel liegen über 2300 Meter. Die höchste Erhebung des Festlandes ist der Galdhøpiggen mit 2469 Meter. Er liegt im Gebirgszug Jotunheimen. Die etwa 25.000 Kilometer lange Atlantikküste (mit den Küsten aller Inseln über 80.000 Kilometer) besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, die Meerwasser bis weit ins Landesinnere bringen. Ohne diese Fjorde und Buchten ist die Atlantikgrenze 2650 Kilometer lang.

Die Grenze zu Schweden ist 1619 Kilometer lang, die zu Finnland 727 Kilometer und die zu Russland 196 Kilometer. Ungefähr 150.000 Inseln umgeben das Land, die wohl bekanntesten Inselgruppen sind die Lofoten und Vesterålen. Im Landesinneren gestalten hohe Wasserfälle und fischreiche Flüsse die Oberflächenstruktur. Mit einer Fläche von 365 Quadratkilometer ist der Mjøsa-See der größte Binnensee. Der längste Fluss des Landes, Glomma, ist 601 Kilometer lang und mündet in den Oslofjord. Als größte bewohnte Insel weist die Statistik die Hinnøya mit 2204 Quadratkilometern aus, die in Nordnorwegen liegt.

Neben Oslo (626.000 Einwohner) hat Norwegen vier weitere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, dies sind Bergen, Trondheim, Stavanger und Fredrikstad/Sarpsborg.

Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (hovedlandet) auch die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Svalbard mit Spitzbergen und der Bäreninsel sowie die Insel Jan Mayen. Unter norwegischer Verwaltung steht ferner die Bouvetinsel im Südpolarmeer. Sie gilt jedoch nicht als Teil des Königreichs Norwegen, sondern als „Nebenland“ (bilandet).

Darüber hinaus werden zwei Gebiete südlich des 60. Breitengrades von Norwegen jeweils als bilandet beansprucht, die jedoch als norwegisches Hoheitsgebiet international nicht anerkannt sind. Es handelt sich um die Peter-I.-Insel im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land in der Antarktis, einen Sektor des Antarktischen Kontinents zwischen 20° West und 45° Ost.

Klima

In Norwegen trennt der Gebirgszug der Skanden den schmalen, humid geprägten Küstenstreifen im Westen vom kontinental geprägten Klima im Osten.

Norwegens Westküste hat für seine nördliche Breite ein ausgesprochen mildes und feuchtes Klima. Der Grund dafür ist der Nordatlantikstrom, der relativ warmes Wasser aus niederen Breiten bis weit nach Norden strömen lässt. Die Küste bleibt deshalb auch den gesamten Winter über weitgehend eisfrei, und die mildernde Wirkung des Meeres ist – bedingt durch auflandige Winde – auch in den Lufttemperaturen (ca. −5 °C bis +2 °C) zu spüren.

Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit regnet an der Westseite der Gebirge ab. So zählt die Stadt Bergen zu den regenreichsten Städten Europas. Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering. Die Niederschlagsmenge nimmt von Süden nach Norden ab und ist entlang des gesamten Küstenstreifens im Mai deutlich geringer als im Herbst.

Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso stärker ist das Klima kontinental geprägt. Die Niederschläge nehmen ab, die Temperaturen sind im Sommer höher, im Winter dagegen deutlich niedriger. Die Temperaturamplitude ist hier also wesentlich ausgeprägter als jene an der vom Golfstrom beeinflussten Westküste.

Ökologie

Tidenhübe und Chronologie der Gezeitenwellen an der norwegischen Küste

Zu Fauna und Flora im Meer siehe: Biodiversität im Europäischen Nordmeer.

Bevölkerung

Einwohnerzahl und Zusammensetzung

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich mit 75 % auf die größeren Städte und 25 % auf die ländlichen Gebiete. Dabei ist signifikant, dass die Bevölkerungsdichte ein erhebliches Gefälle zwischen den relativ dicht besiedelten südlichen und westlichen Küsten- und küstennahen Regionen und dem deutlich dünner besiedelten Norden des Landes aufweist. Neben dem relativ moderaten Nord-Süd-Gefälle zeigt sich ein deutlicheres Gefälle zwischen den stärker besiedelten Küstenregionen und dem Landesinneren mit kaum bewohntem Hochland und teilweise sehr dicht besiedelten Tälern.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Bevölkerung des Landes mehr als verdoppelt: von 2,21 Millionen (1900) auf 5,05 Millionen (1. Januar 2013). Momentan steigt die Einwohnerzahl um ca. 65.000 Menschen pro Jahr (Stand: 2012). Neben einer der höchsten Geburtenraten Europas ist auch der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte und deren Familien sowie zunehmend auch der von wohlhabenden ausländischen Pensionären für dieses Wachstum verantwortlich.

In Norwegen lebt mit 60.000 bis 100.000 Menschen die größte Gruppe der Samen, ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens. Die Waldfinnen, die Kvenen, die sogenannten Tatere, die Roma und die Juden haben einen Status als nationale Minorität inne.

Am 1. Januar 2012 wohnten 655.170  Einwanderer in Norwegen, worunter Menschen verstanden werden, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden. Etwa 546.000 Personen wanderten aus dem Ausland ein; 108.000 Personen wurden in Norwegen geboren. Der Anteil der beiden Gruppen an der Gesamtbevölkerung betrug 13,1 %. Mehr als ein Drittel der Einwanderer (33 %) besaß die norwegische Staatsbürgerschaft. Sie verteilten sich nach den folgenden Herkunftsländern:

(Stand jeweils: 1. Januar 2012)[5][6]

Beschäftigung

Nach Angaben des staatlichen Statistischen Zentralbüros in Oslo waren im 4. Quartal 2012 insgesamt 86.000 Menschen als arbeitslos registriert, das entsprach einer Arbeitslosenquote von 3,2 %.[7] Diese liegt weit unter dem Durchschnitt der EU- und OECD-Länder. Im Verhältnis zum Juli 2009 (3,0 %) stieg die Quote in Norwegen um 0,2 Prozentpunkte. Mit einer Quote von 6,0 % (November 2012)[8] sind die Einwanderer von der Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich stark betroffen. Wachstumsbranchen sind derzeit vor allem der Bereich finanzielle Dienstleistungen sowie der gesamte Gesundheits- und Sozialsektor. Auch die Bauwirtschaft wächst derzeit überproportional. In der Landwirtschaft arbeiten 3,2 %, im Dienstleistungssektor 76 % und in der Industrie etwa 21 % der Beschäftigten (2009).

Norwegen weist aktuell einen erheblichen Fachkräftemangel auf. Um diesen Mangel zu beheben, werden gezielt EU-Ausländer als Gastarbeiter angeworben. Um die Attraktivität für ausländische Arbeitnehmer zu steigern, gewährt der norwegische Staat zahlreiche Starthilfen und finanzielle Anreize in den ersten 24 Monaten.

Religion

Die elf Bistümer der Norwegischen Kirche
Stabkirche in Borgund

Größte Glaubensgemeinschaft ist die evangelisch-lutherische Volkskirche, sie wird vom Präses der Bischofskonferenz geleitet. Alle Einwohner Norwegens haben seit 1851 das Recht der freien Religionsausübung. Rund zehn Prozent nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil.

Stand: 1. Januar 2011[9]

Im Jahr 2011 waren in Norwegen etwa 800 Juden Mitglieder einer Gemeinde (siehe Hauptartikel: Geschichte der Juden in Norwegen).

Weltanschauungsgemeinschaften

In Norwegen gibt es einen humanistischen Verband, den Human-Etisk Forbund, eine Weltanschauungsgemeinschaft von nichtreligiösen und bekenntnisfreien Menschen. Der Verband wurde 1956 gegründet. Ende 2011 zählte er rund 80.000 Mitglieder, was rund 1,6 Prozent der Bevölkerung entspricht.[10]

Bildung

Die Schulpflicht wurde in Norwegen 1739 eingeführt. 1889 wurde festgelegt, dass die Schulpflicht sieben Jahre dauert, 1969 wurde sie auf neun und 1997 auf zehn Jahre verlängert. Die Kinder werden mit fünf oder sechs Jahren eingeschult. Der überwiegende Teil der Schüler besucht nach Abschluss der 10. Klasse auch eine weiterführende (videregående) Schule. Diese ist geteilt in studienvorbereitende Schulzweige, die der gymnasialen Oberstufe entsprechen, sowie arbeitsvorbereitende Schulzweige, die einer Lehrstelle mit Berufsschulpflicht vergleichbar sind.

Das Handelsgymnasium in Bergen

Unterrichtsfächer in der Grundschule

  • Norwegisch
  • Englisch (ab der ersten Klasse)
  • Mathematik
  • Sozialkunde (Geschichte, Politik, Geographie, Gesellschaftskunde)
  • Kunst und Handwerk
  • Wissenschaft und Umwelt (naturfag)
  • Lebensmittel und Gesundheit
  • Musikerziehung
  • Sport
  • Religionslehre und Ethik (RLE)
  • Informatik (Wahlfach)
  • Zweite Fremdsprache ab der 8. Klasse (Deutsch, Spanisch, Französisch)

Samische Schüler und Schülerinnen haben ein Recht auf Unterricht in Samisch, wenn sie in samischen Gebieten leben oder wenn es Gruppen von mindestens zehn Schülern sind. Für Einwandererkinder im Schulalter muss der norwegische Staat in jeder Kommune kostenlose Sprachkurse anbieten. Für Flüchtlinge gibt es kostenlose Sprach- und Integrationskurse für Erwachsene.

Studierende in Norwegen haben Anspruch auf einen Ausbildungskredit, studielån. Es gibt ein umfassendes System für Erwachsenenbildung, das allen in Norwegen lebenden Erwachsenen offensteht. (Siehe auch: Liste der Universitäten und Hochschulen in Norwegen, Volkshochschulen in Norwegen).

Statistik

Lebenserwartung (2011) 80,5 Jahre
Lebenserwartung (Männer) 78 Jahre
Lebenserwartung (Frauen) 83 Jahre
Säuglingssterblichkeit (2011) 0,24 %
Kindersterblichkeit (2001) 0,4 %
Müttersterblichkeit (2007) 16 je 100.000 Geb.
Ärzte 2,8 je 1000 Einw.
Krankenhausbetten 14,4 je 1000 Einw.
Zugang zu sauberem Trinkwasser 100 %
Geburtenrate (2007) 13 je 1000 Einw.
Sterblichkeit (2011) 8,4 je 1000 Einw.
Bevölkerungswachstum (2007) 0,4 %
Fruchtbarkeit (2007) 1,9 Kinder je Frau
HIV/AIDS-Infizierte (2006) 3539 (0,075 %)
Öffentliche Ausgaben für Gesundheit (2006) 17,0 % der Staatsausgaben
Öffentliche Ausgaben für Altersversorgung (2006) 12,6 % der Staatsausgaben
Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (2006) 13,9 % der Staatsausgaben
Öffentliche Ausgaben für Militär (2006) 4,0 % der Staatsausgaben
Öffentliche Ausgaben für Umweltschutz (2006) 0,4 % der Staatsausgaben
Schulpflicht 6–16 Jahre
Einschulungsquote (primär) 100 %
Einschulungsquote (sekundär) 96 %

Sprachen

Hauptartikel: Norwegische Sprache
Dominierende Schriftsprache in den norwegischen Gemeinden:
  • Bokmål
  • Nynorsk
  • Keine Dominanz

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Mittelniederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varietäten: Etwa 85–90 % der Einheimischen schreiben Bokmål (wörtlich: „Buch-Sprache“) oder Riksmål (deutsch: Reichsnorwegisch, ohne offiziellen Status), ein Idiom, das als von verschiedenen ostnorwegischen Mundarten beeinflusste Variante des Dänischen anzusehen ist. Etwa 10–15 % schreiben Nynorsk (‚Neu-Norwegisch‘). Diese Sprache, die bis 1929 als Landsmål bezeichnet wurde, ist seit 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt. Sie wurde von Ivar Aasen aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformt und wird heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Teilen der Telemark verwendet. In der Schule müssen norwegische Schüler sowohl Bokmål als auch Nynorsk lernen. Als gesprochene Sprache spielen die Dialekte heute noch immer eine große Rolle.

Neben Norwegisch werden von den nationalen Minderheiten noch Samisch (etwa 10.000 bis 20.000 Sprecher) und Kvenisch oder Finnisch (10.000 bis 15.000) vor allem im Norden des Landes sowie norwegisches Romani (einige Hundert bis ein paar Tausend), Romani (300 bis 400) und Jiddisch (1100) gesprochen.[11] In den Kommunen mit überwiegend samischer Bevölkerung ist Samisch seit 1992 auch Schulpflichtfach.

Norweger lernen wahlfrei meist Deutsch, Spanisch oder Französisch und obligatorisch Englisch als Fremdsprachen in der Schule. Deutsch war bis in die 1950er Jahre traditionell die erste Fremdsprache in Norwegen (wie auch im restlichen Skandinavien). Heute ist Englisch der Verbreitung nach die erste Fremdsprache, vor Deutsch und Spanisch als zweiter Fremdsprache und Französisch als dritter Fremdsprache. Englisch, Deutsch und Französisch haben einen offiziellen Status als „Primärfremdsprachen“ und können z. B. als Dissertationssprachen in allen Fächern an den Universitäten verwendet werden. Spanisch wird als zweite oder dritte Fremdsprache immer populärer.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Norwegens
Felszeichnungen von Alta
Schweden und Norwegen um 1888

Die menschliche Besiedlung des heutigen Staatsgebiets begann nach der letzten Kaltzeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten. Die älteste Fundstätte ist Blomvåg in der Kommune Øygarden in Hordaland mit Artefakten, die auf 10.500 v. Chr. datiert werden.

Der steinzeitlichen Megalithkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800–1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit wurden von Norwegen aus Island, die Färöer und Grönland besiedelt. Einige – unter der Führung von bspw. Bjarni Herjúlfsson, Thorvald Eiriksson und Leif Eriksson – erreichten auf mehreren Fahrten um 1000 n. Chr. sogar Neufundland vor der Nordostküste des etwa 500 Jahre später als Amerika bezeichneten Kontinents. Aber auch die Normandie in Frankreich wurde von den ‚Nordmännern‘ besiedelt. Die Orkney- und die Shetlandinseln wurden gleichfalls von norwegischen Wikingern in Besitz genommen und gehörten bis 1472 zu Norwegen.

Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei, wurde hierin jedoch ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis zum Ausscheiden Schwedens (1523), mit Dänemark bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark nach den Napoleonischen Kriegen Norwegen am 14. Januar 1814 im Kieler Frieden an den König von Schweden abtreten. Allerdings gab es keine direkte Übergabe, so dass Norwegen für kurze Zeit unabhängig wurde und sich in einer Nationalversammlung am 17. Mai 1814 in Eidsvoll eine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute Gültigkeit besitzt. Das Storting arrangierte im Jahr 1836 die erste 17.-Mai-Feier; seit diesem Tag wird der 17. Mai als Norwegens Nationalfeiertag angesehen.[12]

Es folgten 91 Jahre Personalunion mit Schweden, bevor diese nach einer Volksabstimmung, in der sich eine überwältigende Mehrheit der Norweger für die Beendigung der Union ausgesprochen hatten, am 13. August 1905 aufgelöst wurde. Norwegischer König wurde als Haakon VII. Prinz Carl aus dem Haus Glücksburg.

Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.

Am 9. April 1940 wurde das neutrale Norwegen im Zweiten Weltkrieg im Unternehmen Weserübung vom Deutschen Reich besetzt. Als Reichskommissar für das besetzte Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation begründet mit der bevorstehenden Landung britischer Truppen sowie den strategisch wichtigen Häfen an der norwegischen Küste, die für den Nachschub an Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna wichtig waren. Vor allem die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist heute umstritten, denn das „Dritte Reich“ war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Vielmehr galt es, die Briten durch die Besetzung des Hafens von seinen schwedischen Erzzufuhren abzuschneiden. Dies findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner – und damit zwangsläufig auch für das Deutsche Reich – unbrauchbar zu machen. Von größerer Bedeutung waren die norwegischen Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft, was die Besetzung des Landes zur Schaffung eines „Europäischen Großwirtschaftsraumes“ unter deutscher Hegemonie erforderlich machte. Als Hauptrohstoffe seien Aluminium, Molybdän und Schwefelkies genannt. Norwegen leistete zwar sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Marine unterlegen. Außerdem gab es auch norwegische Nationalsozialisten (unter ihnen Vidkun Quisling), die sich mit den Deutschen verbündeten und dadurch schließlich an die Macht kamen. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen aber ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert.

Eine Folge der deutschen Besatzungszeit waren die sogenannten tyskerbarna, die von deutschen Soldaten mit Norwegerinnen gezeugten „Deutschenkinder“. Ihre Mütter bezeichnete man abwertend als tyskertøser (etwa: „Deutschenflittchen“). Die etwa 10.000–12.000 Kinder waren in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft massiven Diskriminierungen ausgesetzt und wurden teilweise misshandelt. Erst 1998 bat Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik die tyskerbarn um Entschuldigung für das an ihnen begangene Unrecht. Lange unerforscht blieb auch die Entrechtung und Deportation der norwegischen Juden. Knapp 800 der ca. 2100 Juden, die hauptsächlich in Oslo und Trondheim lebten, wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet. Zu den Opfern zählten Ruth Maier und die 15-jährige Schülerin Kathe Lasnik, deren Schicksal der Philosoph Espen Søbye aufgearbeitet hat.[13]

1949 gehörte Norwegen zu den Gründungsmitgliedern der NATO, 1960 wurde mit Dänemark, Österreich, Portugal, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) gegründet. Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl. Ein Beitritt zur Europäischen Union wurde in Volksabstimmungen zweimal abgelehnt (25. September 1972 und 28. November 1994[14]). Norwegen ist jedoch als Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in vielen Belangen einem EU-Mitglied gleichgestellt und darüber hinaus als Teil der Nordischen Passunion Mitglied des Schengener Abkommens (siehe: Norwegen und die Europäische Union).

Am 22. Juli 2011 wurden zwei verheerende Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya verübt, die insgesamt 77 Todesopfer forderten.[15] Premierminister Jens Stoltenberg bezeichnete den Anschlag als „nationale Tragödie“ und als schlimmste Gewalttat seit dem Zweiten Weltkrieg.[16]

Politik

Verfassung

Nationalversammlung in Eidsvoll, 1814
Storting in Oslo

Grundlagen und Geschichte

Die norwegische Verfassung vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war wesentliches Vorbild. Trotz dieses liberalen Einflusses waren Juden und Jesuiten im Reich bis in die 1850er Jahre illegale Minderheiten.

Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum auch in Norwegen verschärften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene.

Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert. Der bürgerlich-liberale Stortingsabgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand des Königs Oskar II. von Norwegen das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt. Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die sozialdemokratische Arbeiterpartei unter Einar Gerhardsen von 1945 bis 1961 über eine absolute Mehrheit. Danach wurden in der Regel Minderheitsregierungen gebildet. In jüngster Vergangenheit war die Tendenz zu beobachten, Koalitionsregierungen mit fester Mehrheit im Parlament zu bilden und auf Grundlage eines Koaltionsvertrags zu agieren. Große Koalitionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen hat es bislang nicht gegeben.

Bei der Parlamentswahl am 9. September 2009 wurde die Arbeiderpartiet mit 30,8 % der Stimmen stärkste Partei im Storting. Jedoch wurde die Koalition aus Arbeiderpartiet, Senterpartiet und Sosialistisk Venstreparti von einer Koalition der Høyre (Konservative) und Fremskrittspartiet (rechtspopulistische) unter der Führung von Ministerpräsidentin Erna Solberg abgelöst.

Das aktuelle politische System

Der König ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die weiteren Minister. Die Regierung ist vom Vertrauen des Königs abhängig. In Norwegen gilt außerdem das Prinzip des Parlamentarismus: Das Parlament, das aus 169 Abgeordneten besteht, kontrolliert die Regierung, sie ist vom Vertrauen des Parlaments abhängig. Alle vier Jahre werden neue Repräsentanten gewählt (bis 1936 jedes dritte Jahr). Das Parlament Storting bestand bis 2009 aus zwei Kammern, Odelsting und Lagting. Allerdings wurde diese Trennung nur im Gesetzgebungsverfahren vorgenommen, so dass es sich dennoch um ein faktisches Einkammersystem handelte.

Zudem gibt es die gemeindliche Selbstverwaltung. Die 437 norwegischen Kommunen wählen auch jedes vierte Jahr ihre Repräsentanten für die lokale Verwaltung. Norwegen ist jedoch ein Einheitsstaat, in dem das Prinzip der Dezentralität und damit die lokalen Behörden immer mehr an Einfluss verloren haben. Traditionell ist aber das Prinzip von lokaler Macht wichtig.

Das Staatsoberhaupt ist König Harald V.

In Norwegen gab es bisher sechs Volksabstimmungen:

  • 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
  • 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
  • 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
  • 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
  • 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
  • 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein)

Parteien

Im Storting sind zurzeit vertreten:

Andere kleine Parteien:

  • Kystpartiet (Küstenpartei/konservativ, regional orientiert)
  • Norges Kommunistiske Parti (Kommunistische Partei Norwegen)
  • Rødt (Rot, sozialistisch)
  • Demokratene (Die Demokraten, rechtspopulistisch)
  • Det Liberale Folkepartiet (Liberale Volkspartei, liberalistisch)
  • Pensjonistpartiet (Rentner-Partei)
  • Kristent Samlingsparti (Christliche Sammlungspartei, christlich-konservativ)

Gewerkschaften

In Norwegen sind 1,33 Millionen Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft, davon 830.000 im Dachverband Landsorganisasjonen i Norge (LO), 200.000 im Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund (YS), 131.000 in Akademikerne und 230.000 in Unio (Stand: August 2007).

Militär

Norwegische Soldatinnen
Norwegischer Soldat in Afghanistan
Hauptartikel: Norwegische Streitkräfte

Die norwegische Armee (Forsvaret) besteht aus den vier Teilstreitkräften Heer (Hæren), Marine (Sjøforsvaret ), Luftwaffe (Luftforsvaret) und der Heimatschutzmiliz (Heimevernet). Für das Jahr 2012 wurden die Ausgaben für das Militär auf 40,5 Milliarden Kronen veranschlagt.[17] Norwegen ist ein Gründungsmitglied der NATO. Mitte des Jahres 2007 hat die Norwegische Luftwaffe von den USA den Schutz des Nachbarlandes Island übernommen, das über keine eigenen Streitkräfte verfügt.[18]

Diplomatische Beziehungen

Mit Deutschland unterhält Norwegen direkte Beziehungen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1905. Norwegen betrachtet Deutschland als einen der wichtigsten Partner in Europa, sowohl wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung, als auch wegen politischer und kultureller Zusammenarbeit. Das norwegische Außenministerium bezeichnet Deutschland als Schlüsselland für die Wahrnehmung seiner Interessen gegenüber der EU. Gemeinsam mit den anderen nordischen Staaten unterhält Norwegen im Komplex der Nordischen Botschaften seine Vertretung in Berlin. In Hamburg ist außerdem ein Generalkonsulat angesiedelt. Die deutsche Botschaft in Oslo liegt wenige Minuten vom königlichen Schloss entfernt im Stadtteil Frogner.

Österreich und Norwegen nahmen 1906 diplomatische Beziehungen auf. Das heutige Verhältnis sieht man in Norwegen als gut entwickelt auf kultureller Ebene, aber bescheiden im wirtschaftlichen Bereich, die Zahl der gegenseitigen Besuche als mäßig häufig. In Wien hat Norwegen eine Botschaft für den Kontakt mit der Republik Österreich sowie jeweils eine Vertretung zu den in Wien ansässigen internationalen Organisationen und zur OSZE. Ebenfalls im Viertel Frogner liegt die österreichische Botschaft in Oslo.

Die Beziehungen zur Schweiz und zu Liechtenstein basieren besonders auf wirtschaftlichen und handelspolitischen Themen, insbesondere durch die Verbindung über die gemeinsame EFTA-Mitgliedschaft. Die kulturellen Kontakte werden als gut aber nicht umfassend beschrieben. In Bern hat Norwegen eine Botschaft, Konsulate außerdem in Genf, Zürich und Locarno. In Genf besteht daneben eine ständige Vertretung gegenüber den internationalen Organisationen. Für Liechtenstein sind die norwegischen Vertretungen in der Schweiz mit zuständig, das Fürstentum unterhält Kontakte nach Norwegen wiederum über die Botschaften beider Länder in Bern. Die Schweizer Botschaft in Oslo ist nur wenige Blocks von der österreichischen entfernt.

Verwaltungsgliederung

Spitzbergen Jan Mayen Ostfold Vestfold Oslo Akershus Telemark Aust-Agder Vest-Agder Rogaland Hordaland Buskerud Hedmark Oppland Sogn og Fjordane Møre og Romsdal Sor-Trondelag Nord-Trondelag Nordland Troms Finnmark Estland Lettland Dänemark Finnland Schweden Schweden Russland
Verwaltungsgliederung von Norwegen

Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt, die zu fünf statistischen Regionen (landsdel, dt. Landesteil) zusammengefasst werden. Hinzu kommen Svalbard und Jan Mayen, die zwar außerhalb der Provinzstruktur stehen und auch keine Gemeinden haben, jedoch unmittelbare Teile des Königreichs Norwegen sind. Die kleinste Provinz nach Fläche ist die Hauptstadt Oslo. In Norwegen gibt es seit dem 1. Januar 2006 431 Kommunen.

Neben den administrativen Regionen gibt es weitere statistische Regionen, die nicht zwingend an Provinzgrenzen ausgerichtet sind. Zur Region Midt-Norge (dt. Mittelnorwegen) zählt man die beiden Provinzen von Trøndelag und Møre og Romsdal. Die Inselgruppe Svalbard wird administrativ nicht zu Nord-Norge gezählt sondern untersteht einem Präfekten (Sysselmann), der dem Justizministerium berichtet, während die Bezirkshauptleute (Fylkesmannen) dem Verwaltungsministerium berichten. Es existieren Bestrebungen zu einer Verwaltungsreform mit Bildung von sieben Regionen, die auch eine vergrößerte Hauptstadtregion um Oslo beinhaltet.

Größte Kommunen

Kommune Provinz Einwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Oslo Oslo 507.467 623.359
Bergen Hordaland 229.496 267.883
Trondheim Sør-Trøndelag 148.869 179.667
Stavanger Rogaland 108.818 129.175
Bærum Akershus 101.494 116.938
Kristiansand Vest-Agder 72.395 84.387
Fredrikstad Østfold 67.761 76.839
Tromsø Troms 59.145 70.357
Sandnes Rogaland 52.998 70.070
Drammen Buskerud 54.816 65.602
Asker Akershus 49.284 57.397
Sarpsborg Østfold 47.447 53.773
Skien Telemark 49.592 53.060
Kommune Provinz Einwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Skedsmo Akershus 38.701 50.644
Bodø Nordland 41.367 49.141
Sandefjord Vestfold 39.317 44.623
Ålesund Møre og Romsdal 38.855 45.031
Larvik Vestfold 40.386 43.251
Arendal Aust-Agder 39.446 43.353
Karmøy Rogaland 36.971 41.165
Tønsberg Vestfold 34.716 41.237
Porsgrunn Telemark 32.892 35.432
Haugesund Rogaland 30.362 35.732
Ringsaker Hedmark 31.622 33.450
Lørenskog Akershus 29.505 34.245
Moss Østfold 28.172 31.009

Wirtschaft

Norwegen besaß laut HDI-Rang in den Jahren 2001 bis 2006 den höchsten Lebensstandard der Welt. 2007 bis 2008 belegte das Land hinter Island Platz 2. Doch 2009 konnte es sich wieder Platz 1 im HDI-Rang sichern. Das Pro-Kopf-Einkommen in Norwegen ist eines der höchsten, ebenso das Kindergeld. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU (EU25 = 100) erreicht Norwegen 2005 einen Index von 169.[19]

Norwegen hat als erstes Land 2003 eine Geschlechterquote eingeführt. Seit 2008 ist eine Quote von mindestens 40 % Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben.[20]

Energieversorgung

Die wichtigste Energiequelle der Gewerbebetriebe und Privathaushalte in Norwegen stellt die elektrische Energie dar. Diese Energie ist mit 45 bis 55 Øre pro kWh (6 bis 7 ct) (Stand Januar 2007) im Vergleich zu Deutschland mit etwa 18,69 ct pro kWh für den Endverbraucher sehr günstig. Der Grund hierfür liegt in der Art der Energiegewinnung und den bislang noch geringen Exportmengen: Nahezu der gesamte Strombedarf (etwa 98 %) in Norwegen wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt.[21] Im gesamten Land existieren weder Atom- noch Kohlekraftwerke (ausgenommen das Kohlekraftwerk in Longyearbyen auf Svalbard). Auch das von Norwegen geförderte Erdöl und Erdgas wird nicht für die Energiegewinnung im eigenen Land eingesetzt.

Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen eine lange Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wassermühlen, Hammerwerke u. ä. folgten wassergetriebene Generatoren zur Gewinnung elektrischer Energie. Um in der stark zerklüfteten Landschaft Norwegens eine flächendeckende Energieversorgung mit Elektrizität zu schaffen, wurden dezentral kleine und große Wasserkraftwerke errichtet, die ihr näheres Umfeld mit Energie versorgten. Diese kleingliederige Struktur ist noch heute in Norwegen erhalten: Es gibt zahlreiche kleinere und größere, private und öffentliche, lokale und staatliche Energieversorger.[22]

Als Folge der relativ niedrigen Endverbraucherpreise ist der Stromkonsum in Norwegen sehr hoch. Der Energieverbrauch liegt weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder, der Stromverbrauch ist mit 23.200 Kilowattstunden pro Kopf gar der höchste weltweit.[23] Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Mehrheit der Gebäude mit Strom geheizt wird. Es ist vielerorts selbstverständlich, dass das Licht in Räumen brennt, die über Stunden und Tage nicht genutzt werden. In einigen öffentlichen Gebäuden sind nicht einmal Lichtschalter vorhanden. Die oft angeführte Begründung lautet, dass Wasserkraft eine saubere Energiequelle sei und es genügend Wasser gäbe, jedoch auch nicht ohne Bedenken.[24]

Erdöl

Bohrinsel Statfjord A (1982)

Norwegen ist der weltweit dreizehntgrößte Förderer von Erdöl mit etwa 3 % der Welterdölförderung (Stand 2008). Die Erdölförderung erreichte ihr Maximum im Jahre 2001 und nimmt jedes Jahr mit etwa 4 % ab. 2007 wurden 148 Millionen Sm3 (Standardkubikmeter) Erdöl gefördert. Die verbleibenden Reserven betrugen 2007 noch 1,3 Milliarden Sm3. Die abnehmende Erdölförderung wird gegenwärtig durch eine erhöhte Erdgasförderung ersetzt.

Die hohen Weltmarktpreise für Öl, die starke Förderung und die vergleichsweise geringe Bevölkerung tragen zu Norwegens sehr hohem Pro-Kopf-Einkommen bei. Die Norweger haben jedoch erkannt, dass Ölreserven, die voraussichtlich nur noch einige Jahrzehnte reichen, und das bestehende sehr engmaschige soziale Netz, das teuer ist, gleichzeitig aber langfristig gesichert werden soll, eine besondere Strategie für die Zukunft erfordern, wenn der Wohlstand Norwegens dauerhaft gesichert werden soll. Daher wurde 1990 ein besonderes Investmentkonzept entwickelt: der Ölfonds. In diesem werden die enormen Erträge aus dem Ölexport angelegt. Dies geschieht ausschließlich auf ausländischen Märkten, um ein Überhitzen der inländischen Wirtschaft und eine Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern. Der staatlich geführte Ölfonds Statens pensjonsfond soll so eine Rücklage bilden für die Zeit, in der die Ölreserven zur Neige gehen. Der Wert des norwegischen Ölfonds beträgt ca. 629 Milliarden Euro (5110 Milliarden NOK) (Stand 1. Quartal 2014).[25] Dies entspricht einem Betrag von ca. 124.217 Euro pro Norweger. Aufgrund des anhaltend hohen Ölpreises ist zu erwarten, dass dieses Vermögen in Zukunft noch stark anwachsen wird. Die Prognose aus dem Budget 2014 geht von ca. 735 Milliarden Euro (5971 Milliarden NOK) bis zum Jahr 2017 und von ca. 878 Milliarden Euro (7 126 Milliarden NOK) bis zum Jahr 2020 aus.[26] Seit dem 1. Januar 2006 trägt der Ölfonds den offiziellen Namen Staatlicher Pensionsfonds.

Softwareindustrie

Der Internet-Browser Opera kommt aus Norwegen. Qt Development Frameworks, die Entwickler der Qt-Softwarebibliothek, sind ebenfalls in Norwegen ansässig. Auch der Antivirensoftwarehersteller Norman hat seinen Firmensitz in Norwegen.

Tourismus

Die eindrucksvolle Natur Norwegens lockt jedes Jahr Millionen von Touristen nach Norwegen.[27] Das Nordkap und der Geirangerfjord gehören zu den meistbesuchten Touristenattraktionen des Landes; auch die traditionelle Postschifflinie entlang der Westküste, die Hurtigruten, hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt.

Wer von Oslo aus nach Bergen, also an die Westküste fährt, durchquert die Provinz Telemark. Von den Straßen oder der Strecke der Bergenbahn, die Höhen von mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen, lassen sich dort selbst im Hochsommer die schneebedeckten Gipfel in wenigen Metern Entfernung betrachten. Neben dem bekannten Holmenkollen mit seinen Skisprungschanzen und dem Olympia-Ort Lillehammer weist Norwegen, das als die Wiege des Skilaufes gilt, viele attraktive Skigebiete auf.

Der nördlich von Dombås gelegenen Hochgebirgspark Dovrefjell, mit dem 2286 Meter hohen Berg Snøhetta ist nicht nur ein ausgezeichnetes Wander- und Wintersportgebiet, sondern auch eine der wenigen Regionen Europas, in der es noch freilebende Moschusochsen gibt.

Besonders beliebt bei Alpinisten ist das Gebirge Jotunheimen mit den beiden höchsten Berggipfeln des Landes, Galdhøpiggen und Glittertind. Außerdem der westlich davon gelegene Nationalpark mit dem größten zusammenhängenden Kontinentalgletscher Jostedalsbreen.

Trekkingtouren können tagelang durch die bergige Tundrenlandschaft des Hochplateaus Hardangervidda unternommen werden.

Die Insel Røst auf den Lofoten beherbergt mit rund 2,5 Millionen Brutvögeln den größten Vogelfelsen Norwegens. Weit weniger Vögel brüten auf der südwestlich von Ålesund gelegenen Vogelinsel Runde. Diese Insel ist jedoch mit Brücken mit dem Festland verbunden und daher für Touristen und Wissenschaftler leicht zu erreichen.

Fischerei und Walfang

Transport von Trockenfisch per Schiff von den Lofoten um 1890
Hauptartikel: Walfang in Norwegen

Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt. Die norwegische Fischereizone reicht bis zu den Bänken von Neufundland. Gefangen werden vorwiegend Dorsch, Hering, Schellfisch, Makrele und Garnelen. Daneben hat in den vergangenen 20 Jahren die Fischzucht in sogenannten Aquakulturen an Bedeutung erlangt. Vor allem Lachs und Kabeljau werden dort gezüchtet. Fisch und Fischprodukte nehmen 5,3 % des Gesamtexports des Landes ein und sind somit der drittgrößte Exportartikel, nach Öl, Gas und Metall. Norwegen verfügte daneben über eine sehr lange Walfang-Tradition. Mit dem Verbot des kommerziellen Walfanges 1986 ist dieser Wirtschaftszweig weitgehend in der Bedeutungslosigkeit versunken. Daran ändert auch nicht, dass Norwegen gegen das kommerzielle Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission IWC von 1986 Widerspruch eingelegt hat und somit nicht daran gebunden ist. Norwegen betreibt als eines von wenigen Ländern weltweit nun erneut kommerziellen Walfang – wenn auch in vergleichsweise geringem Umfang. Dies findet international großen Widerspruch und wird unter anderem auch von der Europäischen Union kritisiert.[28]

Schiffbau und Seeschifffahrt

Eine weitere große Tradition hat in Norwegen die Seeschifffahrt. Norwegen weist bis heute die viertgrößte Handelsflotte der Welt auf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt machen Schifffahrt und Schiffbau sowie damit verwandte Branchen den zweitgrößten Wirtschaftszweig Norwegens aus. Im Jahr 2011 waren in Norwegen 1281 in Norwegen registrierte Schiffe sowie 117 im Ausland registrierte norwegische Schiffe über 1000 BRT in Gebrauch.[29]

Medien und Telekommunikation

Die Nutzung von Tageszeitungen ist im europäischen Vergleich in Norwegen sehr hoch. Im Jahr 2011 lasen an einem durchschnittlichen Tag etwa 63 % der Bevölkerung eine Zeitung; die Lesedauer betrug durchschnittlich 23 Minuten. 2012 nutzten nach einer repräsentativen Befragung für das "Norsk mediebarometer" 25 Prozent der Befragten zwei und mehr Zeitungen; 1991 waren das noch 50 Prozent. [30] Die Leserzahlen bei Printmedien sind generell rückläufig – so lag der Anteil 1997 noch bei 84 % – und verlagern sich zunehmend ins Internet.[31] Die auflagenstärksten Titel des Landes sind die Qualitätszeitungen Aftenposten und Bergens Tidende sowie die Boulevardzeitungen Verdens Gang (VG) und Dagbladet. Ende 2010 erschienen 226 Zeitungen in Norwegen.[32] Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt NRK bietet landesweite Fernseh- und Radioprogramme sowie regionale Angebote. Der größte private Fernsehsender ist TV 2, zu dessen Holding auch die privaten Radiostationen von Radio Norge gehören. 2011 verfügten 93 % der Bevölkerung über einen Personal Computer in der eigenen Wohnung, 92 % hatten Zugang zum Internet und 83 % Breitband-Internetzugang.[31] Bereits 2004 besaßen 90 % ein eigenes Mobiltelefon. Bis zum 31. Dezember 2004 waren annähernd 5 Millionen Mobiltelefonverträge abgeschlossen worden.[33] Größter Telekommunikationsanbieter des Landes ist Telenor.

Alkoholmonopol

Ein Vinmonopol in Arendal

Norwegen betreibt eine überaus restriktive Alkoholpolitik. Alkoholische Getränke ab 4,8 Volumenprozent können nicht in Supermärkten oder Discountern gekauft werden, sondern nur in eigens vom Staat errichteten Läden, genannt Vinmonopolet. Solche Geschäfte, die 1922 während der Prohibition in Norwegen entstanden, findet man in den meisten Städten. Die Preise liegen dabei erheblich über dem im deutschsprachigen Raum üblichen Niveau. Eine Sonderstellung nehmen Getränke mit niedrigem Alkoholanteil ein. Dabei entscheidet jede norwegische Gemeinde individuell über den Verkauf. Dadurch können unter anderem einige Biere auch in gewöhnlichen Supermärkten erworben werden.

Der Alkoholverkauf im Vinmonopol ist an normalen Werktagen bis 18 Uhr, an Samstagen bis 15 Uhr möglich. In Supermärkten kann man bis 20 Uhr werktags und bis 18 Uhr samstags Bier kaufen. Ein Verkaufsverbot gilt grundsätzlich an offiziellen Feier- und Wahltagen. Sämtliche alkoholische Getränke und Zigaretten werden nur an Personen ab 18 Jahre abgegeben, und das Trinken in der Öffentlichkeit ist verboten. Um Alkohol zu konsumieren, muss man sich auf einem Privatgrundstück befinden. Die Preise für ein Bier („Øl“) in einem gewöhnlichen Gastronomie-Betrieb liegen im mittleren bis hohen einstelligen Euro-Bereich, in Einzelfällen auch darüber. Üblicherweise sind wenigstens fünf Euro zu zahlen.

Lange Tradition haben in Norwegen die sogenannten Weihnachtsbiere („Juleøl“). Solche Biere gibt es in großer Zahl in allen nordischen Ländern; alleine in Norwegen sind mehrere Dutzend Sorten erhältlich. Sie sind schwerer und dunkler als gewöhnliche Biere. Schon zu Wikingerzeiten prostete man sich um die Wintersonnenwende mit Bier zu, um die Götter zu ehren. Christliche Kreise versuchten in den 1960er Jahren erfolglos, das Juleøl zu verbieten.

Norwegen verbraucht jährlich rund 4,4 l reinen Alkohol pro Kopf und zählt damit zu den Ländern mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol (Deutschland: 10,2 l pro Kopf). Selbst der Spirituosen-Konsum ist mit 2,9 l pro Kopf deutlich niedriger als in anderen Ländern (Deutschland: 5,7 l pro Kopf).[34] Mit rund 0,40 Euro für ein gewöhnliches 0,2-l-Glas erhebt Norwegen außerdem die europaweit höchste Biersteuer (Deutschland: 0,019 Euro). Die norwegischen Alkoholbestimmungen sind für Nordeuropa keineswegs unüblich. Finnland und Schweden sind für eine ähnlich strikte Politik bekannt. Allerdings liegt das Preisniveau in den beiden Nachbarländern heute deutlich niedriger als in Norwegen. Daher ist in grenznahen Regionen zu Norwegen ein regelrechter Alkoholtourismus zu beobachten, der nur schwer zu kontrollieren ist. In diesem Kontext ist unter Norwegern die ironische Bezeichnung „süßer Bruder“ für Schweden längst etabliert.

Außenhandel

Insgesamt ist der Außenhandel für Norwegen positiv (Exportüberschuss von 300 Milliarden NOK 2005). Importiert wird zu ca. 70 Prozent aus der Europäischen Union. Haupteinfuhrgüter sind Maschinen und Fahrzeuge mit knapp 40 Prozent. Der Export geht ebenfalls hauptsächlich in die EU (ca. 81 Prozent). Mit knapp 70 Prozent bilden hier die Brennstoffe den mit Abstand größten Posten.[35]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2010 Ausgaben von umgerechnet 178 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 226,8 Milliarden US-Dollar gegenüber.[36]

Die Staatsverschuldung betrug 2010 47,7 % des BIP.[36]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Verkehr

Spielen noch immer eine gewichtige Rolle im Verkehrswesen: Die Fähren

Die Geografie Norwegens gibt der Schifffahrt eine besonders große Bedeutung und bedeutet für Straßen- und Schienenverkehr eine ständige Herausforderung.

In Norwegen gibt es 91.852 Kilometer Straße, von denen 71.185 Kilometer asphaltiert sind. Norwegen hat mit dem im Jahr 2000 eröffneten 24,5 Kilometer langen Lærdalstunnel den längsten Straßentunnel der Welt. Mit dem im Februar 2008 eröffneten Eiksundtunnel besitzt Norwegen nun auch den mit einer Tiefe von 287 Meter derzeit tiefsten Unterseetunnel der Welt. Auch heute noch sind besonders im Fjordland und den Küstenregionen die Fähren von sehr großer Bedeutung für den Verkehr.

Das Schienennetz umfasst 4077 Kilometer, von denen 2518 Kilometer elektrifiziert sind. Die staatliche Bahngesellschaft Norges Statsbaner betrieb von 1883 bis 1994 fast den gesamten Eisenbahnverkehr samt Streckennetz. Seither ist sie nur noch für den Personenverkehr auf der Schiene verantwortlich.

Die wichtigsten Häfen des Landes sind Borg Havn, Bergen, Mo i Rana, Molde, Mongstad, Narvik, Oslo und Sture. Von Bergen bis Kirkenes verkehren im täglichen Liniendienst die Schiffe der Hurtigruten. Für den internationalen Verkehr bedeutsam sind die Hochseefähren, die das Land mit den Britischen Inseln, Dänemark, Schweden und Deutschland verbinden.

Dem Flugverkehr dienen 101 kleinere und größere Flughäfen.

In Norwegen gibt es bei Verstößen im Straßenverkehr Bußgelder, die deutlich höher sind als in Deutschland. Beispiel: Auf Landstraßen darf in Norwegen nur mit maximal 70 km/h gefahren werden. Fährt man mit etwas mehr als 100 km/h, wird dies mit einem Bußgeld von umgerechnet 1040 Euro geahndet. Wenn man nicht in der Lage ist, das Bußgeld zu bezahlen, droht eine Haft von drei bis 20 Tagen.[38]

Kultur

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen Norwegens wird von der bibliothekarischen Fachwelt als vorbildlich angesehen. Es gibt 892 kommunale öffentliche Bibliotheken, 336 wissenschaftliche Bibliotheken und 19 Landesbibliotheken sowie die Norwegische Nationalbibliothek. Das seit 1834 bestehende Bibliotheksgesetz schreibt den kostenlosen Zugang zu Bibliotheken vor. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.

Frauenrechte

Norwegen gilt als Pionier der Frauenrechte. So wurde die Norwegische Frauenrechtsvereinigung bereits 1884 von vielen der prominentesten Persönlichkeiten der Zeit, darunter mehrere Ministerpräsidenten, gegründet.[39] 1978 wurde Eva Kolstad die weltweit erste Ombud für Gleichstellung.

Küche

Hauptartikel: Norwegische Küche

Literatur

Henrik Ibsen
Nationaltheatret in Oslo

Norwegen erlebte in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung, an dem Autoren wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie, Amalie Skram, Arne Garborg, Hans E. Kinck und Knut Hamsun einen maßgeblichen Anteil hatten.

Drei Norweger erhielten den Nobelpreis für Literatur: Bjørnstjerne Bjørnson (1903), Knut Hamsun (1920) und Sigrid Undset (1928).

Auf dem Pressefreiheitsindex 2013 von Reporter ohne Grenzen kam Norwegen nach Finnland und den Niederlanden auf Platz 3 von 139 Ländern.[40]

Musik, Theater, bildende Kunst

Die wichtigsten Theaterbühnen sind Den Norske Opera & Ballett (Oper und Nationalballett im neuen Opernhaus Oslo), das Nationaltheatret in Oslo, Den Nationale Scene in Bergen und das Nynorsk-Theater Det Norske Teatret in Oslo.

Der bekannteste norwegische Komponist ist Edvard Grieg. Weitere Komponisten von Bedeutung sind u. a. Johan Svendsen, Christian Sinding, Ole Bull, Fartein Valen, Harald Sæverud und Geirr Tveitt.

Bekannte Bands aus dem Bereich der Pop- und Rockmusik sind a-ha, Apoptygma Berzerk, BigBang, Trail of Tears, Storm, Kaizers Orchestra und Motorpsycho. Norwegen ist in der Metal-Szene berühmt für seine zahlreichen Black-Metal-Bands, dort begann die zweite Welle der Bewegung mit Mayhem und von ihnen beeinflussten Bands wie Burzum, Dimmu Borgir, Gorgoroth, Immortal und Darkthrone, die auch über die Szene hinaus bekannt sind.

Norwegen verfügt weiterhin über eine sehr vitale Jazz-Szene. Wichtige Vertreter sind Jan Garbarek, Nils Petter Molvær, Arild Andersen, Rebekka Bakken, Silje Nergaard, Bugge Wesseltoft, Eivind Aarset, Terje Rypdal, Ketil Bjørnstad, Sidsel Endresen, Solveig Slettahjell, Kirsti Huke und die Jazz-Rock-Band Dadafon um die Sängerin Kristin Asbjørnsen.

Der bekannteste Maler ist Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen.

Auf dem Gebiet der Fotografie, speziell der Landschaftsfotografie prägte Knud Knudsen die Vorstellungen der norwegischen Landschaften des 19. Jahrhunderts. Der größte Teil seines umfangreichen Nachlasses ist in der Universitätsbibliothek von Bergen archiviert.

Die Stadt Bergen war europäische Kulturhauptstadt 2000; Stavanger war es im Jahr 2008.

Sport

Holmenkollen

Norwegen ist in erster Linie eine Wintersportnation und hat eine lange Tradition im nordischen Skisport. Viele Entwicklungen des Skisports stammen aus Norwegen; in vielen dieser Disziplinen ist das Land bei internationalen Wettbewerben oft führend. Zentrum des Wintersports ist der Holmenkollen in Oslo. Dort haben 2011 zum vierten Mal die Nordischen Skiweltmeisterschaften stattgefunden; 1952 wurden ebenfalls dort die ersten Olympische Winterspiele Skandinaviens veranstaltet. Zudem fanden 1994 in Lillehammer Olympische Winterspiele statt. Besonders erfolgreiche Wintersportler waren Oscar Mathisen, Sonja Henie, Liv Grete Skjelbreid, Vegard Ulvang, Bjørn Dæhlie (mit acht olympischen Goldmedaillen bis 2010 erfolgreichster Wintersportler), Kjetil André Aamodt und Johann Olav Koss. Aktuelle Spitzensportler sind die Skispringer Tom Hilde und Anders Jacobsen, die Skilangläuferin Marit Bjørgen, der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten, Ole Einar Bjørndalen, und der Skirennläufer Aksel Lund Svindal.

Die Norwegische Eishockeynationalmannschaft der Herren kommt dagegen von ihrer Spielstärke und Bedeutung her nicht an Finnland und Schweden heran. Indessen gehört Norwegen seit Jahren zu den führenden Nationen im Curling und gewann bei den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften bereits mehrere Medaillen.

Der größte Erfolg der Norwegischen Fußballnationalmannschaft der Herren ist die Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1936. Dreimal (1938, 1994 und 1998) konnte sich die Mannschaft für die Fußballweltmeisterschaft qualifizieren und nahm einmal (2000) an der Europameisterschaft teil. Zu den bekannten aktuellen Fußballspielern zählen John Arne Riise und Ole Gunnar Solskjær, die auch in der englischen Premier League spielten und mit ihren Vereinen die UEFA Champions League gewannen. Mit Rune Bratseth, der 1988 und 1993 mit Werder Bremen Deutscher Meister wurde, erlebte die Nationalmannschaft in den 1990er Jahren einen Aufschwung. Zuletzt konnte sie sich aber nicht mehr für die Welt- und Europameisterschaften qualifizieren. Erfolgreicher ist die Norwegische Fußballnationalmannschaft der Frauen: Sie konnte bisher als einzige Mannschaft Europameister (1987 und 1993), Weltmeister (1995) und Olympiasieger (2000) werden. Außer 2004 nahm sie an allen großen Turnieren teil.

Auch im Handball sind die norwegischen Damen erfolgreicher als die Herren. Während letztere lediglich zwei WM- und drei EM-Teilnahmen vorweisen können und bei der EM im eigenen Land (2008) den sechsten Platz belegten, zählt die Norwegische Frauen-Handballnationalmannschaft zur Weltspitze. Sie gewann u. a. einmal die Handball-Weltmeisterschaft sowie dreimal die Handball-Europameisterschaft. Bei der letzten WM 2009 belegte sie den dritten Rang. Sie erkämpfte sich außerdem drei olympische Medaillen.

Recht erfolgreich sind sowohl bei den Damen als auch bei den Herren die Beachvolleyballer, die zur erweiterten Weltspitze zählen.

Bei Leichtathletik-Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen konnten norwegische Leichtathleten bisher 20 Goldmedaillen gewinnen. Bekannte norwegische Leichtathleten sind die Läuferinnen Grete Waitz, die 1983 als erste Frau die Weltmeisterschaft im Marathonlauf gewann, und die Speerwerferin Trine Hattestad, die Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin wurde und zwischenzeitlich den Weltrekord hielt.

Das Segeln gehört in Norwegen ebenfalls zu den Volkssportarten. Die norwegischen Könige Olav V. und Harald V. nahmen für ihr Land erfolgreich an den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil. Siren Sundby ist eine der besten Seglerinnen der Gegenwart und wurde Weltseglerin des Jahres 2003.

Wie auch sonst in Skandinavien ist Orientierungslauf eine der größten Volkssportarten.

Magnus Carlsen ist seit 2013 Weltmeister im Schachsport; seit Juli 2011 führt er ununterbrochen die Weltrangliste an (Stand: März 2014).[41] Nach Angaben von Simen Agdestein hat dies in Norwegen einen Schachboom ausgelöst.[42]

Auch der Motorradsport spielt in Norwegen eine wichtige Rolle: Im Olympischen Eisstadion von Hamar fanden mehrmals im Rahmen der Eisspeedway-Weltmeisterschaften WM-Qualifikationsläufe statt, ebenfalls wurde dort bereits im Rahmen der Speedway-Einzelweltmeisterschaft der Speedway-WM Grand Prix von Skandinavien ausgefahren. Auf der über 1000 m langen Trabrennbahn von Forus wurde von 2011 bis 2013 im Rahmen der Langbahn-Weltmeisterschaften der Langbahn-WM Grand Prix von Norwegen ausgetragen. Der erfolgreichste Speedway- und Langbahnfahrer Norwegens ist Rune Holta, der 1994 Junioren-Vizeweltmeister wurde und mehrere Jahre im Speedway-WM Grand Prix stand. Aufgrund seiner polnischen Mutter besitzt Rune Holta auch einen polnischen Pass, eine polnische Lizenz, fährt und lebt in Polen und wurde auch schon mehrmals mit Polen Team-Weltmeister. Speedway-Rennbahnen finden sich auch in Stavanger, Sandnes, Skien und Kristiansand.

Literatur

Siehe auch

 Portal: Norwegen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Norwegen

Weblinks

 Commons: Norwegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Norwegen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Norwegen – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Norwegen – geographische und historische Karten
 Wikisource: Norwegen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Norwegen – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistisches Zentralamt abgerufen am 14. Mai 2013.
  2. Statistisches Zentralamt. Abgerufen am 21. Februar 2013.
  3. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  4. Bericht über die menschliche Entwicklung 2012 (PDF; 6,2 MB)
  5. Folkemengde 1. januar 2011 og 2012 og endringene i 2011, etter innvandringskategori og landbakgrunn. Absolutte tall www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  6. Innvandring og innvandrere www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  7. Arbeidsledige 15-74 år, etter kjønn og alder (AKU). 1000 og prosent www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  8. Svak nedgang i innvandrerledigheten www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  9. Glaubensgemeinschaften (norw.) Statistics Norway, abgerufen am 23. Juli 2012.
  10. www.human.no/Aktuelt/Nyheter/2012/April/900000-kan-tenke-seg-a-bli-HEF-medlem
  11. Lars Anders Kulbrandstad: Minoritetsspråk og minoritetsspråkbrukere i Norge. In Språknytt 2003/1-2. Språkrådet. Oslo 2003. Abgerufen am 25. Februar 2011 (norwegisch)
  12. Feiringen av 17. mai Website des norwegischen Königshauses (aufgerufen am 17. Mai 2010)
  13. Espen Søbye, Kathe. Deportiert aus Norwegen. Assoziation A, Berlin 2008.
  14. CVCE Referendum in Norwegen (25. September 1972)
    IHS: Die EU-Volksabstimmungen in Österreich, Finnland, Schweden und Norwegen: Verlauf, Ergebnisse, Motive und Folgen (PDF; 67 kB)
  15. Polizei korrigiert Zahl der Toten deutlich nach unten. auf: NZZ. 25. Juli 2011, abgerufen 25. Juli 2011.
  16. NRK, Camilla Wernersen, Som et mareritt, 23. Juli 2011, abgerufen 23. Juli 2011 (norwegisch)
  17. Fakta om Forsvaret 2012. Forsvarsdepartementet auf Regjeringen.no, S. 20, abgerufen am 27. November 2012 (PDF; 3,9 MB, norwegisch).
  18. Land ohne Armee – Norwegen schützt Island auf n-tv.de
  19. EUROPA – Rapid – Press Releases
  20. Das norwegische Experiment – eine Frauenquote für Aufsichtsräte von Aagoth Storvik und Mari Teigen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Juni 2010) (PDF; 177 kB)
  21. Wasserkraft
  22. Energie – die Geschichte (Norwegen – die offizielle Seite in Österreich)
  23. Miljøstatus i Norge
  24. Wasserkraft in Norwegen: Saubere Energie legitimiert Verschwendung
  25. NBIM Quarterly report 1Q 2014
  26. [1]
  27. Norwegian Foreign Visitor Survey 2007
  28. Norwegens Walfang
  29. 1 Handelsflåten Tabell 1. Skip og tonnasje 1997-2011
  30. http://www.ssb.no/kultur-og-fritid/artikler-og-publikasjoner/norsk-mediebarometer-2012
  31. a b Vi leser flere bøker. In Trønder Avisa vom 20. März 2012, abgerufen am 21. März 2012 (norwegisch)
  32. Sigurd Høst: Avisåret 2010 – mindre dramatisk for norske aviser, siehe pdf-Datei Avisåret 2010, abgerufen am 21. März 2012 (norwegisch)
  33. Quelle: Statistisches Zentralbüro
  34. Anderson P./Baumberg B. (2006): Alcohol in Europe, DHS Jahrbuch Sucht 2007, Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeuere e. V. Daten aus der Alkoholwirtschaft 2007; inklusive geschmuggelter und illegal gebrannter Schnäpse.
  35. Minifakten über Norwegen 2011: Außenhandel
  36. a b c d The World Factbook
  37. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  38. Norwegischer Bußgeldkatalog (inklusive Haftstrafen)
  39. Aslaug Moksnes. Likestilling eller særstilling? Norsk kvinnesaksforening 1884-1913, Gyldendal Norsk Forlag, 1984, S. 35, ISBN 82-05-15356-6
  40. Pressefreiheitsindex 2013
  41. Elo-Abfrage
  42. Zeitschrift Schach, Ausgabe Januar 2014, S. 64

62.7666666666679.45Koordinaten: 63° N, 9° O